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Frauenquote in der CDU

„Engagierte Frauen setzen sich auch so durch“

Lüdinghausen

Über eine verbindliche Frauenquote von 50 Prozent diskutiert derzeit die CDU-Spitze. Der Vorsitzende des Lüdinghauser Stadtverbands der Christdemokraten, Bernhard Möllmann, steht den Plänen skeptisch gegenüber. Warum? Das verrät er den Westfälischen Nachrichten.

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Bernhard Möllmann, Vorsitzender des Lüdinghauser CDU-Stadtverbands, steht den Plänen für eine 50-Prozent-Frauenquote „eher skeptisch“ gegenüber. Foto: Anne Eckrodt

Die CDU diskutiert derzeit über eine verbindliche Frauenquote von 50 Prozent für alle Gremien und Listen. Aktuell liegt der Wert bei 26 Prozent. Auch wenn der Bundesparteitag erst im Dezember endgültig über den Quoten-Vorschlag entscheiden wird, haben sich die Westfälischen Nachrichten schon jetzt bei den Christdemokraten vor Ort umgehört, was sie von dem Vorhaben halten.

Bernhard Möllmann steht den Plänen für eine 50-Prozent-Frauen-Quote „eher skeptisch“ gegenüber. Der Vorsitzende des Lüdinghauser CDU-Stadtverbands sagt klipp und klar: „Ich persönlich halte da nicht viel von.“ Er ist stattdessen der Überzeugung: „Engagierte Frauen setzen sich auch so durch.“ Dass mit dem Einführen einer Quote vielen CDUlerinnen nachgesagt werden könnte, dass sie nur deshalb bestimmte Ämter bekleiden und nicht weil sie hart dafür gearbeitet haben – das ist seine Befürchtung. Er nennt Bundeskanzlerin Angela Merkel als Beispiel: „Ihr kann und würde niemand nachsagen, eine Quotenfrau zu sein.“ Denn sie habe es ohne eine solche Regelung bis ganz nach oben an die Spitze geschafft. Aus Möllmanns Sicht sind die Pläne deshalb „mit Vorsicht zu genießen“. Weil sie die Gefahr bergen, dass die Leistungen der Frauen nicht mehr anerkannt wird.

Qualifikation ist das A und O

„Ab 2025 eine Parität von Männern und Frauen bei der Besetzung von Vorstandsposten bei der CDU einzuführen, halte ich für sehr ambitioniert“, ordnet wiederum Ingeborg Bartsch das Vorhaben ein. Die stellvertretende Stadtverband-Vorsitzende der Lüdinghauser Christdemokraten findet es dennoch richtig, „dass die CDU sich dieses Ziel setzt – immer aber auch vor dem Hintergrund, dass die Leistung, Qualifikation und Befähigung mindestens gleichermaßen vorhanden ist“. Auch sie verweist auf die politischen Spitzenkräfte ihrer Partei: „Mit Merkel stellen wir nicht nur die erste Frau im Amt der Bundeskanzlerin.“

Von den knapp 400 000 Mitgliedern seien mehr als ein Viertel weiblich, ebenso wie die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und die Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer. „Dadurch zeigt sich, dass sich alleinig schon eine gute Qualifikation durchsetzt – geschlechterunabhängig“, betont Bartsch. Abschließend richtet sie den Blick auf die Steverstadt, das Rosendorf und den Kreis Coesfeld: „Für die Kommunalwahl kandidieren für die CDU in 17 Wahlbezirken sechs Frauen, für die drei Kreistagwahlbezirke ebenfalls eine. Wir haben somit nicht nur einen sehr hohen Frauenanteil, sondern – was man keineswegs vergessen darf – auch eine Vielfältigkeit im Alter, Beruf und Fachwissen.“ Und diese Kombination mache es aus.

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