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Solidaritätspartnerschaft zwischen Lüdinghausen und dem ukrainischen Kolomyja

Grundstein zur Freundschaft gelegt

Lüdinghausen

Einstimmig hatte der Rat die Solidaritätspartnerschaft mit Kolomyja in der Ukraine beschlossen. Dessen Bürgermeister war nun mit einer kleinen Delegation in Lüdinghausen zu Gast, um die Charta zu unterschreiben.

Ein Feuerwehrfahrzeug, das aus dem Spendentopf der Bürgerschaft und der Stadt Lüdinghausen finanziert wurde, ist der ukrainischen Delegation überreicht worden. Foto: Michael Beer

„Wahre Freunde kommen nicht in guten Zeiten, sondern in schlechten“, sagte Bogdan Stanislavskyi, Bürgermeister aus Kolomyja in der Ukraine, bevor er im neuen Trauzimmer der Burg Lüdinghausen die vom Rat der Stadt einstimmig beschlossene Charta für eine Solidaritätspartnerschaft zwischen seiner Stadt und Lüdinghausen feierlich im Beisein einiger Gäste unterzeichnete.

Kontakt durch gemeinsame Partnerstadt Nysa

Kolomyja liegt im Südwesten der Ukraine und hat rund 61 000 Einwohner. Der Kontakt war durch die gemeinsame Partnerstadt Nysa in Polen hergestellt worden, über die viele Hilfsgüter und Spenden aus Lüdinghausen nach Kolomyja flossen und noch fließen. „Gerne hätte ich Sie unter anderen Umständen, ohne diesen verbrecherischen Krieg und ohne die Sorgen Ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger, kennengelernt. Schon zu Beginn des unnötigen Krieges war die Bereitschaft für die gemeinsame Hilfsaktion der Deutsch-Polnischen Gesellschaft und der Stadt Lüdinghausen riesig. Viele Privatpersonen, Schulen und Firmen haben sich daran beteiligt. Wir helfen Ihnen, möchten aber auch die Freundschaft in Europa mit dieser Partnerschaft weiter stärken. Und das soll künftig auf vielen Ebenen passieren. Ich reiche Ihnen heute die Hand zu einer gedeihlichen Freundschaft unserer beiden Städte in einem friedlichen Europa. Wir wollen die Partnerachse Taverny, Lüdinghausen und Nysa nun bis nach Kolomyja ausbauen. Der Grundstein wird heute gelegt. Ich freue mich auf das, was vor uns liegt und möchte Ihren Bürgerinnen und Bürger sagen, halten Sie durch, bleiben Sie stark, Sie sind nicht allein. Freundschaften müssen gelebt werden, es geht immer um die Menschen dahinter“, betonte Lüdinghausens Bürgermeister Ansgar Mertens.

Einladung zum Gegenbesuch

„Wir versuchen alles Mögliche, diese Partnerschaft zum Besten zu machen. Viele unserer 38 Ratsmitglieder befinden sich im Krieg. Heute heiraten wir, vielleicht sind in einem Jahr schon Kinder da“, schmunzelte Stanislavskyi, der seinen Lüdinghauser Amtskollegen zu einem Gegenbesuch in die Ukraine einlud.

Nach der Unterzeichnung der Vereinbarung, in der der gemeinsame Wille, freundschaftliche und solidarische Beziehungen zwischen den beiden Städten herzustellen und die Solidarpartnerschaft feierlich begründet wird, überreichte Ansgar Mertens seinem ukrainischen Kollegen, der mit Iryna Zholob und Nataliya Genyk von zwei Mitarbeiterinnen seiner Verwaltung begleitet wurde, einen gut erhaltenen Feuerwehr-Mannschaftswagen, der in der kritischen Infrastruktur von Kolomyja dringend benötigt wird. Dieses Fahrzeug wurde zum Teil aus dem großen Spendentopf der Bürgerschaft und der Stadt Lüdinghausen finanziert. Ganz leer traten die Gäste mit diesem Fahrzeug die rund 20-stündige Heimreise nicht an. Mene Uhlenkott vom Hotel „Zur Post“ und die Firma Strotmann aus Münster hatten viele Kartons mit Reis, Kondensmilch und Fertigsuppen für die Bevölkerung von Kolomyja gestiftet.

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