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Renaturierung der Münsterischen Aa

Sogar der Fischotter darf wiederkommen

Hohenholte

Die Renaturierung der Münsterischen Aa bei Hohenholte ist abgeschlossen. Auf gut sechs Hektar Fläche ist eine Auenlandschaft geschaffen worden, die von der Tier- und Pflanzenwelt inzwischen erobert wird.

Von Michael Hagel

Es ist vollbracht: Die Projektbeteiligten vor dem renaturierten Stück Münsterische Aa bei Hohenholte. Foto: Michael Hagel

Außergewöhnlich klar fließt das Wasser der Münsterischen Aa an der Grenze zwischen Hohenholte und Altenberge durch ihr neu geschaffenes Bett. Kleine Stichlings-Schulen schwimmen durch das Bächlein. Baumsetzlinge treiben erste Blätter aus. Hier, an der Nahtstelle der Kreise Coesfeld und Steinfurt, entsteht in diesen Wochen ein Stück echte Natur.

Renaturierung

Die Renaturierung ist ein Gemeinschaftswerk unter Führung der Naturschutzstiftung des Kreises Steinfurt, das sich da auf gut sechs Hektar Fläche und einen Auen-Kilometer lang ausbreitet. Die Gemeinden Havixbeck und Altenberge, die Bezirksregierung, zwei Landwirtsfamilien, die Untere Wasserbehörde, das Planungsbüro WLV Wasser und Boden, der Unterhaltungsverband Münsterische Aa sowie die Borkener Firma Vornholt haben daran mitgewirkt. Und man muss sagen: Es ist wirklich wohlgelungen.

Udo Schneiders von der Kreis-Naturschutzstiftung war beim Ortstermin dann auch freudig gestimmt und sagte, dass die „Auenübergabe vor allem der freilebenden Tier- und Pflanzenwelt zugute kommt.“ Insbesondere die Fische seien hier zu nennen. Schneiders: „Aus einer Ackerfläche ist binnen zehn Monaten eine Naturschutzfläche geworden.“

Hochwasserschutz

Gewässerökologische Optimierung heißt die Maßnahme im Behördendeutsch, sie beinhaltet die Einbringung von Totholz, die Schaffung eines geschwungenen Laufs sowie von Kiesbänken und etliche Gewächspflanzungen. Mäandern soll die Aa hier künftig, sich selbst ihr Bett schaffen. „Ganz nebenbei“ wurde durch einen weiteren Brückendurchlass auch der Hochwasserschutz für Hohenholte verbessert.

Gut 800 000 Euro hat die Maßnahme inklusive Landerwerb beziehungsweise Landtausch gekostet, 80 Prozent davon hat das Land gefördert, 20 Prozent steuerte die Naturschutzstiftung bei. Schneiders: „Wir haben hier einen Strahlursprung geschaffen, wie ihn die EU-Richtlinie vorsieht.“

Sogar an den Fischotter haben die Beteiligten gedacht: Zwar gibt es ihn hier aktuell gar nicht, aber mit einer eigens angelegten Unterquerungshilfe, einer Solschwelle, unter der Straße will man ihm die Wiederansiedlung in der Aa schmackhaft machen.

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