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Werkstatt-Café „Kannste Mal“ in der Fbs eröffnet:

„Bastelstunde“ trägt zur Nachhaltigkeit bei

Lüdinghausen

Defekte Lampen, eine Holzkiste, die wortwörtlich „aus dem Leim gegangen“ war oder eine alte Kaffeemaschine mit „Macken“ – so einiges landete am Samstag auf den Handwerkstischen in der Familienbildungsstätte. Dort eröffnete erstmals das kürzlich gegründete Werkstatt-Café „Kannste Mal“.

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Aufmerksam folgten die Besucher dem handwerklichen Geschick der ehrenamtlichen Helfer, während Amandus Petrausch den Fbs-Schlüssel von Leiter Boris Sander, im Beisein von Artur Friedenstab (v.l.), erhielt. . Foto: juze

Zahlreiche Besucher trudelten gleich zur Eröffnung der „Bastelstunde“ in den Räumlichkeiten an der Mühlenstraße ein – selbstverständlich im Gepäck: die geliebten Gegenständen, die dringend einer Reparatur bedurften. „Wir wollen einen Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit alten Gegenständen leisten“, machte Artur Friedenstab, Vorsitzender des Vereins Bürger für Bürger, gleich zu Beginn der offenen Runde im Begrüßungsgespräch deutlich. Gemeinsam mit Amandus Petrausch, der als Vorsitzender die Koordination des Cafés übernimmt, war die Konzeptidee im Gespräch mit Boris Sander entstanden. Als Leiter der Familienbildungsstätte sah Sander den Gedanken eines „Werkstatt-Cafés“ als „notwendige Einrichtung“, der in Absprache mit Artur Friedenstab als Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins „Bürger für Bürger“ und Amandus Petrausch, seine Umsetzung fand. „Es hat einfach gepasst“, resümiert Friedenstab im Rückblick auf die ersten Überlegungen.

Bedeutende Unterstützung erfuhren Petrausch und Friedenstab bei der Entwicklung des Konzepts von der „Bürgerstiftung Lüdinghausen“. „Ohne die finanzielle Unterstützung der Stiftung beim Anschaffen der Werkzeuge, wäre das nicht möglich gewesen“, unterstrich Friedenstab. Aber nicht nur die Finanzierung musste gewährleistet sein. Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen mussten abgestimmt werden. So wurde eine „Hausregel“ mit Haftungsbegrenzung entwickelt, welche durch den Eigentümer der Geräte unterzeichnet werden muss, ehe die Reparatur beginnen kann. „Die Kosten von Ersatzteilen trägt der Besitzer“, erklärte Petrausch den Ablauf weiter. Befreit werden die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, unter denen sich auch ausgebildetes Fachpersonal befindet, von rechtlichen Verpflichtungen, wie Garantie oder Gewährleistung auf die Reparaturen.

„Wir reparieren Kleinigkeiten und leiten im Notfall an die passenden Fachgeschäfte weiter“, unterstrich Petrausch die Bedingung des Werkstatt Cafés, in keinerlei Konkurrenz zu Fachgeschäften stehen zu wollen. Das ehrenamtliche „Know-How“ bekommen die Besitzer, die während der gesamten Reparatur anwesend sind, von zahlreichen Helfern aus den Bereichen Holz, Elektrik und Textil.

Mit einer „Touch-Lampe“, die nicht mehr funktionierte kam Sigret Hülk als erste Besucherin zur Elektrowerkstatt von Peter Hartmann. Der Physiker nahm das defekte Gerät direkt unter die Lupe und erklärte der Besitzerin die einzelnen Arbeitsschritte. Das Werkstatt-Café sei eine „prima Sache“, so Sigret Hülk. „Man hängt oft an den Sachen, aber eine Reparatur im Geschäft lohnt sich häufig nicht“, erklärte Hülk ihren Beweggrund, der sie zum Werkstatt-Café führte.

Während die einen mit aufmerksamen Blick den Reparaturvorgängen folgten, stand für andere frischer Kaffee und Kuchen bereit. Denn neben der praktischen Hilfe und üblichen Reparaturen soll das Café als Treffpunkt zum kommunikativen Austausch dienen. So wurde der Nachmittag durch die musikalische Darbietung der „Jazz-Damen“, angeregte Gespräche der Besucher und durch die Reparaturarbeiten zu einem gelungenen Auftakt des Werkstatt-Cafés.

Erfreut über die positive Resonanz zeigte sich Amandus Petrausch. „Ich freue mich schon auf den Sommer, wenn wir draußen sitzen und basteln werden“, gab er einen verheißungsvollen Blick in die Zukunft. Dann soll das Angebot auch um Hilfestellungen im IT-Bereich erweitert werden.

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