Kundgebung: Lüdinghausen soll Geflüchteten „sicheren Hafen“ bieten

Farbe bekennen für Menschlichkeit

Lüdinghausen

Lüdinghausen soll ein „sicherer Hafen“ für Geflüchtete werden: Für dieses Ziel machten sich Redner aus der Bürgerschaft bei einer Kundgebung der Initiative „Seebrücke Lüdinghausen“ stark. Nach der Ablehnung eines diesbezüglichen Antrags im Stadtrat wurde die mögliche Umsetzung auf Kreisebene thematisiert.

Von Arno Wolf Fischerund

An der Borg versammelten sich am Samstag zahlreiche Unterstützer der Aktion „Sicherer Hafen“ für Geflüchtete. Bei der Kundgebung der Initiative „Seebrücke Lüdinghausen“ forderten die Redner ein stärkeres humanitäres Engagement der Stadt ein. Foto: Arno Wolf Fischer

Zu einer Kundgebung rund um die Initiative „Sicherer Hafen“ lud die „Seebrücke Lüdinghausen“ am Samstag zur Bühne an der Borg ein. Dort freuten sich die Initiatoren neben vielfältiger musikalischer Unterstützung auch über zahlreiche Redebeiträge aus der Lüdinghauser Bürgerschaft. Eingebettet war die Kundgebung in die Fahrraddemonstration „Sicherer Hafen Münsterland!“, in der sich Lokalgruppen der „Seebrücke“ sowie Unterstützer aus dem gesamten Münsterland für die freiwillige Aufnahme zusätzlicher Geflüchteter in den Gemeinden und Städten stark machten.

Bevor sich am Sonntag alle Fahrradgruppen zur gemeinsamen Kundgebung in Münster zusammenfanden, hieß die Lüdinghauser Lokalgruppe ihre Mitstreiter aus Coesfeld und Haltern an der Borg willkommen. Begrüßt wurden die Gäste von den „Seebrücke“-Aktiven Anke Brandmeier und Nils Müller sowie Bürgermeister Ansgar Mertens. „Wir stehen im guten Austausch“, fasste Mertens die Diskussion rund um Lüdinghausen als „sicheren Hafen“ zusammen und charakterisierte das bürgerschaftliche Engagement für Flüchtlinge und Seenotrettung als „Gute und richtige Entwicklung“.

Als Vertreter der beiden Lüdinghauser Kirchengemeinden sprachen Pfarrer Benedikt Elshoff und Presbyterin Claudia Wulf. „Wir haben als Kirche einiges dazu zu sagen“, war sich Elshoff sicher und begegnete politischen Diskussionen über Fluchtursachen mit der nüchternen Feststellung: „Die Menschen sind da. Wir müssen zuerst helfen, denn diese Menschen sind unsere Nächsten.“ Lüdinghausen habe „die Kraft, um diesen Schutz zu gewährleisten“, wie Wulf betonte.

Musikalisch Bezug auf die Themen des Nachmittags nahmen die Sängerin Anna Voigt und der Dortmunder Rapper Frederik Schreiber alias „Schlakks. Ergänzt wurden die Redebeiträge rund um den „sicheren Hafen“ mit dem Format des „Open Mics“, bei dem Lüdinghauser ihre Gedanken zur Initiative ausdrückten. So beschrieb Dirk Havermeier den „sicheren Hafen“ als „Zeichen einer lebendigen Zivilgesellschaft“ und Franz-Bernhard Tenberge stellte klar: „Das muss Lüdinghausen verkraften, um noch in den Spiegel sehen zu können.“ Thema der Kundgebung war, neben dem Stand der Aktion in Lüdinghausen nach der Ablehnung des Antrags im Stadtrat Anfang des Jahres, auch die mögliche Umsetzung auf Kreisebene. Dort steht, nach einer Beratung bei der Bürgermeisterkonferenz, die Entscheidung im Coesfelder Kreistag an. Die Grundbotschaft der Kundgebung fasste schließlich Dennis Sonne unter dem Applaus der Teilnehmer zusammen: „Zeigen wir, dass Lüdinghausen bunt ist und dass wir es uns noch bunter wünschen.“

Der Deutsch-Kameruner Jeannot Akono, der gemeinsam mit seiner Band Weltmusik mit Einflüssen von Blues bis Reggae präsentierte, ließ den Nachmittag schließlich schwungvoll ausklingen.

Eingestimmt auf die nächste Etappe des Aktionswochenendes ging es am Sonntagmorgen mit dem Fahrrad nach Senden und weiter zur großen Kundgebung in Münster. Für Anke Brandmeier und die anderen Lüdinghauser Aktiven ist in Sachen „Sicherer Hafen“ schon jetzt klar: „Wir werden einen neuen Antrag stellen.“

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