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Der Buchsbaumzünsler

Er frisst und frisst und frisst

Lüdinghausen

Der Buchsbaumzünsler ist ein gefräßiger Zeitgenosse. Derzeit frisst sich die Raupe durch die heimischen Buchsbaumpflanzen und macht ganze Gärten zunichte. Tipps zur Bekämpfung sowie zu Ersatzpflanzen geben heimische Gartenbau-Experten.

Peter Werth

Gärtnermeister Herbert Tüns aus Seppenrade empfiehlt unter anderem den Löffel-Ilex als Ersatz für den Buchsbaum im Garten. Thomas Czakay vom Lüdinghauser Raiffeisenmarkt hat sowohl chemische als auch biologisch wirkende Mittel gegen den Buchbaumzünsler. Die Raupen werden etwa fünf Zentimeter groß. Foto: Peter Werth

Er ist gefräßig bis zur Unersättlichkeit. Und dort, wo er zubeißt, hinterlässt er die sprichwörtliche verbrannte Erde: Der Buchsbaumzünsler – ein aus Ostasien eingeschleppter Schmetterling – hat sich in unseren Breiten in seiner Raupen-Phase zum Zerstörer der Buchsbäume entwickelt. Flächendeckend machen sich die etwa fünf Zentimeter langen grünen, schwarz gepunkteten Krabbeltiere an den Pflanzen zu schaffen.

Herbert Tüns

„Die Nachfrage nach Buchsbaum geht gen null“, sagt Herbert Tüns. In seinem Seppenrader Baumschulbetrieb mag kaum noch jemand eine dieser über Jahrzehnte beliebten Gartenpflanzen erwerben. Tüns kann das gut verstehen. „Ich würde derzeit keinem Kunden zum Kauf raten“, betont er. Obwohl: Sie ganz aus dem Programm nehmen wird er auch nicht. Vielmehr setzt der Gärtnermeister auf Ersatzpflanzen – wie etwa den Löffel-Ilex (ilex crenata). Der sieht dem Buchsbaum recht ähnlich, hat aber den Vorteil, dass der Zünsler ihn bei seiner Nahrungsaufnahme verschmäht.

Der Buchsbaumzünsler erscheine in diesem Jahr auch aufgrund seines massenhaften Auftretens als besonders aggressiv, so Tüns, der auch in seinem eigenen Garten unliebsame Bekanntschaft mit den Raupen gemacht hat. Die Bekämpfung sei zudem nicht einfach. Zwar gebe es sowohl biologische als auch chemische Mittel, aber eine dauerhafte Wirkung sei nur     schwer zu erzielen. „Die Raupen verpuppen sich bei Temperaturen ab acht Grad. Dabei durchlaufen die Raupen bis zu sechs Stadien. Das führt dazu, dass wir in diesem Jahr etwa vier Generationen erwarten dürfen.“ In dieser Zeit sei eine intensive Bekämpfung nötig. Die Mittel müssten, um tatsächlich zu wirken, bis zum Herbst alle zwei Wochen in die Pflanzen gebracht werden.

Herbert Tüns

„Die Frage, ob ich soviel Chemie in meinem Garten einsetzen möchte, beantworte ich für mich mit einem klaren Nein“, sagt Tüns. Vielmehr setzt er auf andere Pflanzen: neben dem ilex auf die Heckenmyrthe (lonicera pileata) oder die heimische Eibe und Gamander. Allein davon gibt es rund 250 Sorten.

Thomas Czakay

Auch Thomas Czakay vom Raiffeisenmarkt Lüdinghausen hat in den vergangenen Wochen etwa 20 Kunden täglich in Sachen Buchsbaumzünsler beraten. Die Anti-Zünsler-Präparate allerdings seien fast ausverkauft. „Die Industrie war auf diesen Bedarf nicht vorbereitet“, stellt er fest. Die Buchsbäume im heimischen Garten gezielt abzusuchen und die Raupen einzusammeln, ist aus seiner Sicht aber zu aufwendig. Man könne die Tiere auch absaugen und dann entsorgen.

Der Buchbaumzünsler

Beim Buchsbaumzünsler handelt es sich um einen Schmetterling. Dieser legt seine Eier vornehmlich in Buchsbäumen ab. Die Raupen dieses Falters fressen die Blätter und später gar die Rinde der Zweige des Buchsbaums auf. Die Krabbeltiere werden etwa fünf Zentimeter lang und sind an ihrer schwarz-grünen Färbung erkennbar. Eingeschleppt wurde der Schädling aus Ostasien – unter anderem kommt er in China, Japan, Korea und Indien vor – nach Mitteleuropa zu Beginn des 21. Jahrhunderts. In Deutschland wurde der Zünsler erstmals 2006 nachgewiesen – zunächst in Süddeutschland.

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