1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Havixbeck
  6. >
  7. Situation war gut zu bewältigen

  8. >

Update: Schwerer Wintereinbruch in Havixbeck

Situation war gut zu bewältigen

Havixbeck

Die Havixbecker Feuerwehr hat am Abend ein positives Fazit des bisherigen Einsatztages gezogen. Die Wehr wechselte am Abend in den regulären Alarmierungsmodus über.

Ludger Warnke

Die Feuerwehr Havixbeck rückte am Sonntag zu mehreren Hilfeleistungen aus. Unter anderem wurden Carports, die durch die Schneelast einzustürzen drohten, vom Schnee befreit. Foto: Feuerwehr Havixbeck

Weitaus weniger schlimm als erwartet entwickelte sich am Sonntag die extreme Schneewetterlage für die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr und des Technischen Hilfswerkes (THW). „Wir sind froh, dass wir nur zu kleineren Hilfeleistungen ausrücken mussten“, bilanzierte Ingo Spindeldreier von der Havixbecker Feuerwehr am Abend. Die Freiwillige Feuerwehr mit ihren Einsatzkräften aus Havixbeck und Hohenholte, die am Sonntag seit 6 Uhr vor Ort in den Gerätehäusern in Bereitschaft war, hob am Sonntagabend um 18.30 Uhr diese Bereitschaft auf und wechselte in den regulären Alarmierungsmodus über.

Die extreme Schneewetterlage hatte auch Havixbeck und Hohenholte fest im Griff. Der anhaltende Schneefall und die starken Windböen sorgten für kräftige Schneeverwehungen. Der Räumdienst der Gemeinde war gleichsam im Dauereinsatz, konnte aber natürlich nicht alle Straßen und Wege gleichzeitig räumen. Bürgermeister Jörn Möltgen bat die Menschen in Havixbeck und Hohenholte um Geduld (siehe weiteren Bericht).

Geduld brauchten auch die Autofahrer. Vielerorts mussten sie ihre Fahrzeuge regelrecht aus den Schneeverwehungen ausgraben. Zudem waren in den Baumbergen gleich mehrere Straßen wegen der Schneemengen kaum noch passierbar. Unter anderem kam es zur Sperrung der L 874 zwischen Nottuln und Havixbeck. Zu Ausfällen kam es auch im Bahnverkehr, der Busverkehr wurde vorübergehend eingestellt.

In der extremen Schnee-Wetterlage konnten Feuerwehr und THW wichtige und schnelle Hilfe leisten. Unter anderem holte die Feuerwehr vom Krankenhaus in Nottuln ein wichtiges Medikament, das ein Pflegedienst für einen Patienten brauchte, berichtete Ingo Spindelndreier.

Die Feuerwehrleute aus Havixbeck und Hohenholte befanden sich seit Sonntagmorgen, 6 Uhr, in erhöhter Einsatzbereitschaft vor Ort in den Feuerwehrgerätehäusern, da Kreisbrandmeister Christof Nolte den Ausnahmezustand für den Kreis Coesfeld ausgerufen hatte. Früh am morgen mussten die Wehrleute zunächst auch ihr eigenes Gerätehaus und die Rettungswache vom Schnee befreien. „Erfreulicherweise sind unsere Feuerwehrleute aus den Bauerschaften mit ihren Schleppern gekommen und haben mitgeholfen, den Schnee zu räumen“, berichtete die Feuerwehr.

Hielten sich anfangs rund 40 Feuerwehrleute vor Ort in Bereitschaft, konnte diese Zahl gegen Mittag auf 25 reduziert werden. Schwerpunktmäßig unterstütze die Feuerwehr vor allem mobile Pflegedienste und den Rettungsdienst. So fuhr die Havixbecker Wehr unter anderem einen Notarzt durch den Schnee zum Einsatz.

Ein anderer Einsatz galt dem Marienstift Droste zu Hülshoff in der Ortsmitte. Das Pflegeheim war so stark zugeschneit bzw. von hohen Schneeverwehungen umgeben, dass ein herbeigerufener Rettungswagen nicht vor das Gebäude fahren konnte. Die Feuerwehr räumte daher mit Hilfe von Schleppern den Schnee weg, sodass der Rettungsdienst seiner Arbeit nachgehen konnte.

In anderen Fällen halfen die Wehrleute Autofahrern, die sich mit ihren Fahrzeugen festgefahren hatten. Am späten Nachmittag kam es auch zu mehreren Einsätzen, in denen die Feuerwehr Carports von der Schneelast befreite. Durch den anhaltenden Schneefall hatte sich so viel Schnee auf den Dächern angesammelt, dass aufgrund des Gewichts ein Einsturz drohte.

Zusätzlich fuhr die Feuerwehr die Hauptzufahrtsstraßen zu den Wohngebieten ab. „Es geht uns darum, einen Überblick über die Lage zu bekommen, auch für eventuell noch kommende Einsätze in der Nacht“, erläuterte Spindelndreier.

Dass die Situation insgesamt gut zu bewältigen war, lag auch am Verhalten der Bürger. Viele hätten die Autos stehen gelassen, seien nur zu Fuß unterwegs gewesen oder gleich ganz zu Hause geblieben, lobte die Wehr.

Viel Lob erhielt am Sonntag aber auch die Feuerwehr selbst. In den digitalen Medien oder auch bei der direkten Begegnung im Ort sprachen Bürgerinnen und Bürger die Feuerwehrleute an und dankten ihnen für die Hilfe.

„Wir haben uns sehr über dieses Lob und die darin zum Ausdruck kommende Wertschätzung gefreut. Das motiviert noch einmal mehr“, dankte Spindelndreier. Man dürfe nicht vergessen, dass die Havixbecker und Hohenholter Feuerwehrleute ehrenamtlich für die Menschen ihren Dienst versehen.

Insgesamt zog die Feuerwehr am Abend ein positives Fazit des Tages. Man habe durch das THW eine gute Unterstützung gehabt, alles habe gut geklappt.

Nun heißt es abwarten, wie sich die Wetterlage weiter entwickeln wird. Der Blick der Feuerwehr geht schon in die Zukunft, wenn irgendwann das Tauwetter einsetzen wird und angesichts der Schneemassen mit viel Wasser zu rechnen ist.

Startseite