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Flüchtlingskinder absolvieren Hauptschulabschluss am Canisianum

Eine ganz besondere Klasse

Lüdinghausen

Eine „ganz besondere Klasse“ – so ihre Lehrerin Anne Jäger – wurde am Mittwoch am Gymnasium Canisianum verabschiedet. Elf Jugendliche, die vor fünf Jahren mit ihren Familien als Flüchtlinge in die Steverstadt kamen, absolvierten an der Schule ihren Hauptschulabschluss. Schulleiter Michael Dahmen wünschte ihnen die Erfüllung ihrer Träume.

Von Peter Werth

Elf Jugendliche, die 2016 als Flüchtlingskinder nach Lüdinghausen gekommen sind, haben jetzt am Canisianum ihren Hauptschulabschluss gemacht. Sie wurden von Schulleiter Michael Dahmen, ihren Klassenlehrern, Sozialarbeitern und betreuenden Eltern verabschiedet. Foto: Peter Werth

Sie stammen aus Syrien, dem Irak, Afghanistan und Albanien. Als sie vor fünf Jahren ihre Heimat verließen, sprachen sie kein Wort Deutsch. Jetzt haben elf jugendliche Flüchtlinge am Gymnasium Canisianum ihren Hauptschulabschluss gemacht. „Ich habe jeden Tag Vokabeln gelernt“, beschreibt Mahabat Khalaf ihren Start am Cani. Gut erinnern kann sich an seinen ersten Schultag Znar Ali: „Wir haben Spiele gemacht, um die Sprache zu lernen. Es war sehr schwer.“

Am Mittwoch wurden die Jugendlichen in der Cani-Aula feierlich verabschiedet und erhielten aus den Händen von Schulleiter Michael Dahmen sowie ihren Klassenlehrern Anne Jäger und Philipp Rothland ihre Zeugnisse.

„Ihr seid eine ganz besondere Klasse, ihr seid ganz besondere Menschen“, sagte Jäger und begründete dies mit allerlei Adjektiven: ehrgeizig und zielstrebig, temperamentvoll und einfühlsam. „Ihr seid eine tolle Klasse. Verliert euch nicht aus den Augen“, gab sie den Jugendlichen mit auf den Weg, die im kommenden Schuljahr alle in verschiedenen Bildungszweigen des Richard-von-Weizsäcker-Berufskollegs ihre Schullaufbahn fortsetzen werden.

„Von Herzen gratulieren“ wollte auch Cani-Chef Michael Dahmen. Dabei gab er zu: „Es war nicht leicht für euch, in verschiedenen schweren Fächern mit Deutsch als schwieriger Sprache zurechtzukommen“. Dabei zitierte er einen Spruch von Victor Hugo: „Ein Traum ist unerlässlich, wenn man die Zukunft gestalten will.“ Die Erfüllung ihrer persönlichen Träume wünschte er den elf Absolventen ausdrücklich. „Eine Klasse, wie ihr sie seid, hatten wir vorher nicht und werden wir auch nicht mehr haben“, gab er ihnen mit auf den Weg. Zugleich dankte er nicht nur den Klassenlehrern für ihren Einsatz, sondern auch den beiden Schulsozialarbeitern Riemziye Arslan und Tim Stucke sowie einigen Cani-Eltern, die sich bei der Begleitung der Jugendlichen ehrenamtlich engagiert hatten.

Für die Klasse dankte Znar Ali den Lehrern für ihre Unterstützung. „Wir haben jeden Tag etwas Neues gelernt“, sagte der 16-Jährige. Und er betonte mit Blick auf seine Schulkameraden: „Wir halten zusammen.“ Er selbst werde ebenso wie Mahabat Khalaf am Berufskolleg den Bildungsweg Gesundheit und Soziales einschlagen.

Die Absolventen

Elf Jugendliche der ehemaligen Flüchtlingsklasse am Canisianum haben ihren Hauptschulabschluss gemacht: Mohammed Ahmad, Znar Ali, Mina Almasto, Sipam Almasto, Shervan Anez, Rojin Boso, Athin Hassan, Athina Hassan, Mahabat Khalaf, Leonard Kola und Tamim Rahmani.

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