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E-Ladestationen für Binnenschiffer am Anleger Lüdinghausen aufgestellt

Am Kanal Strom „bunkern“

Lüdinghausen

Am Lüdinghauser Anleger des Dortmund-Ems-Kanals hat die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) fünf E-Ladesäulen installiert. Dort können sich bis zu acht Binnenschiffer während ihres Halts mit Strom versorgen. Mehr als 120 Ladepunkte an den Wasserstraßen in NRW hat die WSV bislang errichten lassen.

Bis zu acht Schiffe gleichzeitig können am Kanal Strom tanken. So können die Bordgeneratoren am Anleger ausbleiben. Foto: Thomas Fromme

Wer zurzeit von Ladesäulen redet, der hat in der Regel E-Autos im Blick. Doch auch an den Wasserstraßen ist die Stromversorgung ein Thema. Und dabei spielt ebenfalls die Umwelt eine entscheidende Rolle. Denn bisher laufen häufig Dieselgeneratoren, um das Schiff auch dann mit Strom für die Bordsysteme und Alltag an Bord zu versorgen, wenn es festgemacht hat.

Am Dortmund-Ems-Kanal hat die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) deshalb Ladesäulen aufgestellt. Das Netz wächst. Jetzt können Binnenschiffer auch in Lüdinghausen am Anleger unweit der B 58-Brücke im Schatten des Maggi-Werkes einfach und sauber Strom tanken.

Über 120 Ladepunkte in NRW

Der auf diese Weise vermiedene Kohlendioixd-Ausstoß trägt nicht nur zum Klimaschutz bei. Denn dadurch, dass die mit Schiffsdiesel betriebenen Generatoren stillstehen können, sinkt auch die Feinstaubbelastung im Kanal-Bereich.

Ursula Gehrke

Mehr als 120 Ladepunkte an den Wasserstraßen in NRW hat die WSV bislang errichten lassen. Die Abrechnung erfolgt durch das Unternehmen Walstrom aus den Niederlanden. Bezahlt und freigeschaltet wird per App mit dem Handy oder mit einem RID-Chipschlüssel, den die Schiffer erwerben können. „Die Kilowattstunde kostet 30 Cent“, berichtet Ursula Gehrke, Sprecherin für die Westdeutschen Kanäle bei der WSV in Duisburg. Damit liegt der Strompreis auf einem mittlerweile haushaltsüblichen Niveau.

Beim Stromtanken wird der Betrag für die „gebunkerte“ Menge automatisch abgebucht. Laut Wasser- und Schifffahrtsverwaltung ist ein Ziel des Projekts, einen bundesweit einheitlichen Standard für die Anschlüsse sowie für die Abrechnung zu etablieren.

Auswertung erst später möglich

Fünf Säulen mit insgesamt acht Ladepunkten sind in Lüdinghausen montiert. „Die ersten von ihnen wurden zu den Weihnachtstagen in Betrieb genommen, die anderen werden nach Beseitigung der technischen Mängel Ende Februar folgen“, sagt Ursula Gehrke. Sie geht davon aus, dass die meisten Schiffe technisch bereits für die Lademöglichkeit gerüstet sind.

Ob die Binnenschiffer das umweltfreundliche neue Angebot in Lüdinghausen annehmen? „Da die Nutzerzahlen nur für ein komplettes Quartal erfasst werden, ist eine Auswertung erst später möglich. Wir haben jetzt zuerst dafür gesorgt, dass die Lade-Infrastruktur steht“, berichtet Gehrke.

Eine Stichprobe der WN-Redaktion zeigte aber: Immerhin hatten zwei von vier Schiffen, die am Lüdinghauser Anleger festgemacht hatten, ein Stromkabel mit einer der Ladesäulen verbunden.

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