Konzert-Lesung auf Haus Stapel

Seelische Gesundung in der Abendsonne

Havixbeck

In Liegestühlen machten es sich die Besucher im Innenhof des Hauses Stapel bequem, um unter freiem Himmel einer Konzert-Lesung zu lauschen. Gewidmet war das Programm den Geschwistern Felix und Fanny Mendelssohn.

Erhard Obermeyer

Die Akteure der Veranstaltung auf Haus Stapel: (v.l.) Schlossbesitzerin Mechthild Freifrau Raitz von Frentz, Pianistin Nadja Bulatovic, Prof. Dr. Ute Büchter-Römer und die Vorsitzende des Ortskuratoriums der Denkmalstiftung, Sigrid Karliczek. Foto: Erhard Obermeyer

Das war eine außergewöhnliche Konzert-Lesung im Konzertsaal unter freiem Himmel: Es war der Innenhof von Haus Stapel bei Havixbeck. Gut gefüllt mit Besuchern, auch mit Liegestühlen – „gut zum Knabbern“. Veranstalter war das Ortskuratorium der Denkmalstiftung, deren Vorsitzende Sigrid Karliczek betonte, dass dies die einzige Veranstaltung in Corona-Zeiten sei. Sie diene der seelischen Gesundung.

Zuvor hatte die Schlossbesitzerin, Mechthild Freifrau Raitz von Frentz, die Versammlung begrüßt: „Es ist mir eine Ehre und Freude zugleich, hierfür den Schlosshof zur Verfügung zu stellen“. Sie zeigte sich dankbar für die Unterstützung der Denkmalstiftung bei der Restaurierung des Schlosses. Jüngstes Beispiel dafür ist der Uhrenturm über der Einfahrt, der an diesem Nachmittag in der Abendsonne glänzte.

Außergewöhnlich war auch das Programm, das sich den Geschwistern Felix und Fanny Mendelssohn widmete, mit Musik der beiden Hochbegabten, die die Pianistin Nadja Bulatovic kunstvoll auf dem E-Piano zauberte. Die Zuhörer waren überrascht, dass die Musik klang wie in einem geschlossenen Konzertsaal.

Dazwischen bestritt Professor Dr. Ute Büchter-Römer den Leseteil mit Rezitationen aus den zahlreichen Briefen der Mendelssohn-Geschwister, die gegenseitig intensiven Anteil nahmen an den Kompositionen. Zwischendurch gab es Informationen, dass Felix in Leipzig die erste Musikhochschule in Deutschland gründete und dass er die Matthäuspassion von Bach wieder aufführte. Die Idee sich den Mendelssohn-Geschwistern zu widmen stammte übrigens von dem Duo Büchter-Römer und Bulatovic.

Der Eintritt frei, Sigrid Karliczek hoffte aber auf Spendern für die Denkmalstiftung, für die es auch eine großartige Werbung war. Über 2000 Euro kamen auf diese Weise für Projekte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zusammen.

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