1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Havixbeck
  6. >
  7. Jüdisches Leben in Havixbeck

  8. >

Spurensuche

Jüdisches Leben in Havixbeck

Havixbeck

Im Rahmen eines Projektes zur Geschichte der Juden in Havixbeck möchte sich Heribert Lülf vom Heimatverein nochmals intensiv mit der Geschichte der Juden in seinem Heimatdorf beschäftigen. Bei dieser Spurensuche bittet er die Bürger der Gemeinde um Unterstützung.

wn

Der jüdische Friedhof an der Schützenstraße ist einer der Orte, an dem an die jüdischen Mitbürger in Havixbeck erinnert wird. Foto: Klaus de Carné

Auf Anordnung der Staatspolizeistelle Münster wurden alle Juden im Westmünsterland am frühen Morgen des 10. Dezember 1941 mit Bussen zum Gertrudenhof nach Münster gebracht. Unter ihnen war auch die dreijährige Yvonne Gerson aus Havixbeck. Sie und alle anderen wurden wenige Wochen später ins Ghetto nach Riga deportiert.

Im „Havixbecker Heimatbrief“, einem Heft für die Frontsoldaten, wurde diese Aktion im April 1942 als „Sieg der Heimat“ gefeiert: „Endlich ist es gelungen, den letzten Juden aus Havixbeck zu verdrängen.“ Dass die meisten zu diesem Zeitpunkt bereits umgebracht worden waren, wird nicht erwähnt.

Lange Zeit erinnerte lediglich der jüdische Friedhof an der Schützenstraße an die jüdischen Mitbürger. Später kamen „Stolpersteine“ und eine Steele für Yvonne Gerson hinzu.

Die historische Aufarbeitung der Geschehnisse erfolgte erst in den 1980er-Jahren, angestoßen vor allem durch die mehrteilige Fernsehserie „Holocaust“. Endlich begann man vor Ort damit, Zeitzeugen zu befragen und historische Dokumente zu sammeln. Die wissenschaftliche Erforschung erfolgte meist überregional, erläutert der Heimatverein in einer Mitteilung.

Im Rahmen eines Projektes zur Geschichte der Juden in Havixbeck möchte sich Heribert Lülf vom Heimatverein nochmals intensiv mit der Geschichte der Juden in seinem Heimatdorf beschäftigen. Eine Geschichte, die von Emanzipation und Integration erzählt, aber auch von Ausgrenzung, Deportation und Verdrängung der Ereignisse.

Woher kamen die Juden, die sich ab 1820 im Dorf niederließen? Womit verdienten sie ihren Lebensunterhalt? Wo waren sie integriert, wo ausgeschlossen? Was ist über ihr Schicksal bekannt? Jetzt will man sich auf Spurensuche begeben. Wer weiß noch etwas über die jüdischen Mitbürger? Wer hat noch Fotos oder vielleicht sogar Erinnerungsgegenstände? Ansprechpartner vor Ort ist Friedhelm Brockhausen, Vorsitzender des Heimatvereins Havixbeck,  0 25 07/94 17, E-Mail: friedhelm.brockhausen@muenster.de.

Startseite
ANZEIGE