1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Luedinghausen
  6. >
  7. Feuer und Flamme für Kerzenkunst

  8. >

Angela Barbian verziert Kerzen

Feuer und Flamme für Kerzenkunst

Lüdinghausen

Angela Barbian hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Sie verziert Kerzen, auch mit religiösen Motiven zum Osterfest. In ihrem Kreativatelier setzt die 49-Jährige gerne eigene Einfälle um, erfüllt aber auch individuelle Wünsche ihrer Kunden, zum Beispiel zu Hochzeit oder Kommunion.

Heidrun Riese

Passend zum Osterfest hat Angela Barbian auch Kerzen mit religiösen Motiven gestaltet. Mit ihrem Kreativatelier hat die gelernte Industriekauffrau ihr Hobby zum Beruf gemacht. Foto: Heidrun Riese

Ein edles Kreuz mit Goldrand, ein farbenfroher Regenbogen, ein Osterlamm als Symbol für die Passionszeit . . . Das sind Motive, mit denen Angela Barbian ihre Kerzen zum Fest der Auferstehung Jesu gestaltet hat. In ihrem Kreativatelier finden sich aber auch kleine Kunstwerke aus Wachs, die gut zu den Feiertagen passen, aber weniger Bezug zum christlichen Hintergrund haben. Sie sind zum Beispiel mit Blumen, Hasen, Schmetterlingen, Küken oder „Frohe Ostern“-Schriftzug verziert. „Was halt zum Frühling passt“, verrät die Inhaberin des Geschäfts in der Kirchstraße, die sich aber längst schon wieder mit einem anderen Thema beschäftigt.

Angela Barbian

„Ich arbeite saisonal“, erklärt sie. Das bedeutet, dass bei der Künstlerin bereits vor den Ostertagen die nächsten Anlässe im Vordergrund stehen, zu denen die brennenden Lichter sogar besonders hoch im Kurs stehen: Kommunion und Konfirmation. Da werden alte Kerzen aufbereitet und neue gestaltet, ob als religiöses Symbol oder als Tischdekoration. Während die 49-Jährige die Kerzen zum Osterfest nach Lust und Laune gestaltet, stehen hier die individuellen Wünsche im Vordergrund, wie auch bei Trauungen und Jubiläen.

Barbian blättert in einem Ordner, in dem sie ihre Entwürfe sammelt. Sie bleibt auf einer Seite hängen, auf der eine Hochzeitskerze mit drei Puzzlestücken zu sehen ist – das eine steht für die Mutter, das andere für den Vater und das letzte für das Kind. „Manchmal kommen Kunden mit konkreten Ideen“, verrät die Künstlerin. Wie dieses Brautpaar mit Nachwuchs, welches das Motiv der Einladungskarte aufgreifen wollte. Die Olfenerin bringt aber auch stets eigene Einfälle ein. Wenn der Kunde zum Beispiel so gar nicht weiß, was er haben möchte, oder wenn bestimmte Wünsche einfach nicht zu erfüllen sind. Eine der großen Herausforderungen sind lange Namen wie Maximilian, die mal schräg oder von oben nach unten geschrieben werden.

Angela Barbian

Barbian verziert ihre Kerzen, die sie alle von zwei langjährigen Lieferanten aus Bayern bezieht, vor allem mit Wachs. Um die filigranen Motive für ihre Zwecke passend aus den Platten auszuschneiden, verwendet sie Stopfnadeln, ein Holzstäbchen, ein Lineal und in seltenen Fällen auch Schablonen. „Ich mache das lieber per Hand“, sagt die gelernte Industriekauffrau, die viele Jahre als Projektassistentin auf Großbaustellen in ganz Deutschland im Einsatz war und das Kunsthandwerk als Ausgleich zur Schreibtischarbeit für sich entdeckte.

Sie arbeitet heute halbtags im Büro, hat mit dem Kreativatelier aber auch ihr Hobby zum Beruf gemacht. 1993 meldete sie zusammen mit ihrer Schwägerin ein Nebengewerbe an und vertrieb auf Märkten selbst gehäkelte Heimtextilien, die sich auch heute noch in ihrem Sortiment finden. Auf die Idee, Kerzen zu gestalten, kam die 49-Jährige, als sie auf einer Messe jemandem bei dieser Tätigkeit zuschaute. „Ich fand Kerzen schon als Kind total faszinierend“, verrät sie. Dann wurde erst einmal viel herum probiert. „Es ist wie bei vielen Sachen: Übung macht den Meister.“

Wie sich ihre Fertigkeiten entwickelt haben, zeigt sich in den Regalen des Kreativateliers, das Barbian seit 2013 in Lüdinghausen betreibt. An den Wochenenden ist sie immer noch auf Märkten und Messen unterwegs, investiert viel Zeit in ihr künstlerisches Schaffen. „Da hängt das Herzblut dran“, betont die Künstlerin. „Das ist eben eine echte Berufung.“

Startseite
ANZEIGE