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Freiwillige Feuerwehr Havixbeck probt für einen Großbrand

Zum Glück nur eine Übung

Havixbeck

So einen Einsatz wünscht man sich nur als Probe: Bei einem fiktiven Großbrand einer Scheune in der Bauerschaft Masbeck hatte die Freiwillige Feuerwehr alle Hände voll zu tun. Von der Vermisstensuche über Löscharbeiten, einen Katastrophenalarm bis zur Verhinderung von Umweltschäden reichte die Palette.

Von Henning Tillmann

Wasser marsch: Mit mehreren Strahlrohren und einer Drehleiter aus Nottuln wurde das fiktive Feuer auf einem Hof in Masbeck bekämpft. 2500 Liter Wasser pro Minute ergossen sich auf das Dach. Foto: Ingo Spindelndreier

Großbrand in der Bauerschaft Masbeck. Starke Rauchentwicklung, eine Person in Lebensgefahr und zu allem Überfluss gibt es auch noch eine Durchzündung sowie einen geplatzten Heizöltank. Zum Glück ist es nur eine Alarmübung, die da am Samstag vonstatten ging. Denn das fiktive Szenario, das Gemeindebrandinspektor Christian Menke da entworfen hatte, hatte es durchaus in sich.

Um genau 14.05 Uhr ging es für die Freiwillige Feuerwehr mit den Einheiten aus Havixbeck und Hohenholte mit der Alarmierung los. Wenig später sahen sich die insgesamt 55 Einsatzkräfte schon einer Gemengelage gegenüber, bei der man ihnen nur wünschen kann, dass sie so nie eintreten möge. Angenommen wurde nämlich ein Scheunenbrand angrenzend an ein Wohnhaus, dazu eine vermisste Person in einem in starken Rauch gehüllten Gebäudeteil und später noch einiges mehr.

Vermisstensuche unter Atemschutz

Erste und wichtigste Aufgabe war es aber, die vermisste Person zu bergen. Und während sich der Atemschutztrupp auf die Suche machte, musste parallel die Wasserversorgung für die Löscharbeiten gesichert werden. Zur Verfügung standen dafür auf dem Bauernhof in Masbeck ein Hydrant und ein naher Angelteich. Zum Einsatz kam zudem eine Drehleiter aus Nottuln, während der Malteser Hilfsdienst für die Versorgung der mutmaßlich verletzten Person mit einem Rettungswagen bereitstand.

Doch selbst als der Atemschutztrupp kurz darauf die erfolgreiche Rettung meldete, wurden die Probleme für die Einsatzkräfte nicht kleiner. „Danach sollte die Scheune wegen einer Durchzündung in Vollbrand stehen, außerdem wurde angenommen, dass ein 3000 Liter fassender Heizöltank geplatzt ist und nun Öl in Richtung des Vorplatzes und des Teiches ausläuft“, beschreibt Pressesprecher und Hauptbrandmeister Ingo Spindelndreier die umfangreichen Anforderungen, die von der Lebensrettung bis zur Verhinderung von Umweltschäden reichten.

Ölbekämpfung und Katastrophenalarm

Brandinspektor und Einsatzleiter Johannes Paus und seine Feuerwehrkameraden hatten also wortwörtlich alle Hände voll zu tun. Zum Zuge kam dabei auch der Einsatzleitwagen 2 des Kreises Coesfeld, der den sogenannten ABC-Zug zu koordinieren hatte, der sich um das auslaufende Öl kümmerte. Und obendrein wurde noch eine so starke Rauchentwicklung angenommen, dass selbst das Wohngebiet Pieperfeld davon betroffen war. „Wir sind fiktiv davon ausgegangen, dass auch die Warn-App ,Nina´ zum Einsatz kommen muss, um die Bewohner darüber zu informieren, dass sie ihre Fenster und Türen geschlossen zu halten haben. Außerdem sollten Lautsprecherwagen durch den Ort fahren“, berichtet Ingo Spindelndreier.

2500 Liter Wasser – pro Minute

Es war also vieles gleichzeitig, worum sich die Einsatzkräfte zu kümmern hatten. Geklappt hat es offenbar dennoch. Denn Feuerwehrleiter Christian Menke zeigte sich mit der Leistung seiner Kollegen hinterher sehr zufrieden. „Insbesondere das Zusammenspiel der unterschiedlichen Einsatzkräfte hat gut funktioniert“, lobte er nach der rund zweistündigen Übung. Auch Bürgermeister Jörn Möltgen zollte den Feuerwehrleuten noch vor Ort „großen Respekt“ für ihren ehrenamtlichen Einsatz.

Wie groß die jetzige Übung war, wird wohl an einer Zahl besonders deutlich: Denn das angenommene Feuer wurde aus mehreren Strahlrohren mit insgesamt 2500 Litern Wasser bekämpft – pro Minute.

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