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Windkraftanlagen in Herkentrup

„Rücksichtsloses Vorgehen der Grünen und der SPD“

Hohenholte

Mit großer Betroffenheit haben Anwohner in Herkentrup auf den Empfehlungsbeschluss des Bauausschusses reagiert, das gemeindliche Einvernehmen zum Bau von drei Windkraftanlagen zu erteilen.

wn

Die Anlieger wollen die geplanten Windräder in Herkentrup verhindern. Unser Archivbild zeigt eine Windkraftanlage in der Nähe von Burg Hülshoff. Foto: Klaus de Carné

Im Bauausschuss wurde mit der Mehrheit der Grünen und der SPD der Empfehlungsbeschluss an den Rat gefasst, den bestehenden Flächennutzungsplan zur Windenergie aufzuheben und das gemeindliche Einvernehmen zu drei Windkraftanlagen mit 200 Metern Höhe im Landschaftsschutzgebiet vor Hohenholte zu erteilen.

Die von diesen Planungen betroffenen Familien äußern sich in einer Pressemitteilung schockiert. „Der von purer Ideologie getriebene Beschluss zeigt, dass die Grünen mit ihrem neuen Bürgermeister und die SPD gewillt sind, die Gesundheit der von diesen monströsen Industrieanlagen betroffenen Familien zu opfern“, so Heinrich Hönemann, der mit seiner Frau Britta in unmittelbarer Nähe zu den geplanten Kraftwerken lebt.

Hubert Veelker, einer der von diesem Vorhaben am stärksten betroffenen Anwohner, ergänzt: „Wir fühlen uns als Menschen zweiter Klasse. Wir sollen hier in etwa 500 Metern Abstand zu den drei Kraftwerken ausharren, deren Flügelspitzen mit 350 Stundenkilometern in Richtung unseres Hofes rasen.“ Seitens der Grünen sei der zynische Ratschlag erfolgt, dann doch wegzuziehen. „Wir leben hier mit drei Generationen und möchten unseren Kindern auch weiterhin ein gesundes und lebenswertes Zuhause bieten.“

Franz Schulze Schleithoff, Leiter des Ponyhofs Schleithoff, pflichtet bei: „Man kann doch dieses für die Erholung so wichtige Gebiet nicht einfach zerstören! Seit mehr als 50 Jahren bietet unsere Familie hier Ausritte und nachhaltigen Landurlaub mit mehreren tausend Übernachtungen jährlich an. Wer glaubt denn ernsthaft, dass diese Erholungssuchenden beim Anblick solcher Industriebauten uns hier in Havixbeck die Treue halten werden?“

„Wir wehren uns gegen das rücksichtslose Vorgehen der Grünen, der SPD und von Bürgermeister Möltgen“, sagt Gabriele Schleiner vom Schleinershof. Seitens der Grünen, sagt sie, sei schon geäußert worden, dass Opfer gebracht werden müssten. „Wir aber wollen keine sinnlosen Opfer bringen, die die Gesundheit unserer Familien aufs Spiel setzen.“

Heinrich Schleiner ergänzt: „Die geplanten Kraftwerke sind höher als der Kölner Dom. Die von ihnen ausgehenden pulsierenden Druckwellen führen zu Gesundheitsschäden und werden von vielen Medizinern sehr ernst genommen. Solch tieffrequenter Infraschall wird seit Urzeiten unbewusst als Alarmsignal regis­triert und führt zu Dauerstress mit erhöhtem Erkrankungspotenzial. Sollte sich herausstellen, dass wir durch den Anlagenbetrieb erkranken, werden wir alle Personen, die entgegen besseren Wissens für den Bau dieser Anlagen verantwortlich sind, auf Schadensersatz verklagen. Es geht um die Gefährdung unserer Lebensgrundlagen und die Existenz einer ganzen Reihe von Familienbetrieben.“

„Die Bezirksregierung erklärt aktuell, dass der bestehende Flächennutzungsplan wirksam ist und einem Einvernehmen sogar entgegensteht. Ohne Not und einzig aus Gründen einer vermeintlich grünen Ideologie soll dieser Plan aufgegeben und der Verspargelung von ganz Havixbeck Tür und Tor geöffnet werden“, sagt Jens Hollenhorst, der, wie er sagt, mit seiner Familie in der Hauptzone der zu erwartenden enormen Kraftwerks-Windschleppen leben müsste. „Die Genehmigungsanträge sind bis heute ganz offensichtlich unvollständig, und trotzdem baut der Bürgermeister anhand möglicher Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe eine Drohkulisse auf“, so Wilfried Frandrup-Lammertmann aus Herkentrup. „Wir appellieren an den Landrat als letzte Entscheidungsinstanz, nicht noch wenige Wochen vor Einführung des 1000-Meter-Mindestabstands in NRW derart monströse Anlagen nur 900 Meter vor Hohenholte zu genehmigen.“

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