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Umweltausschuss berät über Fahrradabstellanlage

Offene Fragen zur „Leezenbox“

Havixbeck

Über das Mobilitätskonzept wurde nicht gesprochen, weil Grüne und SPD noch Beratungsbedarf haben. Stattdessen rückte im Umweltausschuss die geplante Fahrradabstellanlage am Bahnhof in die Diskussion.

Von Kerstin Adass

Eine gesicherte Fahrradabstellanlage – hier ein Beispiel vom Bahnhof in Appelhülsen – soll auch am Havixbecker Bahnhof eingerichtet werden. Im Umweltausschuss gab es dafür eine knappe Mehrheit, die endgültige Entscheidung fällt im Rat. Foto: WN-Archiv/Frank Vogel

Nicht wenige Havixbeckerinnen und Havixbecker kommen mit dem Fahrrad zum Bahnhof. Um das Abstellen der Räder sicherer zu gestalten, möchte die Gemeinde eine „Bike and Ride“-Anlage installieren. Über die Ausschreibung dieser gesicherten Fahrradab­stellanlage mit circa 60 Stellplätzen diskutierte am Donnerstagabend der Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz, Mobilität, Energie und Nachhaltigkeit.

Ausschussvorsitzender Dirk Eikmeyer (Grüne) leitete den Tagesordnungspunkt mit der zentralen Frage ein: „Wie soll eine solche Anlage, die ja neu für Havixbeck ist, gestaltet und bewirtschaftet werden?“ Fachbereichsleiterin Anne Brodkorb hatte einen Nutzungs- und Ausstattungsrahmen für die „Leezenbox“ ausgearbeitet und stellte diesen den Ausschussmitgliedern vor.

Bei Förderung keine Mietgebühren

Man dürfe, so Brodkorb, keine Mietgebühren für die Fahrradstellplätze erheben. Denn die kostenfreie Nutzung sei eine Bedingung, um Fördermittel für die Anlage zu erhalten. Trotzdem gaben CDU und Grüne zu bedenken, dass die Verbindlichkeit durch einen Kostenbeitrag steige, ganz nach dem Motto: „Was nichts kostet, ist auch nichts wert.“

Bisher ist geplant, dass „Leezenbox“-Nutzer ihre Chipkarte für das Türschloss gegen eine einmalige Pfandgebühr in Höhe von 30 Euro erhalten. „Wir hätten gerne eine App gehabt“, sagte Anne Brodkorb. Aber es sei nicht genug Zeit gewesen, um eine passende zu finden. Die Umstellung, ergänzte sie, werde aber in Zukunft sicherlich möglich sein.

Weiter ging es darum, wie eine möglichst hohe Auslastung der Fahrradabstellanlage erreicht werden kann. Wenn ein Fahrrad über Wochen einen Stellplatz blockiert, ohne bewegt zu werden, soll die Gemeinde dieses entfernen und zum Bauhof bringen dürfen, wo es dann vom Besitzer wieder eingesammelt werden kann. Außerdem werden nicht genutzte Schlüsselkarten nach vier Wochen deaktiviert, können aber auf Antrag bei der Gemeinde wieder entsperrt werden.

Wie mit den Schlüsselkarten umgehen?

Man solle, so die Meinung im Umweltausschuss, mehr Schlüsselkarten ausgeben als Stellplätze vorhanden sind. Wie genau die Vergabe funktionieren soll, ist noch nicht geklärt. Hubertus Spüntrup (CDU) möchte aktive Pendler priorisieren: „Es sollen diejenigen eine solche Karte bekommen, die die Box viel und auch langfristig nutzen.“ Für die CDU blieben noch zu viele Fragen über die genaue Ausgestaltung des Projekts offen, weshalb sie gemeinsam mit der FDP eine Ausschreibung der Maßnahme zum jetzigen Zeitpunkt ablehnten. Gegen die sechs Nein-Stimmen setzten sich Grüne und SPD mit sieben Ja-Stimmen durch. Das Thema wird noch im Bauausschuss sowie im Haupt- und Finanzausschuss beraten, ehe im Gemeinderat die endgültige Entscheidung fällt.

Anne Brodkorb bat darum, sich nicht schon bei der Planung die schlimmstmöglichen Szenarien auszumalen: „Wir wollen da erstmal positiv rangehen und beobachten, ob nicht vielleicht doch alles klappt.“

Eigentlich sollte in der Sitzung auch das neue Mobilitätskonzept zur Sprache kommen (wir berichteten). Doch Grüne und SPD baten darum, diesen Punkt von der Tagesordnung abzusetzen, um noch mehr Beratungszeit zu bekommen. Der Antrag auf Verschiebung wurde einstimmig angenommen und das Mobilitätskonzept auf die nächste Sitzungsrunde vertagt.

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