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Julius Kloppenburg hat die Orgel für sich entdeckt

Die Mathematik der Musik

Lüdinghausen

Die Königin der Instrumente hat ihn nie wirklich interessiert – bis zur Goldhochzeit seiner Großeltern.

wn

Kantor Thomas Kleinhenz (li.) hat seinen Schüler Julius Kloppenburg bis zum sogenannten C-Examen begleitet. Foto: Bischöfliche Pressestelle

Die Goldhochzeit der Großeltern vor knapp vier Jahren hat in Julius Kloppenburg etwas bewegt. Zwar spielt der 20-Jährige seit seinem sechsten Lebensjahr Klavier – „gern und viel“ –, auch ist er in seiner Heimatgemeinde St. Felizitas immer schon bei den Messdienern aktiv, aber das Orgelspiel hat ihn nie interessiert. „Bis zu dem Zeitpunkt, als ich in der Kirche Trompete gespielt habe und von der Orgel begleitet wurde“, berichtet Kloppenburg. In dem Moment war es um ihn geschehen.

„Das ist ein cooles Instrument“, wurde ihm bewusst. Er informierte sich bei Kantor Thomas Kleinhenz, erfuhr von dem einjährigen Elementarkurs des Bistums Münster und erlernte das Instrument. „Anschließend habe ich noch die zweijährige Ausbildung zum C-Musiker drangehängt. Dabei war mir nicht klar, wie facettenreich die Ausbildung ist“, gibt er zu. Sicherlich, die Ausbildung sei aufwendig, aber für ihn gut zu schaffen gewesen.

Regelmäßig nach Münster

Neben dem wöchentlichen Orgelunterricht bei Kleinhenz führte ihn sein Weg regelmäßig nach Münster. Dort fand der Unterricht in Fächern wie Chorleitung, Kinderchorleitung, Liturgiegesang, Liturgik, chorpraktisches Klavierspiel, Musiktheorie und Stimmbildung statt. „Auch wenn es viel ist, war es für mich gut machbar. Es hat mich sogar bestärkt, zusätzlich Musik zu studieren.

Der C-Schein war eine wunderbare Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung“, informiert Kloppenburg, der im fünften Semester Latein und Mathematik für das Lehramt an Gymnasien studiert und seit einem Semester eben auch Musik mit Hauptfach Klavier.

Laien, Mathe und Klavier

Am Orgelspiel fasziniert ihn die Möglichkeit, der Königin der Instrumente viele verschiedene Klänge zu entlocken. „Es ist sehr anspruchsvoll und koordinativ etwas völlig anderes als das Klavierspiel“, sagt er mit Blick auf das Pedalspiel. Aber er habe es als Herausforderung angesehen. Eine Herausforderung, die er bewältigt hat. Ebenso wie beispielsweise das Fach Chorleitung. „Anfangs konnte ich damit nicht viel anfangen. Aber mit der Zeit wurde es immer besser“, gibt er zu.

Das Fach „Tonsatz“ habe ihn dagegen von Anfang an sehr gefallen. „Ich habe gelernt, die Strukturen des Satzes klar zu erkennen. Das ist die Mathematik der Musik. Das gefällt mir“, sagt er mit einem Lächeln.

Knapp sechs Stunden wöchentlich umfasste der Unterricht in der Gruppe. „Wir waren sieben Teilnehmende im Alter zwischen 20 bis 50 Jahren. Das war ein tolles Miteinander, bei dem ich mehr als nur etwas über Musik gelernt habe.“ Leider habe der Unterricht wegen der Corona-Pandemie online fortgeführt werden müssen, bedauert er.

Üben macht glücklich

Geübt hat Kloppenburg im ersten Jahr vor allem an der Orgel in St. Felizitas. Dann ist er für sein Studium nach Münster gezogen. „Dort konnte ich in der Kirchenmusikschule an der Orgel üben“, ist er glücklich über diese Möglichkeit.

Bereits nach eineinhalb Jahren Unterricht wurde es für Kloppenburg ernst. Er übernahm erste Gottesdienste in seiner Heimatgemeinde. „Am Anfang war ich sehr aufgeregt. Man muss auf so vieles achten. Aber so langsam kommt ein bisschen Routine rein“, sagt er. Besondere Überwindung habe ihn das solistische Singen beispielsweise von Psalmen oder beim Hallelujavers gekostet. Einen Lieblingskomponisten hat Kloppenburg auch für sich entdeckt: „Bach. Der ist toll. Seine Literatur ist sehr schwer, aber der Lerneffekt ist entsprechend hoch.“

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