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Besucher habe teilweise eine längere Anreise hinter sich

Die ganze Stadt ist eine Bücherkiste

Lüdinghausen

Die Stadt als Bücherkiste: Es sind beileibe nicht nur Steverstädter, die Bücher verkaufen und kaufen wollen. Am Samstag sind in Lüdinghausen zahlreiche Gäste mit längerer Anreise anzutreffen.

Arno Wolf Fischer

Die Bücher gingen beim Markt am Samstag genauso wenig aus wie die Besucher. Auffällig war, dass zahlreiche Käufer und Verkäufer eine längere Anreise hinter sich hatten. Für Musik auf dem Markt sorgte Gitarrist Joaquin Parraguez. Foto: Arno Wolf Fischer

So unterschiedlich die literarischen Interessen und Lesegewohnheiten auch sind; in einer Sache waren sich Besucher und Marktbeschicker beim Büchermarkt am Samstag einig: Beim nächsten Mal wollen sie wieder dabei sein. Kein Wunder: Die Auswahl war groß und der Besucherstrom riss bis zum Ende des Marktes nicht ab.

Los ging es am Samstag bereits direkt bei der Eröffnung. „Manche haben Listen dabei und versuchen sofort ihre Lieblingsautoren zu ergattern“, erklärte eine Händlerin aus Waltrop. Besondere Freude rief bei den Standbetreibern dabei der Standort auf dem Marktplatz hervor. „Es ist deutlich lebendiger hier und ich finde das hat die Stadt auch verdient“, meinte etwa Rainer Kirchner aus Rees. Hygieneregeln stellten dabei weder für Kunden noch für Standbetreiber ein Problem dar: Mit Maske und genügend Abstand wurde gekramt und geblättert. Unzählige bedruckte Seiten, aber auch CDs, Schallplatten und Gesellschaftsspiele wechselten den Besitzer, wobei die mehr als 40 Stände die beeindruckende Vielfalt der Medien abdeckten. Von „TKKG“ über christliche Literatur oder heimatliche Bilderbände bis hin zu Schmökern für die ganz kleinen Gäste, Krimis und Thrillern oder Sachbüchern für den Heimwerker gab es viel zu entdecken. Dass es bei den Bücherfreunden ankam, machte einmal die Besucherzahl deutlich. „Viele nehmen einige Kilometer auf sich, um heute hier zu sein“, erklärte Standbetreiber Rainer Kirchner. Eines fiel ihm besonders auf: „Die Leute sind wirklich fröhlich. Sie freuen sich, dass es endlich wieder Veranstaltungen wie diese gibt.“

Zu den Besuchern mit weiterem Anfahrtsweg gehörte Ralf Schneider: „Aus Richtung Ruhrgebiet“, fasste er seinen Weg knapp zusammen. „Einfach mal schauen“, lautete seine Absicht, die durch Ehefrau Sabine ergänzt wurde: „Er will ja schon ein paar Schnäppchen machen.“ Eine Einschätzung, die Ralf Schneider nicht von sich weisen konnte. „Wehe es steht nachher nur im Regal und du liest nicht“, gab die Gattin zu verstehen. Eine Befürchtung, die Schneider schnell zu beschwichtigen wusste: „Ich bin ja sowieso eher für Sachbücher zu haben und da kaufe ich nichts, was mich nicht auch wirklich interessieren würde.“

Nachschub wartet in Kartons

Dass der Besucherstrom bis zum Ende des Marktes nicht abriss, erwischte die Standbetreiber nicht auf dem falschen Fuß: Kartonweise wartete der Nachschub hinter den Ständen, um leere Stellen in der Auslage sofort zu füllen. „Gerade erst rausgelegt und schon verkauft“, freute sich Michael Pieper aus Appelhülsen über einen „Star Trek“ Roman, der sofort eine junge Abnehmerin fand. „Da warst du doch noch gar nicht geboren, als das alte Raumschiff Enterprise lief“, stellte er fest. „Trotzdem alle Folgen und Filme gesehen“, konterte die Kundin zum Erstaunen des Händlers. Für passende Stimmung auf dem Markt sorgte vor allem der Gitarrist Joaquin Parraguez. Wer dann die Angebote rund um den Markt begutachtet hatte, konnte schließlich auch bei der Lüdinghauser Stadtbücherei noch einmal fündig werden: Schnäppchen aus dem Bestand der Bibliothek wechselten an der Steverstraße den Besitzer.

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