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Streifzug durch die Musical-Geschichte

Broadway in die Burg gebracht

Lüdinghausen

Ein Hauch Broadway wehte am Freitagabend durch die altehrwürdigen Gemäuer der Burg Lüdinghausen. Das Trio Marie Giroux, Jenny Schäuffelen und Joseph Schnurr führte das Publikum durch die atemberaubende Geschichte des Musicals. Dabei ging es auch recht humorvoll zu.

Präsentieren beliebte Musical-Melodien (v.l.): Jenny Schäuffelen, Marie Giroux und Joseph Schnurr. Foto: Kim Behler

Glanz und Glamour gab es am Freitag in der Burg Lüdinghausen. Das deutsch-französische Trio Marie Giroux, Jenny Schäuffelen und Joseph Schnurr führte dort das Publikum durch die atemberaubende Geschichte des Musicals. Mit ihrer Show „It´s Showtime“ erweckten die Künstler mit bekannten Musical-Hits den Geist des Broadways und brachten ihn nach Lüdinghausen.

Anekdoten und Hintergrundinformationen

Mit bekannten und beliebten Liedern aus „Porgy und Bess“, der „Westside Story“ oder „Cats“ verzauberten die Mezzosopranistin, die Pianistin und der Tenor die Gäste und gaben einen Einblick in die Musikgeschichte durch Anekdoten und Hintergrundinformationen. Zum Beispiel, wie Leonard Bernstein mit Hilfe einiger Sätze aus Beethovens und Tschaikowskys Werken sein eigenes, berühmtes Stück „Somewhere“ kreierte. Marie Giroux moderierte mit ihrer starken Stimme und französischem Akzent durch den Abend und bot kleine witzige Pointen. Sogar beim schönen und emotionalen Liebesduett „Tonight“ konnten die Künstlerin dem Publikum vorab Lacher abgewinnen, indem sie „zur Vorsorge“ Taschentücher bereitstellten.

An moderneren Musicalmelodien und Hits fehlte es ebenso wenig, wie an älteren Musicals wie „Eiscreme“. Für jeden „ist etwas dabei“, wie die Sopranistin den Abend zusammenfasste.

Sissi als starke Frau vorgestellt

So konnte sich auch Marie Giroux ihrer Liebe zu Katzen hingeben und „Memory“ aus dem Musical „Cats“ präsentieren. „Memory ist ein Lied, das in Erinnerung bleibt“, so Giroux über die Absicht des Komponisten. Passend zu Weihnachten stand „Elisabeth“ auf dem Programm, die Geschichte der berühmten Kaiserin Sissi. „Das hat aber nichts mit der Verfilmung an Weihnachten zu tun. Wir wollen zeigen, dass Sissi auch eine starke Frau war, die für ihre Freiheit gekämpft hat“, wie Giroux klarstellte. So zeigte sie sich empört von der Entscheidung der Protagonistin aus „My fair Lady“, sich ihren Akzent austreiben zu lassen. „Integration bedeutet nicht Assimilation“, so Giroux, wofür sie stürmischen Beifall vom Publikum erhielt.

Die Musiker, die an der renommierten Berliner Hochschule Hanns Eisler studiert haben, führen ihr Programm europaweit auf, beispielsweise in der Schweiz, Italien und Spanien. Nach Lüdinghausen kommen Giroux und Schäuffelen als Duo „Pariser Flair“ im März zurück, um ihre gleichnamiges Programm zu präsentieren. Zum Abschied boten sie am Freitag den Klassiker „Time to say goodbye“ dar, der bei so manchem melancholische Gefühle auslöste.

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