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Von Bürgern für Bürger

Bürgerverein als Lebensretter

Lüdinghausen

Eine Zentrale einrichten und ehrenamtliche Helfer finden. Das sind zwei Nah-Ziele des Bürgervereins.

Werner Storksberger

Die Vorstandsmitglieder Gertrud Kleingräber, Karin Deinert und Ludger Hentrei (v.l.) erläuterten jetzt die kommenden Arbeiten des Vereins im WN-Gespräch. Foto: west

Das Beispiel passt wie die Faust aufs Auge: In der Bundeshauptstadt wurde gerade beschlossen, dass in Zukunft Rauchmelder zur Pflicht werden. In jeder Wohnung müssen sie installiert werden. Aber welcher ältere Mitbürger kann es sich schon leisten, dafür einen Handwerker zu engagieren? Das würde ein teures „Vergnügen“. Für den Verein „Bürger für Bürger“ wäre ein solcher „Job“ ein herrliches Betätigungsfeld.

Tatsächlich überlegt der frisch gegründete Bürgerverein, die lebensrettende Installation von Rauchmeldern als erste Aktion anzubieten. Das berichteten die Vorstandsmitglieder Ludger Hentrei, Karin Deinert und Gertrud Kleingräber in einem Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten.

Vor gut drei Wochen wurde der Verein aus der Taufe gehoben, in der vergangenen Woche gründete sich der Vorstand (die WN berichteten). Jetzt soll die konkrete Arbeit aufgenommen werden. Bevor jedoch der erste Rauchmelder installiert ist, muss sich der Verein selber erst einmal „installieren“. Sprich: Die Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden.

Ziel des Vereins ist es, über eine „Zentrale für das Ehrenamt“ praktische, generationsübergreifende Hilfen anzubieten. Bei diesen Hilfen kann es sich um das Anbringen des Rauchmelders handeln, es kann sich aber auch um eine Fahrt zum Arzt, eine Besorgung oder um eine andere Tätigkeit handeln. Der eine Mitbürger sucht einen Handwerker, um ein Regal anzubringen, der andere Bürger kann seine Behördenkenntnisse einbringen und hilft beim Ausfüllen von Anträgen oder Formularen. Für Gertrud Kleingräber ist dabei die Idee, dass „generationsübergreifend“ gearbeitet werden kann, besonders wichtig – Alt und Jung zusammenbringen. Als Helfer und Hilfesuchender.

Derzeit laufen die Aktivitäten in zwei Richtungen. Der Vorstand von „Bürger für Bürger“ will zunächst eine „Zentrale“ einrichten, in der alle Fäden zusammenlaufen – quasi eine Geschäftsstelle. Hier hofft man auf die Mithilfe der Stadt Lüdinghausen. „In der Verwaltung würden wir die Zentrale gerne ansiedeln“, appelliert Karin Deinert, stellvertretende Vorsitzende, an die Unterstützung durch die Stadt Lüdinghausen. Vor diesem Hintergrund ist auch schon ein Gesprächstermin mit Bürgermeister Richard Borgmann nach den Ferien anberaumt worden. „Zumindest die Hilfszusage seitens der Stadt liegt schon vor“, ist Vorsitzender Ludger Hentrei optimistisch, dass Verein und Stadt auf einen gemeinsamen Nenner kommen.

Auf der zweiten Schiene ist der Verein ebenfalls tätig: Es werden ehrenamtliche Helfer gesucht, die ihre Fähigkeiten und Kenntnisse anbieten. Albert Pernhorst ist hier bereits auf bestem Wege und hat sich das Rauchmelder-Projekt vorgeknüpft. „Sobald man die Leute anspricht, sind sie interessiert. Und häufig stellen sie auch ihre Kenntnisse zur Verfügung“, hat Karin Deinert erste Erfahrungen gemacht. Ein erster Stamm wurde bereits akquiriert, weitere sollen und müssen folgen.

Der Lüdinghauser Verein orientiert sich an dem Verein „MiO“ in Olfen. Beiden haben ähnliche Zielsetzungen. In Olfen besteht „MiO“ seit knapp zwei Jahren, hat über 50 Mitglieder, von denen 40 tatkräftig anpacken. Vordringlich ist sowohl in Olfen als auch in Lüdinghausen ein Ziel: Die Organisationen wollen bekannt werden. Das hilft bei der Suche nach Aktiven, aber auch bei der Präsentation des eigenen Angebots. Aus diesem Grunde denkt der Vorstand des Bürgervereins beispielsweise daran, eine öffentliche Veranstaltung zu organisieren, um seine Vorstellungen öffentlich zu machen. „Warum nicht ein Fest im „Parc de Taverny?“ überlegt Gertrud Kleingräber. Von ihr stammt auch die Anregung, die „Ansprech-Bar“ ins Leben zu rufen – ein niederschwelliges Angebot, um Kontakte zu knüpfen und Hilfen zu vermitteln. Bevor diese „Bar“ jedoch ihren Betrieb aufnimmt und der Verein eine „Zentrale“ bekommt, übernimmt Karin Deinert die telefonische Anlaufstelle. Sie ist erreichbar unter ✆  60 23.

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