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Schützenbruderschaft St. Georg: Alexander Diecker wird mit dem 88. Schuss neuer König

Ungläubigem Staunen folgt Jubel

Hohenholte

Herrliches Wetter, beste Stimmung, motivierte Schützen – und plötzlich hatte die Schützenbruderschaft St. Georg einen neuen König. Mit dem 88. Schuss holte Alexander Diecker den Vogel von der Stange. Und konnte es erst gar nicht glauben.

Von Kerstin Adass

Erst konnte er nicht glauben, dass er den Vogel von der Stange geholt hatte. Dann aber freute sich der neue König der Schützenbruderschaft St. Georg, Alexander Diecker, sehr über seinen Erfolg. Foto: Kerstin Adass

„Schützen mögen auch schießen, aber eigentlich sind sie da, um zu schützen.“ Mit diesem Gedanken eröffnete Pfarrer Gerhard Ernst am Sonntagnachmittag inmitten der Schützenbruderschaft St. Georg Hohenholte die Andacht zum Schützenfest. Ursprünglich, erklärte er, seien Schützen Verteidiger der Dorfbevölkerungen gewesen, bevor der Staat diese schützende Aufgabe übernahm. Heute wird geschossen, wenn keine Gefahr droht – und das ziemlich gut. Nach nur 88 Schüssen fiel in diesem Jahr bereits der Königsvogel, getroffen vom zunächst ungläubigen und dann jubelnden Alexander Diecker. Zuvor hatten sich die Schützenbrüder im Ortskern von Hohenholte versammelt.

Hochprozentige Strafen und Belohnungen

Dass die Andacht anders als geplant vor der Kaffeewirtschaft Oeding Erdel statt in der Stiftskirche St. Georg stattfand, wurde beim Antreten direkt thematisiert. „Wir waren in der Kirche, aber da war ja keiner“, empörte man sich scherzhaft gegenüber Hauptmann Guido Hakenes. Auf diesen Kommentar folgte zur Strafe erst einmal ein hochprozentiges Getränk. „Damit du das nächste Mal ein bisschen andächtiger bist . . .“, schmunzelte Hakenes. Sowohl für inkorrekte als auch für vorbildliche Garderobe gab es ein kleines Fläschchen, bei Letzterem zur Belohnung allerdings gekühlt.

Nachdem das zu diesem Zeitpunkt noch amtierende Königspaar André Schlagheck und Lena Mildenstein, Kaiser Albert Tigger und Altkönig Max Krawinkel in ihrer Kutsche vorgefahren waren, konnte in den Reihen der Schützenbrüder durchgezählt werden. Die unbefriedigende Schlusszahl 39 konnte schnell durch einen Nachzügler korrigiert werden. Um schwindende Mitgliederzahlen müsse man sich glücklicherweise gerade keine Sorgen machen, meinte Schriftführer Matthias Sundorf: „Allein gestern Abend haben wir bestimmt ein Dutzend Neuanmeldungen bekommen.“ Mit dem Spielmannszug Grinkenschmid und dem Musikkorps der freiwilligen Feuerwehr Münster an der Spitze zogen die nun vollzähligen Schützenbrüder schließlich weiter zum Hof Schulze Tergeist.

Um 15.24 Uhr lag der Holzvogel zertrümmert im Gras und die Schützenbruderschaft St. Georg hatte mit Alexander und Nina Diecker ein neues Königspaar. „Das gibt’s doch nicht!“, war der allgemeine Konsens. „Vielleicht ist das der Ausgleich dafür, dass es beim letzten Mal so lange gedauert hat“, lachte Matthias Sundorf. Auch erste wissenschaftliche Vermutungen wurden schon angestellt. Da der Königsvogel drei Jahre lang im Heizungskeller gelegen hatte, vermutete man, sei das Holz trockener gewesen als sonst – und das hölzerne Tier dementsprechend rasch auseinandergebrochen.

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