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Bürgermeister Jörn Möltgen zu Gast bei KulturGUT

Neue Perspektiven für die Kulturarbeit

Havixbeck

Wie kann es mit dem Baumberger-Sandstein-Museum als Veranstaltungsort weitergehen? Das war eine zentrale Frage beim Jour fixe des Vereins KulturGUT mit Bürgermeister Jörn Möltgen.

Vorsitzende Andrea Toloczyki (M.) und ihre Stellvertreterin Birgit Engel-Bangen begrüßten Bürgermeister Jörn Möltgen zum Jour fixe über die Zukunft der Kulturarbeit in Havixbeck. Foto: KulturGUT Havixbeck

Auf Einladung von KulturGUT nahm Bürgermeister Jörn Möltgen beim öffentlichen Jour fixe des Vereins Stellung zu den Überlegungen der Gemeinde, wie die Kulturarbeit in Havixbeck unterstützt werden kann.

Natürlich wäre es wünschenswert, eine hauptamtliche Koordinationsstelle einzurichten, bei der viele Fäden zusammenlaufen, wie das auch in anderen Gemeinden erfolgreich praktiziert wird, erklärte Möltgen. Die finanzielle Situation der Kommunen sei jedoch durch die Belastungen der Corona-Krise so hoch, dass andere Aufgaben aus der Infrastruktur Vorrang hätten.

Koordinationsstelle wünschenswert

Auf der anderen Seite seien die seit vielen Jahren geführten Diskussionen um eine neue Nutzung des Baumberger-Sandstein-Museums als vielfältiger kultureller Veranstaltungsort in einer Sackgasse angelangt, heißt es in einer Pressemitteilung von KulturGUT. Das ursprüngliche Finanzierungskonzept für einen großen Wurf zur Neugestaltung der Museumsbauten hielt laut Möltgen einer nachträglichen Überprüfung nicht stand. Aber auch die Vorschläge des Arbeitskreises Sandsteinmuseum seien keine ausreichende Grundlage, dem Rabertshof eine wirkliche Chance zu einer neuen Entwicklung zu geben, da laut dem letzten vom Rat mehrheitlich verabschiedeten Entwurf einer Benutzerordnung „Abendveranstaltungen jeglicher Art bis 21.30 Uhr beendet zu sein haben“. „Auf dieser Basis ist die Durchführung von Kulturveranstaltung sehr schwierig“, so die Einschätzung des Bürgermeisters.

Deshalb müsse hier ein neuer Ansatz her, wenn die immer noch in Aussicht gestellten Fördergelder in Höhe von einer Million Euro, die bis Anfang 2022 beantragt werden müssen, nicht endgültig verpasst werden sollen.

Fördergelder nicht verfallen lassen

Die Bedarfsanalyse, die die Gemeinde bei über 100 Vereinen abgefragt hat (30 Vereine haben geantwortet), habe gezeigt, dass es sehr wohl einen großen Bedarf für einen Veranstaltungsort für 20 bis 100 Personen gibt, berichtete der Bürgermeister.

Ganz neu sind nun die Überlegungen der Gemeinde, diesen Bedarf zu verknüpfen mit der dringenden Notwendigkeit, für die Verwaltungsarbeit neue Räumlichkeiten zu schaffen, um die hohen externen Mietkosten dauerhaft zu senken. Dem Bürgermeister ist hierzu ein entsprechender Prüfauftrag aus der Politik angekündigt worden.

Eins steht aber auf jeden Fall fest: Die Durchfahrtsscheune im Museum muss aus baulichen Gründen saniert werden, wenn sie erhalten werden soll. Im Zuge dieser Sanierung könnte ein neuer Raum entstehen, der zusätzlich als Veranstaltungsort genutzt werden kann, der den Bedürfnissen vieler Vereine entspricht. Ob es Konzerte in kleiner Besetzung sind, Theatervorstellungen, Lesungen oder Filmabende. „Sicher sollten auch die Interessen der Anwohner mit berücksichtigt werden. Aber hier muss es wohl auf beiden Seiten Bewegung geben“, heißt es in der Pressemitteilung. „Ein attraktiver Standort kann dann auch ein Anziehungspunkt für Kooperationspartner sein, neue Angebote für Havixbeck zu entwickeln.“

„Kultur ist ein ‚Must-have‘“

Kultur kann nicht, wie es ein Teilnehmer sagte, nur als „Nice-to-have“ für eine Gemeinde wie Havixbeck funktionieren, Kultur sei ein „Must-have“, das die Gemeinde auch finanziell und politisch unterstützen müsse, wenn sie nicht nur in der Einwohnerzahl wachsen will, sondern auch kulturell den Menschen Heimat geben will.

„Ich fand das Gespräch sehr konstruktiv“, lautete das Fazit von Hubert Bergmoser (KulturGUT). Der Austausch mit dem Bürgermeister habe zu einem besseren Verständnis beigetragen. „Das ist nun eine neue Ausgangsbasis für die Zusammenarbeit. Ich habe das Gefühl, dass wieder Bewegung in eine festgefahrene Situation gekommen ist“, so Bergmoser in Bezug auf die bereits seit Längerem geführte Diskussion, was insbesondere im Sandsteinmuseum künftig an Veranstaltungen möglich ist.

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