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Schulunterricht in Corona-Zeiten

Dann doch lieber mit Maske . . .

Lüdinghausen

Im Gegensatz zu den Grundschulen sollten an den weiterführenden Schulen in NRW nach den Ferien auch im Unterricht Masken getragen werden. Doch dann wurde die Vorgabe überraschend wieder zurückgenommen. Nicht unbedingt zur Freude der Schulleiter.

Beate Nießen

Am Canisianum hat die Schulkonferenz am Donnerstagabend beschlossen, die Maskenpflicht im Unterricht vorerst beizubehalten. Foto: Canisianum

Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln – Schulpolitik in Coronazeiten zeichnet sich vor allem durch eines aus: ihre extrem kurze Halbwertzeit. Nur zwei Wochen nach dem Start ins neue Schuljahr nahm die Landesregierung das Maskengebot im Unterricht an allen weiterführenden Schulen schon wieder zurück. „Ziemlich überraschend“ fand das dann auch Mathias Pellmann, Leiter der Lüdinghauser Sekundarschule. „Es funktionierte gerade eigentlich gut bei uns mit der Maskenpflicht.“ Seitdem die Schüler nun offiziell im Unterricht keine Masken mehr tragen müssten, täten es dennoch viele weiter freiwillig. „Teils, weil sie sich dadurch sicherer fühlen, teils weil sie beispielsweise ihre Großeltern zu Hause nicht unnötig gefährden wollen“, zählte Pellmann auf.

Frontalunterricht

Wobei – ohne Maske darf der Unterricht an den weiterführenden Schulen in NRW nur stattfinden, wenn die Schüler in ihrem eigenen Klassenverband an ihrem Platz sitzen. „Also genau der Frontalunterricht stattfindet, der aus pädagogischer Sicht schon lange nicht mehr favorisiert wird“, erklärte Schulleiterkollege Michael Dahmen vom Gymnasium Canisianum. Denn sobald es um Gruppenarbeit oder Differenzierungskurse gehe, wo sich Schüler „vermischen“, sei auch laut Schulministerium die Maske wieder Pflicht. Ein Hin und Her, das Elisabeth Hüttenschmidt, Leiterin des St.-Antonius-Gymnasiums, nicht gerade willkommen heißt: „Anders wäre es uns lieber gewesen. Auch wenn das Tragen der Maske gerade an den wärmeren Tagen von vielen als anstrengend empfunden wurde.“

Schulkonferenz

Doch angesichts der gerade in den vergangenen Tagen häufiger werdenden Meldungen über Corona-Infektionen an Schulen auch im Münsterland setzen die Lüdinghauser Schulleiter lieber auf Vor- als auf Nachsicht. „Niemand möchte, dass eine unserer Schulen geschlossen werden muss“, sagte Dahmen. Er setzt darum nicht nur auf die Freiwilligkeit seiner Schüler in Sachen Maske. Am Donnerstagabend wurde auf seine Initiative hin in einer gesondert einberufenen Schulkonferenz – paritätisch besetzt durch jeweils sechs Vertreter aus dem Lehrerkollegium, der Elternschaft und der Schüler – der Beschluss gefasst, dass am Cani auch weiter eine grundsätzliche Maskenpflicht im Unterricht gilt.

Michael Dahmen

Diese Selbstverpflichtung gelte zunächst bis zum 31. Oktober. Zwei Tage zuvor werde die Schulkonferenz erneut über das Thema beraten und im Zweifel neu entscheiden, sagte Dahmen. Ausnahmen, so der Cani-Chef, gebe es etwa bei kleineren Lerngruppen in genügend großen Räumen. Da könne die Maske abgenommen werden, ebenso, wenn etwa ein Schüler ein Referat halte – ausreichender Abstand vorausgesetzt.

Doch damit nicht genug. „Ein Mitglied unseres Kollegiums aus dem naturwissenschaftlichen Fachbereich bastelt gerade zusammen mit einigen Schülern an CO-Messgeräten für Klassenzimmer“, verriet Dahmen. So solle die Luftqualität überwacht und der richtige Zeitpunkt für ein konsequentes Durchlüften erkannt werden. „Im Moment haben wir praktisch ständig die Fenster offen stehen. Im Winter wäre das aber nicht mehr so eine gute Idee.“

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