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Münsterlandschule unterstützt Flüchtlinge auf Lesbos

Kleine Freude in die Hölle bringen

Havixbeck

„Wir wollen helfen!“, war für die Schüler der Münsterlandschule in Tilbeck schnell klar. Im Unterricht hatten sie sich mit dem Thema Flüchtlinge beschäftigt. Jetzt schickten sie einen Lastwagen mit Hilfsgütern ins Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos.

Von Iris Bergmann

Mehr als 30 Europaletten mit Spenden für das Flüchtlingslager Moria auf Lesbos passten auf die Ladefläche des großen Lkw. Schülerinnen und Schüler der Münsterlandschule in Tilbeck hatten eifrig gesammelt und halfen beim Beladen. Mit im Bild Lehrerin Joumana Odeh (4. v. r.) und Dr. Tannaz Westerberg vom Verein NIMA‘s Münster (2. v. l.). Foto: Iris Bergmann

„Die Beschreibung ‚Hölle von Moria‘ trifft es wirklich“, antwortet Dr. Tannaz Westerberg vom Verein NIMA‘s Münster auf die Frage, wie es in dem großen Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos zugeht. Die Zahnärztin aus Münster weiß, wovon sie spricht. Sie war bereits zwei Mal dort, um zu helfen oder Spenden abzugeben. Unterstützung fand sie nun auch in den Schülerinnen und Schülern des fünften bis siebten Jahrgangs der Münsterlandschule in Tilbeck mit ihrer Lehrerin Joumana Odeh.

33 Europaletten voller Hilfsgüter

Diese hatten sich im Rahmen des Unterrichts mit dem Thema Flüchtlinge beschäftigt und unter anderem auch über Moria gesprochen. Schnell war klar: „Wir wollen helfen!“ So starteten die Schülerinnen und Schüler vor einiger Zeit eine Spendenaktion, die so erfolgreich verlief, dass am Mittwoch schließlich 33 Europaletten voller Hilfsgüter auf einen großen Lkw verladen werden konnten, der direkt von Tilbeck aus nach Lesbos startete.

Statt im Unterricht zu sitzen, packten die Jungen und Mädchen fleißig mit an und wuchteten die kleineren Kartons aus der großen Werkstatthalle neben dem Tilbecker Wasserturm zur Lkw-Ladefläche. Sowohl Lehrerin Joumana Odeh als auch Dr. Tannaz Westerberg halfen mit, und ihre Freude wuchs in dem Maße, wie sich die Ladefläche füllte.

In den Kartons befanden sich warme Winterkleidung, Kinderwagen, Matratzen, Decken, Babynahrung, Hygieneartikel, Windeln, aber auch Medikamente, die auf Lesbos, in diesem riesigen Lager mit etwa 5.000 Menschen, so dringend gebraucht werden.

Großes Engagement

Zusammengekommen sind die Sachen durch das große Engagement der Schülerinnen und Schüler. „Sie sind mit Flyern und Briefen losgezogen“, berichtet Joumana Odeh. „Und die Eltern haben das super unterstützt.“ Als der Freundes- und Bekanntenkreis abgegrast war, sind die Mädchen und Jungen sogar durch die Geschäfte gezogen. „Und auch da war die Resonanz groß“, freute sich Odeh.

Die Lehrerin war es, die den Kontakt zu Dr. Westerberg und ihrem Verein NIMA‘s herstellte. Die Zahnärztin hatte den Verein in Münster zur Bildungsförderung von sozial benachteiligten Kindern gegründet. Im Rahmen ihres ehrenamtlichen Engagements ist sie aber auch anderweitig unterwegs, war schon zwei Mal in dem griechischen Flüchtlingslager als Zahnärztin im Einsatz, kennt das Elend der Menschen dort.

Spenden werden gebraucht

Der Hilfskonvoi, der jetzt von Tilbeck aus startete, war bereits der dritte, den die Münsteranerin auf den Weg brachte. Gleichzeitig mit dem Tilbecker fährt auch noch ein Lkw aus Sprakel los. „Die Transportkosten dafür belaufen sich auf etwa 12.000 Euro“, erzählt sie. Der Verein erhält dafür finanzielle Unterstützung von der Refugee Foundation Köln. Trotzdem können die Aktiven jeden Euro an Spenden gut gebrauchen.

Etwa eine Woche wird der Transport unterwegs sein, bis er auf Lesbos ankommen wird und die Dinge von Kontaktpersonen verteilt werden. Alle Beteiligen hoffen, dass der Lkw nicht nur die Sachen, sondern auch ein klein wenig Freude zu den Menschen bringt.

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