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Wirtschaftsbetriebe kontrollieren Biotonnen in Lüdinghausen

Elektroschrott nicht kompostierbar

Lüdinghausen

In Lüdinghausen waren am Mittwoch Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld unterwegs und haben den Inhalt der Biotonnen auf „Sortenreinheit“ kontrolliert. Dabei machten sie manch merkwürdige Entdeckung.

Peter Werth

Bernd Brüning (Foto oben von links) und sein Kollege Gerd Thies haben am Mittwoch den Inhalt der Biotonnen in den Straßen im östlichen Stadtgebiet von Lüdinghausen kontrolliert und dabei manch merkwürdige Entdeckung gemacht. Foto: Peter Werth

Wem ist das nicht schon mal passiert – da landet der Restmüll versehentlich in der Biotonne. Nicht schön. Dass diese Art der Entsorgung bei einigen Lüdinghausern System zu haben scheint, das stellen am Mittwochmorgen Bernd Brüning und Gerd Thies fest. Die beiden Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld kontrollieren die Füllung der Biotonnen in den Straßen des östlichen Stadtgebiets. Und sie werden fündig. Die Folge für die Hausbewohner: „Die Tonne bekommt einen roten Anhänger und wird nicht geleert“, erklärt Ursula Kleine Vorholt Die Prokuristin der Wirtschaftsbetriebe hat die Aktion am Mittwoch begleitet.

„Wir machen ernst“, betont Gerd Thies und hebt den Deckel eines Müllbehälters an. Zufrieden nickt er seinem Kollegen zu – „alles in Ordnung“. Ein paar Häuser weiter sieht das schon anders aus. „Da ist alles drin, aber kein Biomüll“, stellt Thies mit Kennerblick fest. Die Tonne lässt sich kaum bewegen, so schwer ist sie. Und natürlich falsch befüllt. Umgehend wird der rote Info-Flyer an dem Griff befestigt.

Rote Anhänger werden verteilt

„Es gibt sogar Leute, die ihren Elektroschrott in der Biotonne entsorgen“, berichtet Brüning von unrühmlichen Erfahrungen vergangener Kontrollen. Und der sei ja nun sicher nicht kompostierbar. Ein paar Meter weiter stehen vor einem Mehrfamilienhaus gleich drei Tonnen nebeneinander. Und aus allen dreien quellen gut sichtbar Plastiktüten. Das geht natürlich gar nicht. Auch sie erhalten den roten Anhänger und werden von dem Müllfahrzeug an diesem Tag ignoriert.

Falsch befüllte Tonnen erhielten einen roten Flyer. Foto:

Manche Müll-Panscher versuchen geschickter vorzugehen und verteilen über ihren Plastiktüten Kartoffelschalen oder anderen Bioabfall. Und dennoch lugt an einer Ecke doch ein Stück Plastik hervor. Erwischt. Mit einem Metallhaken werden die Schalen beiseite geschoben, der Müll-Frevel ist aufgedeckt und wird mit einem roten Flyer belohnt. „Da haben wir einen Spezialisten“, kommentiert Brüning das.

Auch Jörg Krause hat so seine Erfahrungen mit falsch befüllten Biotonnen. Seit 17 Jahren fährt er durch die Städte und Gemeinden im Altkreis und leert die Tonnen mit seinem Müllfahrzeug. Er gibt den Kontrolleuren auch mal Tipps, wo neuralgische Straßenzüge sind. Er ist sich sicher: „Die Präsenz der Kontrolleure bringt schon alleine etwas.“ Andererseits hat er auch schon erlebt, dass Anwohner nach der Inaugenscheinnahme ihrer Abfallbehälter die roten Anhänger einfach abreißen. Anschließend würden sie dann doch noch geleert.

Das Problem – ob versehentlich oder absichtlich – falsch befüllter Biotonnen trete häufig bei Mehrfamilienhäusern auf, weiß Kleine Vorholt. „Da fehlt manchmal die soziale Kon­trolle, niemand fühlt sich zuständig“, sagt sie dazu. In Großstädten sei das Problem allerdings deutlich häufiger als in Kommunen wie Lüdinghausen.

In Lüdinghausen wird weiter kontrolliert

Dass die Kontrolltour durchaus ihre Berechtigung hat, zeigt das Ergebnis, das Kleine Vorholt gegen Mittag präsentiert. „Insgesamt sind 151 Biotonnen begutachtet worden. 18 von ihnen haben einen roten Anhänger bekommen“, erklärt sie. Und kündigt zugleich an, dass es in den kommenden Wochen am Tag der Mittwochs-Abfuhr weitere Kontrollen in der Steverstadt geben wird. Diese sollen allerdings – im Gegensatz zur ersten Sichtung – nicht eigens angekündigt werden. „Man bekommt sie nicht alle“, sagt Brüning. Aber ein Anfang ist gemacht.

Was tun, wenn die Tonne stehen bleibt?

Wenn die falsch befüllte Biotonne nicht geleert wird, haben die Leute verschiedene Möglichkeiten, erläutert Ursula Kleine Vorholt von den Wirtschaftsbetrieben Kreis Coesfeld. Zum einen könnten sie den Abfall selbst neu sortieren und so den Behälter für den Bioabfall „sortenrein“ befüllen. Dann werde dieser bei der nächsten Abfuhr entleert. Zudem gibt es zwei weitere Möglichkeiten: Gegen eine Gebühr von 40 Euro wird der selbst sortierte Müll kurzfristig abgeholt. Gegen ein Entgelt von 60 Euro kann die Tonne auch als Restmüll entsorgt werden. „Nur wenn der Bioabfall richtig sortiert ist, kann für echte Nachhaltigkeit gesorgt werden“, betont Kleine Vorholt.

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