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Bislang größter Einsatz für den THW-Ortsverband Havixbeck

Menschen mit Trinkwasser versorgt

Havixbeck

Für den THW-Ortsverband war es der bislang größte Einsatz in seiner 66-jährigen Geschichte. Über Wochen waren die Ehrenamtlichen in den von den verheerenden Überflutungen im Juli betroffenen Gebieten im Einsatz. Einer der Schwerpunkte war die Trinkwasserversorgung.

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Helfer des THW-Ortsverbands Havixbeck waren über Wochen in den von den Überflutungen stark betroffenen Gebieten im Einsatz. Unter anderem versorgten sie die Menschen in Hönningen mit Trinkwasser. Foto: THW

Das Technische Hilfswerk (THW) befindet sich seit mittlerweile zwei Monaten im Dauereinsatz. „Ein Kraftakt, der zu stemmen war und immer noch ist, nachdem Mitte Juli die verheerenden Starkregenfälle zahlreiche Überflutungen in Teilen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ausgelöst hatten“, berichtet Benedict Hülsken, Zugführer im THW-Ortsverband Havixbeck.

Trinkwassernetze beschädigt

Bereits im Juli unterstützte der THW-Ortsverband Havixbeck in einem zehntägigen Einsatz zusammen mit den Ortsverbänden Ibbenbüren und Lemgo die Trinkwasserverteilung in der Stadt Eschweiler, deren Trinkwassernetz durch die Überflutungen stark beschädigt worden war. Im Stadtgebiet wurden Dutzende 1000 Liter fassende Trinkwasserbehälter aufgestellt und täglich neu befüllt.

Zwei Tage nach der Rückkehr aus Eschweiler wurde der Ortsverband Havixbeck erneut als Unterstützung für den Ortsverband Ibbenbüren alarmiert und unter anderem mit der Führung der Einsatzstelle in der Gemeinde Hönningen im Ahrtal beauftragt.

Das geförderte Brunnenwasser bereitete das THW zu Trinkwasser auf. Foto: THW

„Auch hier übernahm das THW in Zusammenarbeit mit dem Wasserversorger die Trinkwasserversorgung für die betroffene Bevölkerung“, so Benedict Hülsken in einer Pressemitteilung des THW. „Da in diesem Einsatzgebiet die Trinkwasserzuleitungen durch die Fluten über mehrere Kilometer total zerstört worden waren, wurde vom Wasserversorger ein 59 Meter tiefer Brunnen gebohrt. Das Wasser wurde vom THW in mehreren Schritten aufbereitet, mit einer mobilen Trinkwasseraufbereitungsanlage filtriert und anschließend desinfiziert.“

Untersuchungen im mobilen Trinkwasserlabor

Das Trinkwassernetz der Gemeinde selbst war nur gering beschädigt. Hier konnten kurzfristige Reparaturarbeiten durch das THW und den Trinkwasserversorger durchgeführt werden, sodass die täglich rund 125 000 Liter produzierten Trinkwassers direkt vom THW in das vorhandene Leitungsnetz eingespeist werden konnten. „Die Qualität des Wassers wurde ständig in einem mitgeführten mobilen Trinkwasserlabor des THW untersucht“, berichtet Hülsken weiter. Der Trinkwasserversorger hat inzwischen kilometerlange provisorische Trinkwasserleitungen verlegt und in Betrieb genommen. Somit konnte der THW-Einsatz in Hönningen Ende der ersten Septemberwoche beendet werden.

Suche nach vermissten Personen

Parallel zu den Trinkwassereinsätzen der Bergungsgruppen wurde die Fachgruppe Ortung direkt nach der Flut zur Suche nach vermissten Personen in stark betroffenen Gebieten in NRW angefordert. Weitere Einsatzanforderungen galten der Erkundung von Schadensgebieten im Raum Bad Münstereifel. Ein weiterer Helfer unterstützte mehrere Male in den THW-Führungsstellen in Euskirchen und in Bad Münstereifel.

Helfer des THW unterstützten Mitarbeiter des Wasserversorgers bei den Leitungsreparaturen. Foto: THW

„Während der Flut-Einsätze unseres Ortsverbandes, die von Mitte Juli bis Anfang September andauerten, waren bis zu 16 Havixbecker Einsatzkräfte gleichzeitig vor Ort. Insgesamt unterstützten fast 40 Helfer das Einsatzgeschehen vor Ort und fünf weitere Helfer die Verwaltungsarbeit im Ortsverband“, erläutert Benedict Hülsken. Immer wieder wurden während des wochenlangen Einsatzes die Kräfte ausgetauscht, um die Helfer nicht zu überlasten und auch im Einklang mit den Arbeitgebern und Familien zu verbleiben.

THW-Einsatz dauert weiter an

Wie lange der Einsatz für das THW allgemein noch andauern wird, ist derzeit unklar, jedoch wird noch mit einigen Wochen oder auch mit Monaten gerechnet. „Ob wir vom THW-Ortsverband Havixbeck noch einmal in diesen Einsatz gerufen werden, ist derzeit nicht bekannt“, so Benedict Hülsken. „Dies hängt von den vor Ort benötigten Funktionen beziehungsweise Arbeiten ab.“ Bisher leisteten die Havixbecker Einsatzkräfte mehr als 10 000 Einsatzstunden. „Der größte Einsatz in der Geschichte des mittlerweile 66 Jahre alten Ortsverbandes Havixbeck. Das steht jetzt schon fest“, resümiert der Zugführer.

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