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Mischa Mangels liest aus Erstlingswerk

„Das war spektakulär“

Lüdinghausen

„Ein Spalt Luft“ heißt das Erstlingswerk von Mischa Mangel. Am Mittwochabend las der aus Lüdinghausen stammende Autor aus seinem Roman, in dem es um einen jungen Mann geht, der bei seiner an einer Psychose leidenden Mutter aufgewachsen ist. Das Publikum war fasziniert.

Von Arno Wolf Fischer

Mischa Mangel stellte in der Aula des St.-Antonius-Gymnasiums sein Buch „Ein Spalt Luft“. Moderiert wurde die Lesung von Heike König-Bölke, die im Gespräch mit dem Autor Details und Hintergründe des Romans herausarbeitete. Foto: Arno Wolf Fischer

Mit einer Lesung in seiner ehemaligen Schule stieß der Autor Mischa Mangel am Mittwochabend in der Aula des St.-Antonius-Gymnasiums für eine gebannte Zuhörerschaft. Auf Einladung der Bürgerstiftung stellte der in Lüdinghausen aufgewachsene Mangel sein im Suhrkamp-Verlag erschienenes Erstlingswerk „Ein Spalt Luft“ vor. Dabei wurde schnell deutlich, warum das Buch bereits in Feuilleton und Leserschaft für Begeisterung gesorgt hat. Durch den Abend führte Heike König-Bölke, die im Gespräch mit dem Autor Details und Hintergründe herausarbeitete.

„Das Grundthema ist die Leerstelle im Leben eines jungen Mannes und seine Suche danach“, führte die Referentin für Literaturkurse bei der Familienbildungsstätte die Zuhörer in das Buch ein. Mangel beschreibt darin die Auseinandersetzung eines jungen Mannes mit den Ereignissen seiner ersten drei Lebensjahre, in denen er mit seiner an einer Psychose leidenden Mutter beinahe vollständig isoliert gelebt hatte.

„Die Abwesenheit einer Person ist in seinem Leben anwesend“, fasste Mangel zusammen, wie sich das Fehlen des erkrankten Elternteils auf den namenlosen Protagonisten auswirkt. Ergänzt werden dessen direkte Beschreibungen durch surreale Traum- und Märchensequenzen, Erinnerungen nahe stehender Personen sowie nüchterne Gutachten und geschwärzte Akten des Jugendamtes. „Collagenartig“, beschrieb König-Bölke die nicht lineare Zusammensetzung dieser Erzählperspektiven. Ein Schreibstil, der laut Mangel vor allem einem Ziel dient: „Der Einkreisung der Leerstelle.“ Immer wieder kamen König-Bölke und Mangel ins Gespräch über unterschiedliche Möglichkeiten, das Gelesene zu interpretieren. „Deshalb ist es so spannend mit Leuten darüber zu sprechen“, freute sich der Autor und betonte: „Es ist ein offenes Gebilde.“

Virtuos erweckte Mangel am Mittwoch die unterschiedlichsten Perspektiven seines Buches zum Leben und traf damit sichtlich den Geschmack des Publikums. „Das war spektakulär“, lobte ein Zuhörer unter dem Applaus des Saals, aus dem prompt die Frage nach einer baldigen Zugabe in Form seines nächsten Buches gestellt wurde. „Die Idee ist schon da“, lautete die vielversprechende Antwort.

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