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Gymnasium wird vom Schulministerium zertifiziert

Das Anton kann Europa

Lüdinghausen

Bilinguale Ausbildung, vier Fremdsprachen, regelmäßiger Austausch mit Schulen in Polen und Spanien: Das St.-Antonius-Gymnasium will nicht nur den Horizont seiner Schüler kontinental erweitern, sondern ihnen auch europäische Werte vermitteln.

Von Christian Besse

Im Rahmen einer offiziellen Feier wurde das St.-Antonius-Gymnasium im Foto: privat

„Man kann auch für Europa werben, indem man nur blaue Luftballons mit gelben Sternchen steigen lässt. Aber das ist nicht so unser Ding.“ Meike Klingauf, Lehrerin am St.-Antonius-Gymnasium, und ihre Kollegen halten nicht viel von rein symbolischen Aktionen. Sie wollen ihre Schüler ganz praktisch dazu bringen, europäische Werte wie Weltoffenheit und Meinungsfreiheit zu leben.

Das ist jetzt auch ganz offiziell anerkannt worden. Nach dem Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg ist das Anton nun die zweite „Europaschule“ in Lüdinghausen, eine von 244 in ganz Nordrhein-Westfalen. Vor zwei Jahren hatte das Gymnasium die Zertifizierung beantragt, nun wurde sie ihr verliehen – im Rahmen einer offiziellen Feier im Düsseldorfer Landtag. Verliehen wird das Prädikat vom „Arbeitskreis der Europaschulen“, der an das Landesschulministerium angedockt ist.

Europäische Werte auch aktiv leben

Das Anton hat den Titel nicht einfach mal eben so bekommen. Institutionen, die sich „Europaschule“ nennen dürfen, müssen konkrete Inhalte und Projekte vorweisen – fortlaufend. So führt das Gymnasium seit 2007 eine bilinguale Ausbildung durch. Ab der siebten Klasse lernen die Schüler Geschichte auch auf Englisch, ab der achten Klasse zusätzlich Biologie. Weitere angebotene Fremdsprachen sind Spanisch, Französisch und Latein. Gefördert durch das Erasmusprogramm der EU können Schüler Betriebspraktika auch im Ausland machen. So erhalten im kommenden Sommer insgesamt 22 Mädchen und Jungen in Lüdinghausens Partnerstadt Taverny und in Enschede erste Einblicke in die Arbeitswelt.

Geschichtswissen bekommen die Schüler auch bei gemeinsamen Fahrten vermittelt: etwa nach Auschwitz, das sie gemeinsam mit Gleichaltrigen der Diözesanschule in Nysa, der Partnerschule des Anton, besuchten. Eine weitere Partnerschaft könnte folgen: Mit der Retamar-Schule im spanischen Almeria pflegen die Lüdinghauser bereits einen Austausch.

Inwieweit profitiert das Gymnasium an der Klosterstraße von dem Prädikat „Europaschule“? Ludwig Perick, der Europabeauftragte der Lehrerschaft: „Wir wollen keine Vorteile, sondern unsere Ausbildungsqualität erhöhen. Unsere Aufgabe ist es, den Schülern zu vermitteln, dass man die europäischen Werte auch aktiv leben muss.“

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