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Lippeverband informiert zum Weltwassertag

Alte Medikamente gehören in die Tonne – nicht ins Klo

Lüdinghausen

Bundesweit lassen sich derzeit über 150 Arzneimittelwirkstoffe in Gewässern nachweisen. Die Folgen für Flora und Fauna sind noch nicht absehbar. Zum Weltwassertag lohnt eine genauere Betrachtung, um den Wasserkreislauf durch kleine Verhaltensänderungen zu entlasten.

wn

Zum Weltwassertag klärt der Lippeverband über den Wert des Wassers auf. Foto: Anne Eckrodt

Der abgelaufene Hustensaft wird in den Ausguss geschüttet, das leere Fläschchen im Hausmüll entsorgt. Was als gut gemeinte Mülltrennung im Haushalt passiert, bedeutet für Kläranlagen und Gewässer eine folgenschwere ökologische Belastung. Darauf weist der Lippeverband am Weltwassertag (22. März) in einer Pressemitteilung hin.

Gemeinsam mit der Emschergenossenschaft ist der Lippeverband der größte Betreiber von Kläranlagen in Deutschland – auch die Lüdinghausen gehört dazu.

Doch auch moderne Großkläranlagen seien nicht in der Lage, Spurenstoffe wie Diclofenac vollständig aus dem Abwasser zu eliminieren. Schwer abbaubare Medikamente landeten letztendlich im Wasserkreislauf. In Bächen, Flüssen und Seen können die Hormonsysteme der dort lebenden Tiere durch die Spurenstoffe negativ beeinflusst werden. Barsche werden zum Beispiel träge und stellen ihren Jagdtrieb ein oder männliche Fische verweiblichen durch Substanzen der Anti-Baby-Pille und pflanzen sich nicht mehr fort, heißt es weiter.

Medikamente richtig entsorgen

Der Wasserverband setze auf Sensibilisierung und biete unter anderem Informationsmaterial oder Forscherboxen für Kindern und Jugendliche an. Besonders die richtige Entsorgung über den Hausmüll stehe dabei im Fokus. „Abgelaufene Medikamente dürfen im Restmüll entsorgt werden. Denn in der Abfallverbrennung werden Hustensaft, Tabletten und Co. rückstandslos beseitigt“, so der Vorstandsvorsitzende Uli Paetzel. Ebenfalls ein Problem sei das zu großzügige Auftragen von Schmerzsalben. Ein großer Anteil lande durch das anschließende Händewaschen im Abfluss und nicht unter der Haut. Bundesweit lassen sich derzeit über 150 Arzneimittelwirkstoffe in Gewässern nachweisen.

„Einen komplett arzneifreien Wasserkreislauf kann es kaum geben, weil manche Menschen auf entsprechende Präparate angewiesen sind. Aber ein verantwortungsvoller Umgang mit Medikamenten kann das Problem deutlich verringern“, zeigt sich Paetzel überzeugt.

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