1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Havixbeck
  6. >
  7. Unterhaltsame Texte entwickelt

  8. >

Havixbeck

Unterhaltsame Texte entwickelt

Klaus de Carné

Havixbeck - Noch in diesem Herbst wird das Baumberger-Sandstein-Museum sogenannte „Audioguides“ erhalten. Wie ein zu groß geratener Telefonhörer wirkt das Gerät, das auch Einzelpersonen und Paaren eine einstündige Führung durch das Museum erlaubt. „Man muss sich nicht alles anhören“, erklärt Dr. Eichler. Es werden 22 Stationen im Museum markiert, an denen auf Knopfdruck Informationen vermittelt werden.

„Unsere Führungen sind sonst auch nicht bierernst, und so sollte die Führung des Audioguides es auch nicht werden“, erzählt der Museumsleiter. Über ein Jahr hat es gedauert, bis die Führung fertig war. „Ich brauchte immer mal ein paar Stunden, um einige Texte zu schreiben.“ Als der Historiker entdeckte, dass der berühmte Coesfelder Bildhauer Johann Rendeles (1666-1714) ein gebürtiger Havixbecker war, zudem Sohn eines Steinmetzen, war für Eichler klar: Der wird einen Teil der Führung sprechen.

„Rendeles kennt sich aus. Als Kind hat er den Vater bei der Arbeit erlebt, als Kind der Bauerschaft Lasbeck kannte er die Steinbrüche und vielleicht hat er zunächst dort auch gearbeitet.“

Ein großer Teil des Lebensweges von Rendeles sei unbekannt. Fest steht, dass er sich mit 26 Jahren in Coesfeld niederließ und dort bedeutende Aufträge erhielt. Die barocke Innenausstattung der Jesuitenkirche stammte zum größten Teil von ihm. Diese wurde 1943 von Bomben fast völlig zerstört, einen großen Putto aus dieser Kirche von Hand des Bildhauers zeigt das Museum im Obergeschoss.

Zwei professionelle Sprecher zeichnen zurzeit im Münchener Tonstudio die Führung auf. Daniela Witte war in der Vergangenheit als Fernsehmoderatorin tätig und spricht die sachlichen, wissenschaftlichen Texte, den Johann Rendeles spricht der Schaupieler Daniel Pietzuch. Aus zwölf Sprechern konnte der Museumsleiter die Auswahl treffen.

Zusätzlich wurden im Havixbecker Museum einige Zitate aufgezeichnet. Heimatkenner Klaus Wiethaup sprach einige Sätze auf Plattdeutsch, die er für die auswärtigen Besucher selbst auf Hochdeutsch übersetzte.

Das Museum zeigt viele Objekte aus Kirchen und so suchte Dr. Eichler zur Untermalung der Führung ein orchestral eingespieltes, stimmungsvolles Kirchenlied. Dabei war es nötig, dass die Urheberrechte für die Verwendung im Audioguide erteilt würden. Durch Vermittlung des Havixbecker Musikers Christian Topp stellte das Blasorchester des im Siegerland beheimateten Musikvereins Scheuerfeld seine Einspielung des „Ambrosianischen Lobgesangs“ zur Verfügung - „nicht ganz ohne Stolz“, fügte Eichler hinzu.

Startseite
ANZEIGE