1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Luedinghausen
  6. >
  7. DGB fordert Eintrag von Pflegekräften

  8. >

Das Goldene Buch der Stadt

DGB fordert Eintrag von Pflegekräften

Lüdinghausen

Der DGB-Ortsverband fordert, dass sich angesichts ihres Einsatzes in der Corona-Krise auch Vertreter sogenannter „systemrelevanter Berufe“ ins Goldene Buch der Stadt eintragen sollen. Zudem müsse die Politik dafür sorge tragen, dass diese Berufsgruppen angemessen entlohnt werden.

wn

In das Goldene Buch der Stadt Lüdinghausen hat sich manch bekannter Politiker eingetragen. Hier ist es der ehemalige SPD-Vorsitzende Franz Münterfering (l.), der unter den Augen von Bürgermeister Richard Borgmann seine Unterschrift setzt. Im Jahr 2000 hat dies auch der ehemalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher getan. Foto: nit/ing

Der DGB-Ortsverband Lüdinghausen schlägt vor, dass sich Beschäftigte der aktuell sogenannten systemrelevanten Berufe in das Goldene Buch der Stadt Lüdinghausen eintragen dürfen. „Insbesondere in der jetzigen Krisenzeit zeigt sich, dass es die gesellschaftlich weniger anerkannten Berufe etwa aus der Logistikbranche, den Pflege- und Sozialberufen und dem Einzelhandel sind, die unsere Gesellschaft aktuell federführend am Laufen halten“, wird Michael Schulte, Vorsitzender des DGB-Ortsverband Lüdinghausen, in dem Pressetext zitiert. „Aus diesem Grund regen wir an, dass sich eine gewisse Anzahl der aktuell systemrelevanten Fachkräfte in das Goldene Buch der Stadt Lüdinghausen eintragen darf.“

Michael Schulte

„Natürlich muss die Politik dafür Sorge tragen, dass diese oftmals prekären Berufe auch die finanzielle Zuwendung und die Unterstützung der Gesellschaft erhalten, die sie nicht nur in der Krisenzeit mehr als verdient haben. Da wäre ein Eintrag in das Goldene Buch ein erstes starkes politisches Zeichen der Stadtverwaltung Lüdinghausen,“ erläutert Schulte den Vorstoß des DGB.

Bisher waren Einträge ins Goldene Buch vor allem prominenten Menschen aus Politik, Kirche und Sport vorbehalten. „Da es für Einträge in die Goldenen Bücher praktisch keine festgelegten Kriterien gibt, sehen wir darin die Möglichkeit, den Menschen ein kleines bisschen der Anerkennung, Wertschätzung und des Respektes entgegenzubringen, den sie tagtäglich und ganz besonders in der aktuellen Situation mehr als verdient haben“, so der Gewerkschafter.

Der Ortsverband rege den Eintrag jetzt an, da er vermutet, dass die aktuell so wichtigen Personengruppen nach der Krise schnell wieder in der alltäglichen Versenkung verschwinden werden. Man erwarte, „dass die Idee großen Rückhalt und eine zeitnahe Reaktion der jeweiligen Parteien im Stadtrat von Lüdinghausen erhalten wird“. So solle bald „ein gemeinsames Zeichen der Dankbarkeit und Wertschätzung“ gesetzt werden, so Schulte. Der DGB begrüße zudem die angedachten Sonderzahlungen an die Pflegekräfte von bis zu 1500 Euro aus der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Startseite