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Anton-Schüler bringen „Der eingebildete Kranke“ auf die Bühne

Hypochonder contra „Goldgräberin“

Lüdinghausen

Das Schauspiel „Der eingebildete kranke“ brachten jetzt die Schülerinnen und Schüler des Q1-Literaturkurses auf die Bühne. Dabei nahmen sie sich so einige Freiheiten.

Von Arno Wolf Fischer

Das Schauspiel „Der eingebildete kranke“ brachten jetzt die Schülerinnen und Schüler des Q1-Literaturkurses auf die Bühne. Dabei nahmen sie sich so einige Freiheiten – zur Freunde des Beifall klatschenden Publikums. Foto: Arno Wolf Fischer

„Das Schauspiel zur Pandemie“ präsentierte am Freitagabend der Q1-Literaturkurs des St.-Antonius-Gymnasiums mit „Der eingebildete Kranke“. Die Schülerinnen und Schüler peppten die Komödie von Molière dabei mit jeder Menge cleverer und moderner Einfälle auf. Zusammen mit der schauspielerischen Leistung der Akteure sorgte diese gekonnte Darbietung für Gelächter, Staunen – und natürlich jede Menge Applaus. Sofort wurde das Publikum in die Welt des Hypochonders Argan eingeführt, dessen Rufen und Glockenläuten Diener und Familie an sein Krankenbett eilen ließ.

Vielschichtige Charaktere dargestellt

Selbstbewusst gespielt von Katharina Ernst machte dieser seine Not deutlich: „Sie lassen mich hier sterben.“ Nach und nach zeigte der Literaturkurs seinen Facettenreichtum bei der Darstellung der unterschiedlichen Charaktere: Von der liebenden Tochter bis zum skrupellosen Arzt oder dem Schönling mit Sonnenbrille und Lederjacke. Dass die Ehefrau des Argan wohl vor allem dessen Vermögen im Sinn hat, brachten die Schüler überspitzt auf den Punkt. Begleitet von „Pretty Woman“ zog die von Pia Oesterroth gespielte „Goldgräberin“ voll bepackt mit Einkaufstaschen in die Aula ein. Immer wieder ließ Katharina Ernst als Argan auch direkte Kommentare in die Rolle einfließen: „Sind wir hier im Theater, und ich spiele diesen komischen Alten?“ Eine Frage auf die das Publikum nur mit wissendem Gelächter antworten musste. Als sich nach zahlreichen Verirrungen rund um Liebe, Heirat und eingebildete Krankheiten die Beziehungen der Charaktere aufgeklärt hatten, war das Fazit des Publikums eindeutig. Anhaltender Applaus füllte den Saal und Schulleiterin Elisabeth Hüttenschmidt sprach dem Kurs ihre Anerkennung aus. Mit dabei ein Einwurf mit Augenzwinkern: „Jeder spielt immer auch ein bisschen sich selbst.“

Dass seine Schüler das komplexe Stück trotz Corona-Handicap so zielsicher abgeliefert hatten, freute Kursleiter Ludwig Perick sichtlich. Die Aufführung musste über die Ferien hinaus verlegt werden – ein Bruch in der Reihe der sonst regelmäßigen Proben. Das Ergebnis überzeugte und ließ Perick eine besondere Stärke des Kurses hervorheben: „Sie sind sehr diszipliniert.“ Nach der erfolgreichen Erstaufführung geht es am morgigen Dienstag in die zweite Runde: Um 19 Uhr zeigt der Kurs in der Aula des Gymnasiums erneut die Komödie rund um Liebe und Krankheiten.

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