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Zehn Jahre Tafel Lüdinghausen

Das Licht im Alltag vieler Menschen

Lüdinghausen

Vor zehn Jahren, im März 2009, gaben die Helfer der Tafel in Lüdinghausen erstmals Lebensmittel an Bedürftige aus. Viele der ehrenamtlichen Kräfte engagieren sich noch heute in dem Verein. „Sie machen unsere Gesellschaft reicher“, befand die stellvertretende Landrätin am Samstag bei einer Dankeschön-Veranstaltung in der Burg Vischering. Mit der Meinung stand Anneliese Haselkamp nicht alleine da.

Arno Wolf Fischer

Vor zehn Jahren, im März 2009, gaben die Helfer der Tafel in Lüdinghausen erstmals Lebensmittel aus. Grund genug, so hob unter anderem Festredner Karl Schiewerling (r.) hervor, den vielen ehrenamtlichen Kräften danke zu sagen. Foto: Arno Wolf Fischer

„Ein Grund zum Feiern, ein Erfolgsmodell oder eine Mahnung an Politik und Gesellschaft?“, fragte der Vorsitzende Josef Kersting bei der Dankesveranstaltung anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Tafel Lüdinghausen und brachte damit das Spannungsfeld auf den Punkt, in dem sich die Tafeln in Deutschland bewegen. Aktive und ehemalige Helfer, Unterstützer, Sponsoren, und Mitglieder der Nachbartafeln hatten sich am Samstag in der Vorburg der Burg Vischering zusammengefunden, um gemeinsam über Vergangenheit und Zukunft der Tafel Lüdinghausen zu sprechen.

Wie sehr die gelebte Hilfe im Mittelpunkt der Tafelarbeit steht, machte schon der Anlass der Veranstaltung deutlich: Es wurde nicht die zehnte Wiederkehr des Tags der Vereinsgründung begangen, sondern an die erste Lebensmittelausgabe im März 2009 erinnert.

Was die ehrenamtlichen Helfer seitdem vollbringen, ist für Schirmherr und Bürgermeister Richard Borgmann vor allem eines: „eine tägliche Meisterleistung, die Lüdinghausen menschlicher und lebenswerter macht“. Die stellvertretende Landrätin Anneliese Haselkamp stellte die Bedeutung der Tafeln in einer Zeit heraus, die immer öfter von sozialer Kälte geprägt sei: „Sie machen unsere Gesellschaft reicher.“

Als geistlicher Beistand sind Pfarrerin Silke Niemeyer und Pastoralreferent Michael Kertelge im Beirat der Tafel aktiv. Für Kertelge sind es vor allem die konkrete Hilfe und die Würde, die den Kunden vermittelt werde, die die Arbeit der Tafel auszeichnen. „Einen 20. Geburtstag wird es nicht geben, denn in zehn Jahren wird alles anders sein“, brachte Niemeyer ihre Hoffnung für die Zukunft zum Ausdruck. Bis dahin werde die Tafel aber weiter mit Menschlichkeit den Überfluss und Mangel in der Gesellschaft in einen Ausgleich bringen.

Der Festredner, Sozialpolitiker Karl Schiewerling, blickte auf die Entstehung der Tafeln zurück: „Es gab sowohl einen Bedarf als auch ein Angebot in Form des Lebensmittelüberschusses unserer Konsumgesellschaft.“ Ämter und Institutionen müssten in Zukunft vor allem das Leben im Blick haben, wobei ein Erfahrungsaustausch mit den Tafeln helfe. „Ich habe den Eindruck, dass die Tafel in Lüdinghausen jetzt ihre volle Wirkung entfaltet. Sie ist ein zentraler Knotenpunkt bürgerschaftlichen Engagements“, fasste Schiewerling zusammen.

Josef Kersting

Kersting hatte am Samstag die aktuellsten Zahlen zur Tafel parat: Insgesamt 263 Mitglieder, davon 111 Aktive in Lüdinghausen und 34 in Olfen, ermöglichen die Lebensmittelausgabe. Dabei gibt es immer wieder Neuzugänge. „Lüdinghausen hat gute informelle Netzwerke und genau die richtige Struktur. Die Stadt ist nicht zu groß und nicht zu klein“, erläuterte Kersting.

Seit drei Jahren ist Marion Winkelmann im Team dabei: „Ich habe mir das mal angeschaut und dort tolle Leute kennengelernt. Ich bin einfach begeistert.“ Dem ersten Aufruf vor zehn Jahren folgte Elisabeth Bertelsbeck, seitdem engagiert sie sich bei der Tafel. Mit einem Augenzwinkern sagte sie: „Wir sind immer offen für neue Leute und bräuchten noch mehr Helfer.“

Was die Mitglieder und Unterstützer der Tafel antreibt, fasste Kersting in seinem Schlusswort zusammen: „Uns eint das Ziel, Licht in den Alltag von Menschen zu bringen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Je mehr dabei helfen, umso heller wird es!“

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