1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Havixbeck
  6. >
  7. Mit Mut und Verantwortungsbewusstsein

  8. >

Bauernhofprojekt der AWO-Kita Plaggenesch

Mit Mut und Verantwortungsbewusstsein

Havixbeck

Nach einer langen Zeit mit coronabedingten Einschränkungen sehnten sich die Kinder und das Erzieher-Team der AWO-Kita Plaggenesch nach Abwechslung. Da kam das Bauernhof-Projekt gerade recht.

Bei dem Bauernhofprojekt der AWO-Kita Plaggenesch kommen die Mädchen und Jungen in Berührung mit vielen Tieren. Hier führt Mila das Pony Youri. Foto: AWO-Kita Plaggenesch

15 Monate Corona – das ist für ein Drittel der Kindergartenkinder fast ihr halbes Leben, für alle anderen war es einfach eine sehr lange Zeit. Vieles, was zum Schutz gegen Corona an Maßnahmen ergriffen wurde, ist für die Kleinen zur Normalität geworden wie das Distanzhalten zu anderen. Als der eingeschränkte Regelbetrieb der Kitas im Juni aufgehoben wurde und damit auch die Betreuung in festen Gruppen, konnten die Kinder endlich wieder mit den Freundinnen und Freunden aus der anderen Gruppe spielen.

Glauben konnten sie das zunächst fast nicht, schreibt die AWO-Kita Plaggenesch in einer Pressemitteilung. „Dürfen wir wirklich zu den anderen rübergehen?“, fragten sie verwundert. Bis dahin trennte ein Absperrband den Spielplatz der Kindertageseinrichtung in zwei Bereiche. Dieses wurde mit Wiederaufnahme des Regelbetriebs zur großen Freude aller feierlich durchgeschnitten.

Nachhaltige Erlebnisse

Die Erzieherinnen und Erzieher der AWO-Kita Plaggenesch wollten den Kindern nach der langen Zeit der Einschränkungen etwas Besonderes bieten und waren sich einig: „Wir brauchen etwas richtig Schönes für die Kinder, ein tolles nachhaltiges Erlebnis.“ Die Idee: „Sobald die Corona-Schutzmaßnahmen es erlauben, besuchen wir einen Bauernhof.“

Endlich war es soweit. Das Bauernhofprojekt konnte starten. „In einem ersten Schritt haben wir Kontakt zu Familie Lefert aufgenommen, die Hühner vermietet samt Stall und Futter“, berichtet Kitaleitung Elke Pelster. Vier Hühner sind jetzt für drei Wochen zu Besuch in der Kita. Namen haben sie auch schon bekommen: Sie heißen nun Lieselotte, Käthe, Rosi und Huhn. Die Kinder haben die Aufgabe, sie zu versorgen. Diese Aufgabe ist den Kindern selbst so wichtig, dass die vierjährige Marla kurzerhand ihren Urlaub absagte, weil sie lieber in die Kita kam.

Stärkung es Selbstwertgefühls

„An solchen Aufgaben wachsen Kinder“, beobachtet Elke Pelster. „Es stärkt ihr Selbstwertgefühl, wenn sie Tiere versorgen, dann können sie sich als wichtig empfinden.“ Live zu erleben, wo die Lebensmittel herkommen, ist ebenfalls spannend für die Kinder. Jeden Morgen dürfen sie die Eier aus dem Nest holen und sie am nächsten Tag kochen und essen. Ein beeindruckendes Erlebnis.

Zum Abschluss des Projekts verbringt jede Kita-Gruppe einen Tag auf dem Bauernhof der Familie Weiß. Hier können die Kinder die Tiere streicheln, putzen, führen, füttern und die schönen Momente bewahren. So wie die vierjährige Clara, die freudestrahlend und sichtlich stolz berichtet: „Ich muss unbedingt Mama erzählen, dass ich hier keine Angst habe und den großen Hofhund gestreichelt habe.“

Startseite
ANZEIGE