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Kundige Privatperson rettet seltenes Wildtier

Verletzter Wanderfalke kommt wieder zu Kräften

Hohenholte

Ein verletzter junger Wanderfalke ist bei Hohenholte von einer kundigen Privatperson gefunden und im Zusammenspiel mit der Unteren Naturschutzbehörde und einem Tierarzt gerettet worden. Der seltene einheimische Greifvogel befindet sich inzwischen sich auf dem Weg der Besserung.

Der gesunde Appetit des jungen Wanderfalken lässt seine Retter hoffen, dass er bald wieder bei Kräften ist und in die Freiheit entlassen werden kann. Foto: Kreis Coesfeld

Durch eine gemeinsame Aktion von Privatpersonen, örtlichem Tierarzt und der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Coesfeld ist in der vergangene Woche ein hilfloser junger Wanderfalke gerettet worden. Der seltene einheimische Vogel wurde von einer kundigen Privatperson im Bereich Hohenholte entdeckt und aufgenommen, teilt der Kreis Coesfeld mit.

Gebrochener Zeh und Viruserkrankung

Aufgrund seiner Schwäche konnte das Tier nicht mehr wegfliegen und deshalb leicht eingefangen werden. Der verletzte Wanderfalke wurde von einem herbeigerufenen Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde zum Tierarzt gebracht. Dort wurden ein gebrochener Zeh und zusätzlich eine Viruserkrankung diagnostiziert. Der Falke musste am Fuß operiert werden, da Greifvögel mit gebrochenen Zehen keine Beute machen können, was für sie oftmals tödlich endet, heißt es im Pressetext des Kreises weiter.

Mittlerweile befindet sich der junge Vogel auf dem Weg der Besserung und wird von einer Falknerin intensiv betreut. Sobald er ausreichend zu Kräften gekommen ist, wird er wieder in die Freiheit entlassen.

Stammt der Jungvogel aus Coesfeld, Billerbeck oder Münster?

Da der Falke beringt war, kann seine Herkunft in der nächsten Zeit geklärt werden. Es ist durchaus möglich, dass es sich um einen Jungvogel vom vergangenen Jahr aus den bekannten Wanderfalkenbruten in Coesfeld, Billerbeck oder Münster handelt. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen nur 172 erfolgreiche Wanderfalkenbrutpaare, sodass jedes einzelne Exemplar für den Erhalt der Population von Bedeutung ist, verdeutlicht die Kreisverwaltung.

Artenschutz-Rufbereitsschaft für verletzte Wildtiere

Es zeigt sich, dass ein funktionierendes Netzwerk von Helfern, die sich für den einheimischen Natur- und Artenschutz einsetzen, wichtig ist. Der Kreis Coesfeld hat daher im Vorjahr bei der Unteren Naturschutzbehörde eine Artenschutz-Rufbereitschaft eingerichtet, an der vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behörde im Wechsel teilnehmen und auch an den Wochenenden unter der Rufnummer 0 25 41/18 72 72 erreichbar sind. Über die Telefonnummer der Polizei kann der Kontakt zur Rufbereitschaft ebenfalls hergestellt werden.

Gemeinsam mit dem Landesumweltministerium überlegen die Naturschutzbehörden im Regierungsbezirk Münster derzeit, wie die weitere Versorgung von aufgefundenen verletzten Wildtieren erfolgen kann, heißt es in der Mitteilung des Kreises abschließend. Derzeit ist eine Versorgung unter Einsatz von privatem Engagement nur in sehr begrenztem Rahmen möglich.

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