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Fest zum Ende der Haupt- und Realschule im kleinen Rahmen

Die Uhr tickt weiter

Lüdinghausen

Es ist eine große Sache, die nun Corona-bedingt „nur“ in einem kleinen Rahmen gefeiert wurde: Die Haupt- und Realschule sind ausgelaufen und gehen in der Sekundarschule auf.

wn

Wegen der Corona-Pandemie gab es nun statt einer großer Abschlussveranstaltung für die Real- und die Hauptschule lediglich, aber immerhin eine Feier in kleinem Rahmen. Foto: privat

Zumindest in kleiner Runde ist jetzt eine Abschlussfeier für die Haupt- und Realschule über die Bühne gegangen. „Aufgrund der Corona-Pandemie konnte kein großes Fest für dieses, für die Stadt Lüdinghausen so geschichtsträchtiges, Ereignis stattfinden“, heißt es in dem Pressebericht aus dem Rathaus.

Die Realschule gab‘s seit 151 Jahren, die Hauptschule lief nach 52 Jahren im Sommer aus: Nun sei der Moment gekommen, einen endgültigen Schlussstrich unter die Ära Realschule zu ziehen, wird Annette Uckelmann, ehemalige kommissarische Leiterin der Bildungseinrichtung, in dem Text zitiert. „Dies geschieht nicht ohne Wehmut.“

Damit „ihre“ ehemalige Schule nicht in Vergessenheit gerät, übergab sie dem Team der Sekundarschule, zu der Real- und Hauptschule verschmolzen sind, einen Ginkgobaum. „So wie die Realschule die älteste Schule am Ort ist, gehört der Ginkgobaum zu den ältesten Gehölzen“, erklärte Uckelmann die Symbolik. Im asiatischen Raum ordne man dem Baum die symbolische Bedeutung von Kraft und Wunder zu. Ebenso wünschte sie im Namen ihrer einstigen Kollegen allen Mitarbeitern der Sekundarschule viel Stärke für das Bewältigen der vielfachen Aufgaben.

Auch das ehemalige Hauptschul-Team hat Sekundarschulleiter Mathias Pellmann ein Geschenk überreicht: eine Uhr mit dem langjährigen Logo der Schule (rundes Bild unten) – ein Fünfeck mit fünf ineinandergreifenden Dreiecken. Dafür hatte Optikermeister Werner Welslau eigens das Laufwerk der alten Uhr der Hauptschule repariert. Die Gestaltungsidee wiederum hatten die Experten der Firma Götterfunken aus Ottmarsbocholt umgesetzt.

Ein Teilnehmer der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der Realschule 2019

Hinter den fünf Dreiecken steckt das Leitbild der ehemaligen Hauptschule mit seinen grundsätzlichen Gedanken: Das Gelb steht dafür, als Schulgemeinschaft Verantwortung füreinander zu übernehmen und allen mit Wertschätzung und Respekt zu begegnen. Orange bedeutet, dass der Unterricht so gestaltet wird, dass die Schüler individuell lernen können. Rot appelliert an das Kollegium, eng zusammenzuarbeiten und sich regelmäßig fortzubilden. Blau symbolisiert den intensiven Austausch mit den Eltern, Grün das Unterstützen der Schüler bei ihrer Berufsorientierung und Lebensplanung.

Die Uhr solle den Schülern ein verlässlicher Zeitgeber, der Sekundarschule ein Ansporn in der Bildungsarbeit und der ehemaligen Hauptschule eine liebe Erinnerung an 52 erfolgreiche Jahre sein, betonte Jutta Daldrup. Sie bedankte sich bei den Sponsoren für das Präsent.

Bürgermeister Richard Borgmann sprach derweil während der Feierstunde von einem „historischen Augenblick“. Viele ehemalige Schüler blickten als Unternehmer, Meister, Ausbilder, Angestellter und gefragter Handwerker mit Stolz auf ihre Zeit an diesen beiden Schulen zurück. Denn dort hätten sie das Rüstzeug für ein erfolgreiches Berufsleben mitgegeben bekommen. Dafür bedankte sich Borgmann und wünschte allen Schülern, Lehrern und Mitarbeitern der Sekundarschule für die Zukunft alles Gute. Er sei sicher, dass der Geist der Haupt- und Realschule in der Sekundarschule weiterleben werde. So wusste er zu berichten, dass vor gut einem Jahr anlässlich der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der Realschule plötzlich die Hochzeitsglocke von St. Felizitas zu läuten begann und ein Teilnehmer spontan meinte: „Haupt- und Realschule heiraten und es entsteht die Sekundarschule.“

Pellmanns Dank wiederum galt den Teams beider Schulen, weil sie den Übergang zur Sekundarschule hervorragend begleitet haben. Dies sei nicht selbstverständlich und eine tolle Leistung.

Abschlussfeier erneut verschoben

Die eigentlich für den Sommer geplante, dann auf den 30. Oktober (Freitag) verschobene große Abschlussfeier der Gemeinschaftshauptschule mit mehr als 70 angemeldeten Ehemaligen kann in Abstimmung mit dem Ordnungsamt aus Infektionsschutzgründen nicht stattfinden. Es soll ein neuer Termin gefunden werden. Ort und Zeit geben die Organisatoren noch rechtzeitig bekannt, teilen die Verantwortlichen der Stadt mit.

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