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Die Katholische Kirchengemeinde feierte Weihnachten

„Wir schaffen das irgendwie“

Havixbeck

Damit trotz der Abstandsregeln möglichst viele Menschen an den Weihnachtsgottesdiensten teilnehmen konnten, hat die Kirchengemeinde St. Dionysius und St. Georg einige Messen live im Internet übertragen.

Kerstin Adass

Die Jugendmesse der Messdiener Havixbeck wurde als virtueller Gottesdienst in das Internet übertragen. Foto: Kerstin Adass

„Test, Test, Test, frohe Weihnachten. Können wir den Hall noch etwas regulieren?“ Dies war nur eine von vielen technischen Fragen, mit denen man sich in diesem Jahr vor einer Reihe von Weihnachtsgottesdiensten beschäftigen musste. Auch in Havixbeck waren die Auswirkungen der steigenden Corona-Fallzahlen während der Feiertage zu spüren. Damit trotz der Abstandsregeln möglichst viele Menschen an den Gottesdiensten teilnehmen konnten, wurden einige Messen live im Internet übertragen. Die Katholische Kirchengemeinde St. Dionysius und St. Georg veröffentlichte dazu auf ihrer Homepage Weblinks zu den jeweiligen Youtube-Videos. Dies ermöglichte zudem, die Aufnahmen der Christmette an Heiligabend und des Familiengottesdienstes am ersten Weihnachtsfeiertag noch im Nachhinein auf der Videoplattform anzusehen.

Auch die Jugendmesse der Messdiener Havixbeck, die für den zweiten Weihnachtsfeiertag angesetzt war, fand anders als geplant statt. Zunächst sollte der Gottesdienst in die Reithalle des Reit- und Fahrvereins Havixbeck-Hohenholte verlegt werden. Schließlich entschied man sich dann aber doch für einen virtuellen Wortgottesdienst.

Johanna Pape vom Vorstand der Messdiener betonte, dass dies während der aktuellen Situation die sicherste Maßnahme sei: „Jetzt sind wir nicht bis zu 250 Leute, sondern nur zu zehnt in der Kirche“. Neben Pater Erasmus Tripp und einigen Messdienern, die den Gottesdienst gestalteten, war für die Aufnahme auch eine kleine Technik-Crew in der Sakristei und im Kirchenraum vor Ort.

Ähnlich wie die anderen Aufnahmen wird der Jugendgottesdienst, den man seit dem 26. Dezember auf Youtube anschauen kann, über den entsprechenden Link auch nach Weihnachten noch verfügbar sein. „Dann haben wir die Messe für nächstes Jahr schon fertig“, scherzte Pater Erasmus. Der Seelsorger übernahm einen Großteil der diesjährigen Weihnachtsgottesdienste und wurde dabei vom emeritierten Pfarrer Gerhard Ernst unterstützt. Für die Gemeinde war es nach vielen Jahren das erste Weihnachtsfest ohne Pfarrer Siegfried Thesing, der Ende November durch Bischof Dr. Felix Genn nach Legden berufen worden war.

Nicht nur bei den Gottesdiensten, sondern auch bei dem gemeinsamen Krippenspiel der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde stellten die Verantwortlichen ihre Flexibilität und Kreativität unter Beweis. Noch einen Tag vor Weihnachten filmten Miriam Paffrath und Friederike Lemming aus dem Krippenspielteam die letzten Szenen der Weihnachtsgeschichte auf dem Kirchplatz. „Bis hier geht das Bild, ihr müsst etwas weiter nach rechts“, wies Friederike Lemming hinter der Kamera die jungen Schauspieler an. Das Krippenspiel wurde in einzelnen Szenen gefilmt und später zusammengeschnitten, um Kontakte zwischen den Beteiligten zu minimieren.

Für manche Gemeindemitglieder stellen die online-Alternativen jedoch auch ein Hindernis dar. Eine Fußgängerin auf dem Kirchplatz brachte ihre Unzufriedenheit über fehlende Unterstützung in Technikfragen zum Ausdruck: „Nicht alle Senioren kennen sich damit aus, und nicht jeder hat Kinder oder Enkelkinder, die dabei helfen können.“ Miriam Paffrath konnte das Anliegen gut nachvollziehen, verwies jedoch auch darauf, dass die Situation für alle neu sei: „Es ist alles nicht so einfach.“ Trotzdem war sie sicher: „Wir schaffen das irgendwie.“

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