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AFG-Schülerinnen und Schüler putzen Stolpersteine

Virtuelle Kerzen für die Opfer entzündet

Havixbeck

Der Holocaust-Gedenktag (27. Januar) war für Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-Gesamtschule Anlass, die im Havixbecker Ortskern verlegten Stolpersteine zu reinigen. Über eine neue App wurden zudem virtuelle Kerzen für die Opfer entzündet.

Mit einer neuen App besuchten Schülerinnen und Schüler der AFG zusammen mit Lehrerin Katrin Blumenthal (r.) die Stolpersteine in Havixbeck und entzündeten virtuell Kerzen. Foto: Anne-Frank-Gesamtschule

Am morgigen Donnerstag (27. Januar) findet – wie jedes Jahr – der Holocaust-Gedenktag statt. Grund genug für Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-Gesamtschule Havixbeck-Billerbeck (AFG), zusammen mit ihrer Lehrerin Katrin Blumenthal die Stolpersteine in Havixbeck aufzusuchen und diese zu reinigen. Mit dabei auch Robert Hülsbusch, ehemaliger AFG-Lehrer und Pate der „Schule ohne Rassismus“.

Und dann zündeten die Schülerinnen und Schüler jeweils eine virtuelle Kerze an, in Erinnerung an das Schicksal der Havixbeckerinnen und Havixbecker, die in ein Konzen­trationslager deportiert und dort ermordet wurden.

App verbindet 15.000 Stolpersteine

Eine virtuelle Kerze – wie geht das? Möglich wird dies durch die neue Stolperstein-App des Westdeutschen Rundfunks (WDR). Seit ein paar Tagen ist diese freigeschaltet und verbindet alle 15.000 Stolpersteine, die in Nordrhein-Westfalen verlegt sind, miteinander zu einem großen Erinnerungsprojekt. Neben biografischen Texten, die teilweise auch als Audios zur Verfügung stehen, dienen historische Fotos, Mini-Hörspiele und Videos aus dem WDR-Archiv dazu, die Geschichte der Opfer, ihrer Wohnorte und ihrer Zeit so gut wie möglich nachvollziehbar zu machen.

So erfuhren die Schülerinnen und Schüler über diese App zum Beispiel, dass das junge Mädchen Yvonne Gerson von einer netten Nachbarin immer abends abgeholt wurde. Dann konnte es endlich das Haus verlassen und frei spielen. Eine weitere Nachbarin jedoch verriet diese solidarische Aktion. Die Nazis beendeten diese. Im Herbst 1944 wurde die Sechsjährige zusammen mit ihrer Familie nach Auschwitz deportiert und direkt nach ihrer Ankunft umgebracht.

Ähnlich erging es Sybilla Schmitz. „Tante Billa“, wie alle die ältere Frau nannten, durfte, als die Nazis an die Macht kamen, nicht mehr in Haushalten arbeiten und hatte kaum Einkünfte. Bis 1940 konnte sie durch die Unterstützung einiger Familien ihren Lebensunterhalt sichern. Dann musste sie in eines der „Judenhäuser“ in Essen ziehen. Letztendlich wurde sie ins Vernichtungslager Treblinka gebracht und kurz nach ihrer Ankunft in der Gaskammer ermordet.

Hörspiel über die Familie Eichwald

All dies erzählt die neue App, zeigt auch Fotos und lässt mit einem Hörspiel das Leben der Eichwalds in der Bergstraße lebendig werden. Die Informationen aus Havixbeck kommen von Dagmar Wissel-Hingler, ehemalige Lehrerin an der AFG. Diese recherchiert zurzeit ausführlich das Schicksal der Juden in Havixbeck.

Wer noch weitere Informationen und vor allem auch Fotos über die NS-Zeit in Havixbeck und über das Schicksal der jüdischen Menschen aus Havixbeck hat oder wer Fehler korrigieren möchte, kann sich per Mail an info@fi-nottuln.de an den Friedenskreis an der Anne-Frank-Gesamtschule wenden.

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