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„Die Judenbuche“ in drei Inszenierungen

Neue Lesarten eines Literaturklassikers

Havixbeck

„Die Judenbuche“ ist der bekannteste Text von Annette von Droste-Hülshoff und setzt sich mit Fragen auseinander, die auch heute noch existent sind. Drei unterschiedliche Inszenierungen zeigen in diesem Jahr unterschiedliche Lesarten auf.

Das Rimini-Protokoll ist ein Projekt von Helgard Haug (l.) und Daniel Wetzel. Foto: Hanna Lippmann

Anlässlich des Droste-Jahres 2022 bringt Burg Hülshoff – Center for Literature (CfL) drei Inszenierungen des bekannten Textes „Die Judenbuche“ heraus. Es inszenieren das renommierte Theaterkollektiv Rimini Protokoll (Haug/Wetzel), Miriam Michel und Rasmus Nordholt-Frieling von der nordrhein-westfälischen Performance-Kompanie Dorisdean und der Künstler Daniel Laufer. Die Inszenierungen sind Teil des zweijährigen Projekts „Mit den Gespenstern leben (haunting|heritage)“, das sich mit Annette von Droste-Hülshoffs Leben und Werk auseinandersetzt und sich mit der Frage befasst, wie ein nationales kulturelles Erbe in einer zunehmend diversen Gesellschaft neu gelesen und verstanden werden kann.

Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) ist eine der bedeutendsten Dichterinnen Deutschlands, „Die Judenbuche“ (1842) ihr bekanntester Text – ein Klassiker der Weltliteratur. „Die Judenbuche“ ist ein komplexer Text, gleichermaßen Kriminalroman und Milieustudie der westfälischen Gesellschaft, in dem die Autorin Fragen der Ökologie, des Rechts, des Sozialen und der Religion zu einer dichten Erzählung verquickt.

Diese ganz gegenwärtigen Diskurse sind Ausgangspunkte für die sehr unterschiedlichen Inszenierungen: eine Kopfhörer-Lesung von Dorisdean, eine Video-Arbeit von Daniel Laufer und eine Arbeit mit Stimmen von Experten des Alltags vom Rimini Protokoll. Mit den drei performativen Arbeiten eröffnet das CfL seinem Publikum die Möglichkeit, die Vielschichtigkeit des Droste-Textes und verschiedene Lesarten zu erleben.

Weltweiter Bekanntheitsgrad

Rimini Protokoll ist eines der bekanntesten Regiekollektive weltweit. Seit über 20 Jahren entwickeln Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel Bühnenstücke, Interventionen, szenische Installationen und Hörspiele. Sie arbeiten oft mit Experten zusammen, die ihr Wissen und Können jenseits des Theaters erprobt haben. Viele ihrer Arbeiten zeichnen sich durch Interaktivität und einen spielerischen Umgang mit Technik aus. Die Judenbuche ist Basis für eine neue Recherche und Arbeit von Helgard Haug und Daniel Wetzel.

Dorisdean ist eine Performance-Kompanie aus NRW, die aus Darstellern mit unterschiedlichen Körperlichkeiten besteht. Seit 2011 erarbeitet sie Performances zu Fragen des menschlichen Zusammenlebens, der Kommunikation und des Unbehagens. Mittels interdisziplinärer Verfahren aus Musik, Tanz und Performance lotet die Kompanie Verunsicherung und Achtsamkeit aus. Die Adaption von „Die Judenbuche“ inszenieren Miriam Michel und Rasmus Nordholt-Frieling.

Premiere am 22. April

Der Berliner Künstler Daniel Laufer arbeitet mit Film, Text, Installation und Malerei. Seine Arbeiten wurden weltweit ausgestellt. Derzeit ist er Kurator der Künstlerförderung DAGESH des Ernst-Ludwig-Ehrlich-Studienwerks, das jüdische Künstler fördert.

Die Premiere von „Ich höre Stimmen – Remote Reading zu ,Die Judenbuche’“ von Dorisdean findet am 22. April (Freitag) statt. Die Installation des Rimini Protokolls wird am 2. September (Freitag) eröffnet, die Videoarbeit von Daniel Laufer (in Kooperation mit Litfilms Literatur Film Festival Münster) am 23. September (Freitag).

Projekt „Mit den Gespenstern leben (haunting|heritage)“

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