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Lydia Mächler gestaltet erste Ausstellung in neuer Galerie

„Schrill und Still“ durchstarten

Havixbeck/Einen

Genug Zeit zum Üben habe Lydia Mächler während der Corona-Pandemie gehabt. Im September können sich Kunstinteressierte ansehen, was dabei herausgekommen ist. In der neu eröffneten „Galerie B die II.“ in Einen stellt sie ihre Werke unter dem Titel „Schrill und Still“ aus.

Von Peter Sauer

Künstlerin Lydia Mächler (l.) und Kunstvermittlerin und Galeristin Hedwig Sölter-Bolte Foto: Peter Sauer

Eigentlich wollte Hedwig Sölter-Bolte ihre „Galerie B die II.“ nach erfolgreichen Jahren in Rinkerode und im Warendorfer-Ostbezirk am neuen Standort am ländlichen Ortsrand von Einen schon im März 2020 eröffnen. „Doch dann kam die Pandemie, absoluter Stillstand und die große lange Pause“, sagt Kunstvermittlerin Hedwig Sölter-Bolte im Gespräch mit dieser Zeitung.

Durch die besseren Inzidenz-Zahlen kann sie die Eröffnung nun endlich nachholen. Die Havixbecker Künstlerin Lydia Mächler zeigt in der ersten Ausstellung der Galerie, „Schrill und Still“, rund 15 ihrer neuen großformatigen Werke. Voller Anmut, Tiefe und Sinnlichkeit sind ihre namenlosen Frauenporträts in verschiedenen Stimmungslagen. Was sie eint sind ihr famoser stiller Ausdruck mit magisch anziehenden Augen. Diese direkte Ästhetik und Reinheit des gemalten Augenblicks bricht Lydia Mächler aber auf, indem sie Linien, Risse, Kratzer oder Lichtfelder einbaut – wie im richtigen Leben auch manch schöner Schein vom wahren Sein konterkariert wird.

Eruptiv und assoziativ: Voller Farbkraft sind diese Bilder von Lydia Mächler (Ausschnitt von drei Großformaten). Foto: Peter Sauer

Eine weitere Stärke liegt in dem spannenden Wechselspiel zwischen Darstellung und Material. Mächler malt mit Kohle auf Leinwand, mit Serpentin fixiert und mit transparenter Ölfarbe übermalt (um den brillanten Sepiaeffekt zu erzielen) oder nur mit Acryl, dann direkt auf Leinwand oder auf Holz.

Die Herstellung dieser Bilder ist ein langwieriger Prozess. Ein Frauenporträt braucht schon mal fünf Wochen. „Ich habe durch die Corona-Pandemie genug Zeit gehabt zum Üben“, sagt Lydia Mächler mit einem Augenzwinkern.

Eruptive Farb-Kraftwerke

Den zweiten Teil der Ausstellung bestreiten farbexplosive abstrakte Großformate voller schriller Leucht- und Assoziationskraft. Bereits vor Ausstellungsbeginn hat eine Hautarztpraxis in Ahlen einen Teil dieser energetischen Bilder für ihre Räume gekauft. Wohl auch, weil sie wunderbar ablenken vom Grau des Alltags.

Die Vernissage von „Schrill und Still“ ist am 25. September (Sonntag) von 11 bis 17 Uhr. Weitere Ausstellungstermine zur gleichen Zeit sind am 2. und 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit) – immer in Anwesenheit der Künstlerin. Bei Bedarf richten wir weitere Ausstellungs-Event-Tage ein“, sagt Hedwig Sölter-Bolte.

Sie betreut zahlreiche Künstlerinnen und Künstler aus der Region. „Für die kreativen Kunstschaffenden war es schwierig, dass sie ihre Werke nicht ausstellen oder verkaufen konnten. Es fehlte das wichtige Feedback. Mein Künstlerstamm ist zwar erhalten geblieben, alle hatten aber heftige Umsatzeinbußen.“

Die Möglichkeit, wieder Kunst präsentieren zu können – das macht nicht nur Sölter-Bolte und ihren großen Stamm an Künstlern glücklich, sondern insbesondere auch Lydia Mächler, die nun endlich das zeigen kann, was sie während der Pandemiezeit in ihrem Gartenatelier auf Leinwand und Holz gezaubert hat.

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