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„Robin-Flederik“ verdankt fünf Personen sein Leben

Erfolgreiche Fledermaus-Rettung

Seppenrade

Eine Fledermaus war offensichtlich in Not. Die Finder sahen nicht weg, sondern nahmen sich des Tierchens an und nannten es sogleich „Robin-Flederik“. Dank seiner Helfer konnte die Fledermaus gerettet werden.

Fledermaus „Robin Flederik“ konnte gerettet werden. Foto: privat

Zwei Tage vor Ostern hat das Zusammenwirken von fünf Personen zur Lebensrettung einer kranken Breitflügel-Fledermaus in Seppenrade geführt. Das Tier wurde von einem Paar aus Seppenrade, Eva Berends und Torsten Bojahr, entdeckt, als es sich tagsüber in der Sonne an ihre Hauswand klammerte. Auf dem Rückenfell war etwas Weißes zu sehen. Das Tier war offensichtlich in Not. Die Finder sahen nicht weg, sondern nahmen sich des Tierchens an und nannten es sogleich „Robin Flederik“.

Für eine Erstversorgung des notleidenden Fledertieres wurde mit lebenden Mehlwürmern gesorgt. Leider nahm „Robin“ nur zwei davon. Also suchten die Tierfreunde Hilfe im Internet. Denn inzwischen war durch die Beschäftigung mit dem Tier bei Eva und Torsten klar, dass sie es retten wollten. „Einfach hängen lassen, das kam nicht infrage“, waren sie sich sicher.

Auf der Internetseite des Nabu-Kreisverbands Coesfeld entdeckten sie die Rufnummer des Fledermausexperten Reinhard Loewert in Lüdinghausen. Einer entsprechenden Bitte, das Tier zunächst einmal zu ihm zu bringen, kamen die Finder gerne nach. Loewert erkannte schnell, dass das Tier medizinisch versorgt werden musste. Aber kein örtlicher Tierarzt war erreichbar. Also musste er weitere Hilfe organisieren.

Die Fledermausschützer sind gut im ganzen Bundesland vernetzt. Loewert rief Eva Kemper in Münster an. Sie hat durch langjährige Mitgliedschaft in der Nabu-Arbeitsgruppe „Fledertierschutz“ viel Erfahrung im Umgang mit verletzten Fledermäusen. Sie wollte sich des Tieres annehmen. Es musste wegen Unterernährung mit Welpenmilch versorgt werden. Die Substanz im Fell war Harz und musste behandelt werden. So kam die Fledermaus schließlich zu Eva Kemper.

Es dauerte zwei Tage, ehe sie das Tier in mühevoller Arbeit vom im Fell klebenden Harz befreien konnte. Dazu musste Robins Fell eingeölt und später geduscht werden. Er hat alles ohne Gegenwehr hingenommen, so als ob er ahnte, dass ihm geholfen werden würde, um bald wieder fliegen und jagen zu können, erklären die Tierretter. Nach wenigen Tagen besserte sich sein Allgemeinzustand, sein Appetit und seine Beweglichkeit nahmen wieder zu. Die Wunde wurde versorgt und schloss sich.

„Seine Entwicklung ist vielversprechend. Inzwischen teilt er sich die Mehlwurm-Mahlzeiten mit zwei Breitflügelfledermäusen“, erklärt Kemper, die weitere Tiere pflegt. So haben fünf Personen, die nicht weggeschaut haben und weder Kosten noch Mühen scheuten, einer Fledermaus das Leben gerettet. Möge noch ein langes Leben mit vielen Nachkommen vor ihr liegen.

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