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Großeinsatz für Feuerwehr, DRK-Rettungsdienst und Polizei

Chemieunfall im Bischoff-Werk

Lüdinghausen

Ein Chemieunfall sorgte am Montag nicht nur für Aufregung bei den Beschäftigten der Stahlgießerei Bischoff, sondern auch für einen Großeinsatz von Feuerwehr, DRK-Rettungsdienst und Polizei. Gegen 9 Uhr war beim Entladen ein Behälter mit einem flüssigen Harz von einem Lkw gekippt und leck geschlagen. Die toxische Flüssigkeit ergoss sich auf den Boden und verflüchtigte sich auch durch den starken Wind in der Luft.

Peter Werth

Auch Rettungswagen aus benachbarten Kommunen waren zum Einsatzort an der Seppenrader Straße ausgerückt. Auf dem Gelände der Stahlgießerei Bischoff war beim Entladen von einem Lkw ein Behälter mit einer toxischen Flüssigkeit umgekippt und leck geschlagen. Foto: Peter Werth

Unfreiwillige Schichtunterbrechung für die 60 Mitarbeiter der Stahlgießerei Bischoff an der Seppenrader Straße am Montagvormittag: Beim Entladen kippt um kurz nach 9 Uhr ein Behälter mit einem flüssigen Harz von einem Lkw. Rund 300 Liter der laut Sicherheitsdatenblatt toxischen Flüssigkeit ergießen sich über den Boden. Das Firmengelände wird umgehend evakuiert. Die Beschäftigten sammeln sich vor dem Firmengelände, die Lüdinghauser Feuerwehr rückt ebenso an wie Rettungskräfte des DRK und die Polizei. Schnell wird die Seppenrader Straße zwischen Bahnübergang und Kreisverkehr komplett gesperrt. Das alles geschieht aus Sicherheitsgründen, versichern Wehrführer Günter Weide und Michael Hofmann, der Leiter des DRK-Rettungsdienstes im Kreis Coesfeld.

Um ein Verflüchtigen der Flüssigkeit in der Luft zu verhindern, setzen die Wehrleute Wassernebel und einen Sprühstrahler ein, der das Harz binden soll, erklärt Torsten Voß, der stellvertretende Löschzugführer. Um für die Bischoff-Beschäftigten kein Gesundheitsrisiko einzugehen, werden alle, die in irgendeiner Form Kontakt mit der Flüssigkeit hätten haben können, noch vor Ort untersucht. Dazu gehören auch einige Feuerwehrleute.

Dafür wird von der Feuerwehr auf der Straße vor dem Betriebsgelände in Windeseile ein Zelt aufgebaut. „Zwei Personen werden wir vorsorglich ins Krankenhaus bringen“, sagt DRK-Leiter Hofmann nach den Untersuchungen durch die drei Notärzte vor Ort. An anderer Stelle werden Mitarbeiter und Feuerwehrleute, die dem Behälter zu nah gekommen sind, dekontaminiert. Aber bei ihnen werden keine Beeinträchtigungen festgestellt. Insgesamt seien 19 Betroffene untersucht worden, so Hofmann: fünf Polizeibeamte, drei Feuerwehrleute und 16 Bischoff-Beschäftigte. All dies, so versichert er, geschehe prophylaktisch. Insgesamt stehen zehn Rettungswagen – unter anderem auch aus Werne und Selm sowie dem Nordkreis – bereit, um mögliche Verletzte in Krankenhäuser zu bringen.

Eine Fachfirma pumpt gegen Mittag den beschädigten Behälter leer. Anschließend dürfen die Mitarbeiter der Stahlgießerei das Gelände wieder betreten und ihre Arbeit aufnehmen, erklärt Geschäftsführer Olav Virus-Tetzlaff im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten. Das Harz werde neben anderen Komponenten für die Herstellung der Gussformen in dem Unternehmen benötigt, erläutert Virus-Tetzlaff: „Damit gehen unsere Mitarbeiter nahezu tagtäglich um.“

Kurz vor 13 Uhr wird dann auch die Sperrung der Seppenrader Straße aufgehoben. Der Zugverkehr wurde in dieser Zeit nicht beeinträchtigt. Insgesamt, so die Feuerwehr, waren 30 Wehrleute, 13 Polizisten und über 30 DRK-Rettungskräfte im Einsatz.

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