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76-Jährige um fünfstelligen Eurobetrag geprellt

Auf falsche Polizeibeamtin hereingefallen

Lüdinghausen

Um einen fünfstelligen Eurobetrag wurde am Dienstag eine 76-jährige Lüdinghauserin geprellt. Sie fiel auf den Anruf einer angeblichen Polizistin herein.

Auf eine falsche Polizistin ist am Dienstag eine Lüdinghauserin hereingefallen. Foto: dpa

Um einen mittleren fünfstelligen Eurobetrag wurde am Dienstag (28. Juni) eine 76-jährige Lüdinghauserin von einer falschen Polizistin geprellt. Die Frau erhielt gegen 10.30 Uhr auf ihrem Festnetztelefon einen Anruf. Die angebliche Polizeibeamtin teilte ihr mit, dass ihre Tochter einen Unfall verursacht habe, bei dem eine Frau getötet worden sei. Ihre Tochter befinde sich in Haft und könnte gegen Zahlung einer Kaution entlassen werden, heißt es im Bericht der Polizei.

Im Laufe des Gespräches wurde die Gesprächsführung von einer angeblichen Staatsanwältin übernommen. Das Todesopfer sei eine bekannte politische Person und es bestehe Schweigepflicht. Um dies zu gewährleisten, solle die Lüdinghauserin das Telefonat nicht beenden. Des Weiteren forderte die angebliche Staatsanwältin sie auf, bei der Bank anzurufen und sich zu erkundigen, ob sie die Kaution über einen mittleren fünfstelligen Geldbetrag abholen könne. Für den Fall, dass sie nach dem Grund gefragt werde, solle sie angeben, dass sie das Geld ihren Kindern schenken wolle.

Tochter angeblich in tödlichen Unfall verwickelt

Die Geschädigte hob bei einer Bank, gemeinsam mit einer weiteren Tochter, einen entsprechenden Geldbetrag ab. Auch während dessen blieb das Telefonat bestehen. Dabei wurde ihr zunächst gesagt, dass sie das Geld zur Polizeiwache nach Lüdinghausen bringen solle. Auf der Fahrt dorthin gab man dann aber an, dass dies doch nicht ginge, weil die Polizeiwache so viel Geld nicht annehmen könne.

Als nächstes Ziel sollten die Frauen das Amtsgericht in Dülmen anfahren. Auch auf der Fahrt dort hin bekam die Lüdinghauserin neue Anweisungen. Man bräuchte einen aktuellen PCR-Test und da das Amtsgericht bald schließe, sei dies nun auch nicht mehr möglich. Um ihre Tochter jedoch vor der Haft zu bewahren, müsse die Kaution bezahlt werden.

Der emotionale Druck wurde von den Täterinnen am Telefon immer wieder neu und stark aufgebaut. Schließlich gab die angebliche Staatsanwältin an, dass sie einen Mitarbeiter des Amtsgerichts hätte erreichen können. Dieser komme zur Adresse Königswall in Dülmen und werde das Geld dort entgegen nehmen.

Geldübergabe in Dülmen

Im weiteren Verlauf wurde das Geld in einem beigefarbenen Stoffbeutel der Volksbank Lüdinghausen an den angeblichen Mitarbeiter an der verabredeten Adresse übergeben. Die Lüdinghauserin fragte noch, ob er sich ausweisen könne. Dies verneinte der Täter und bot sein Handy als Pfand an. Davon machte die 76-Jährige jedoch keinen Gebrauch.

Der Täter kann von der Zeugin wie folgt beschrieben werden: männlich, circa 1,80 Meter groß, etwa 40 bis 45 Jahre alt, korpulente Statur mit deutlichem Bauchansatz, schwarze, leicht gewellte Haare bis zu den Ohrläppchen (gegelte Haare), osteuropäisches Erscheinungsbild, bekleidet mit weißem, langärmeligen Hemd und schwarzer Stoffhose, schwarze Lederschuhe. Zudem trug er eine Lederumhängetasche bei sich.

Die Polizei bittet um Hinweise. In der Nähe des Übergabeortes befindet sich ein Spielplatz. Dieser soll zur Übergabezeit (gegen 13.30 Uhr) gut besucht gewesen sein.

Wer hat an der genannten Örtlichkeit verdächtige Beobachtungen gemacht oder eine Person auf die die Beschreibung passt gesehen?, fragt die Polizei. Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei unter

 0 25 91/79 30 zu melden.

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