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Antoniushaus unterstützt Familie aus Rech im Ahrtal

Hilfe zurück ins gewohnte Leben

Lüdinghausen

Durch die Flutkatastrophe im Ahrtal hat die alleinerziehende zweifache Mutter Jenny Dung einen Großteil ihrer Habseligkeiten verloren. Dank einer Spende des Antoniushauses konnte die 32-Jährige neue Betten für sich und ihre Kinder anschaffen. Trotzdem ist für sie und viele andere Menschen im Ahrtral noch nicht wieder alles gut.

Von Christian Besse

Jenny Dung (r., mit Tochter und Sohn) bedankten sich bei der Gruppe „Miteinander – Füreinander“ sowie bei Heimleiter Joachim Brand und Henrike Jägersmann (hinten, 2. v.l.), Leiterin des Sozialen Dienstes im Antoniushaus. Foto: Christian Besse

„Viele Leute glauben, es sei wieder alles gut“, sagt Jenny Dung. Die 32-jährige alleinerziehende Mutter lebt in Rech, mitten im Ahrtal. Die Flutkatastrophe in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 forderte über 130 Todesopfer, viele der Überlebenden standen vor dem Nichts.

In dem Dorf Rech wohnten vor der Katastrophe rund 600 Menschen. „Diejenigen, die ihre Häuser verloren haben, kommen nicht mehr wieder“, sagt Jenny Dung. Sie selbst hat Glück gehabt, Glück im Unglück. „Nachts gegen halb elf hat uns die Feuerwehr aus dem Haus geholt“, erinnert sie sich. Mit ihren beiden Kindern kam sie bei Bekannten „oben im Dorf“ unter. Erst im Oktober konnten die Dungs wieder in ihre alte Wohnung einziehen.

An vielen Dingen mangelt es

Doch noch ist nichts wieder so wie vor jener Nacht im Juli 2021. Strom und Wasser sind wieder vorhanden, aber an vielen Dingen mangelt es nach wie vor. So wünscht sich die 32-jährige Mutter neue Betten für sich und ihre Kinder. Bisher fehlte dafür das Geld, nun kann die kleine Familie sie sich leisten.

Die Summe entstammt einer Spende des Antoniushauses in Lüdinghausen. Der Leiter des Seniorenheims, Joachim Brand, hatte kurz nach der Flut die Idee, die Menschen im Ahrtal zu unterstützen. Er holte einige Heimbewohnerinnen mit ins Boot – die Gruppe „Miteinander – Füreinander“, die mit Aktionen im Antoniushaus dafür sorgt, dass es Abwechslung gibt, die Bewohner geistig und möglichst auch körperlich fit bleiben. Die Gruppe stieg sofort auf die Idee des Heimleiters ein, mit einer Einschränkung: „Wir wollten kein großes Projekt, sondern eine Person gezielt unterstützen“, so Doris Stoffel von „Miteinander – Füreinander“.

Also machten sich Bewohnerinnen und Heimleitung auf die Suche, Anlaufstelle war die Kommunalpolitik in dem betroffenen Gebiet. Am Ende wusste der stellvertretende Bürgermeister von Bad Neuenahr Rat und nannte den Namen einer alleinerziehenden Mutter, die mit ihrer kleinen Familie Stück für Stück ihr normales Leben wiedererlangen wollte: Jenny Dung.

Spende durch Verkauf von Postkarten zusammengetragen

Nun kamen die 32-Jährige, ihr Sohn und ihre Tochter nach Lüdinghausen, um sich für die Spende über 1348 Euro zu bedanken. „Miteinander – Füreinander“ hatte das Geld unter anderem durch den Verkauf von Postkarten im Antoniushaus und mit Unterstützung der Mitarbeiter zusammengetragen. Den Besuch nutzte die Mutter auch dazu, mit ihren Kindern die vielen (neuen) Spielplätze in der Burgenstadt zu erkunden – ein kurzer Urlaub von dem immer noch stark beeinträchtigen Leben im heimischen Ahrtal. Denn „anders, als viele Leute glauben“, so Jenny Dung: Dort ist noch lange nicht alles wieder gut.

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