Bauvorhaben an Astrid-Lindgren-Schule

Gilbeau: Kein Verständnis für Borgmann

Lüdinghausen

Nur allgemein informierte Kreisdirektor Joachim L. Gilbeau im Bauausschuss des Kreises am Dienstagabend über das Bauprojekt am ehemaligen Standort der Astrid-Lindgren-Schule. Im Vordergrund der Debatte stand allerdings die Kritik von Bürgermeister Richard Borgmann am Vorgehen des Kreises.

Viola ter Horst

Das Areal der ehemaligen Astrid-Lindgren-Schule will der Kreis Coesfeld für eine Wohnbebauung nutzen.  Foto: Peter Werth

Kreisdirektor Joachim L. Gilbeau war sichtlich angesäuert. „Selbstverständlich planen wir in enger Abstimmung mit der Stadt Lüdinghausen“, sagte er im Ausschuss für Straßen- und Hochbau des Kreistags. Die Kritik von Bürgermeister Richard Borgmann, dass der Kreis die Stadt Lüdinghausen in die Pläne für die Fläche der bisherigen Astrid-Lindgren-Schule am Nottengartenweg nicht einbezogen habe, wies er in der öffentlichen Sitzung entschieden zurück.

Sozialer Wohnungsbau auf energetisch hohem Stand – das kann sich der Kreis Coesfeld auf der Fläche, die ihm gehört, gut vorstellen. Entstehen sollen dort laut Gilbeau etwa 60 bis 70 Wohneinheiten. Ein Teil soll für den sozialen Wohnungsbau reserviert werden. Ein Zeit- wie auch ein Kostenrahmen stehe in dieser frühen Phase allerdings noch nicht fest. Die Pläne für das Projekt sollten den Politikern eigentlich in der Sitzung am Dienstagabend vorgestellt werden. Der Kreisdirektor teilte aber mit, dass dies jetzt erst im Finanzausschuss am 16. September passieren soll. Dafür war die Kritik von Borgmann in den Mittelpunkt gerückt.

Joachim L. Gilbeau

Anders als dieser es dargestellt habe, sei Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr sogar persönlich nach Lüdinghausen gefahren, um mit dem Bürgermeister über das Vorhaben zu sprechen. Eine bis eineinhalb Stunden sei er bei ihm gewesen, um die Idee zu skizzieren. Es handele sich dabei nur um Vorplanungen, „mehr kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht tun“. Vonseiten des Kreises sei alles unternommen worden, „dass es nicht zum Dissens kommt“, so Gilbeau. Er verstehe nicht, warum der Bürgermeister nun behaupte, es habe allenfalls ein Telefonat gegeben. „Ich hoffe mal, dass Herr Borgmann nur seinen Terminkalender nicht im Kopf hatte.“

Anton Holz

Norbert Vogelpohl von den Grünen (Coesfeld) meinte, die Fläche gehöre schließlich dem Kreis Coesfeld, „da muss man den Bürgermeister nicht jedes Mal um Erlaubnis fragen“.

Das sah Anton Holz (CDU) aus Lüdinghausen anders, der sich energisch auf die Seite von Borgmann schlug. „Wir sind eine kommunale Familie“, betonte er. In der Politik in Lüdinghausen werde das Vorgehen des Kreises sehr kritisch gesehen. „Die Wogen schlagen hoch in Lüdinghausen“, sagte er. „Und nicht nur beim Bürgermeister.“

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