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Stichprobenkontrollen in Havixbeck

Zu viele Störstoffe in der Biotonne

Havixbeck

Nur sauberer Bioabfall kann zu sauberer Komposterde werden. Um die derzeitige Verunreinigung durch Plastiktüten und Co. zu reduzieren, werden die Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld GmbH und die Gemeinde Havixbeck die Tonnen kontrollieren.

Ulrike Overmeyer von der Gemeinde Havixbeck (l.) und Ursula Kleine Vorholt, Prokuristin der Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld GmbH (WBC) mit einer Biotonne. Die Bioabfälle sollten frei von Plastik und Co. sein, bitten die beiden. Foto: Gemeinde Havixbeck

Immer mehr Plastiktüten, verpackte Lebensmittel und anderer Müll, der nicht in die Biotonnen gehört, landet im Kompostwerk in Coesfeld. Solche Verunreinigungen gefährden jedoch den Biokompost und somit die Umwelt. Zur Reduktion dieser Fehlwürfe finden ab Mittwoch (11. August) Kontrollen in der Gemeinde Havixbeck statt. Falsch befüllte Biotonnen werden dann ungeleert stehen gelassen. Darauf weisen die Gemeinde und die Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld GmbH (WBC) in einer Pressemitteilung hin.

Unter dem Motto „#wirfuerbio – Biomüll kann mehr“ haben sich die WBC mit weiteren Abfallwirtschaftsbetrieben zusammengeschlossen, um die Störstoffe im Bioabfall zu minimieren und die Qualität der aus Bioabfall gewonnenen Komposterde zu verbessern. Die WBC sieht die zunehmende Verunreinigung in den Biotonnen mit Sorge. Angesichts der wachsenden Zahl vor allem an Plastiktüten und „kompostierbaren“ Plastiktüten, werde es zunehmend aufwendiger, daraus Kompost herzustellen.

Unterstützung durch Bürger gefragt

Im Kampf dagegen ist die WBC auf die Unterstützung der Bürger angewiesen. „Wir wollen dort ansetzen, wo das Problem seinen Ursprung hat: In den Küchen und Biotonnen. Denn nur aus sauberen Bioabfällen kann saubere Komposterde werden“, betont WBC-Prokuristin Ursula Kleine Vorholt.

Ab Mittwoch finden daher stichprobenartige Kontrollen statt. Wenn die Kontrolleure am Abfuhrtag eine durch Plastik, Glas, Metalle oder Restabfall verunreinigte Biotonne vorfinden, wird diese mit einem roten Anhänger versehen und nicht geleert. In diesem Fall sollten die Störstoffe bis zur nächsten Abfuhr vom Nutzer der Biotonne entfernt werden. Wer nicht so lange warten kann, hat die Möglichkeit, entweder für die nachsortierte Biotonne eine kurzfristige Nachabfuhr für 40 Euro zu beantragen oder die fehlbefüllte Biotonne als Restmüll bei der nächsten Restmüllabfuhr für 60 Euro leeren zu lassen. Die Kontrollen sind so gelegt, dass in der folgenden Woche eine Restmüllabfuhr stattfindet. „Wie das im Einzelnen geht, erfährt der Nutzer vom auf dem Tonnenanhänger angegebenen Ansprechpartner bei der Gemeinde“, erläutert Ursula Kleine Vorholt.

Falsch befüllte Tonnen bleiben ungeleert

Was viele nicht wissen ist, dass auch „kompostierbare“ Beutel nicht sicher vollständig biologisch innerhalb des Produktionsprozesses von Vergärungs- und Kompostierungsanlagen abgebaut werden. „Die Zersetzungszeit der Tüten liegt deutlich über den Produktionszeiten der Anlagen. Somit sind diese Beutel – ebenso wie herkömmliche Plastikbeutel – Fremdstoffe, die entfernt werden müssen. Wir wollen störstofffreien Bioabfall und funktionierende Anlagen für mehr Bioenergie und saubere Komposterde“, so Kleine Vorholt.

Bioabfälle sollten lose in einem Behälter gesammelt und direkt – ohne Plastiktüte oder „kompostierbare“ Plastiktüte – in die Biotonne entleert werden. „Wer seinen Bioabfall dennoch in einer Plastiktüte sammeln möchte, kann den Inhalt in die Biotonne entleeren und die Plastiktüte im Anschluss in den Restmüll geben“, em­pfiehlt Ulrike Overmeyer von der Gemeinde Havixbeck. Deutlich einfacher sei es aber, Zeitungspapier oder Papiertüten zu verwenden.

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