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Die Gesichter hinter der Rettungskette

Im Dienst, um Leben zu retten

Lüdinghausen

Welche eng ineinander greifenden Prozesse sich beim Absetzten eines Notrufs ereignen, das haben die Akteure in der Rettungskette den WN anlässlich des Tags des Notrufes erklärt. Besonders wichtig ist, dass das Zusammenspiel von Krankenhaus und Rettungskräften vor Ort reibungslos funktioniert.

Von Ann-Christin Frank 

Daniel Vu (Foto oben) ist in der Ausbildung zum Notfallsanitäter. Dr. Friederike Haermeyer (l.) rettet als Ärztin Leben. Notfallsanitäterin Jennifer Olbrich (r.) sitzt am Steuer des Einsatzwagens. Notfallsanitäter Jannick Rieke (l.) Notfallsanitäter Daniel Vu und Rettungssanitäterin Katharina Gilles Foto: acf

Im Notfall, wenn die 112 – zumeist hektisch – gewählt wird, dann muss alles ganz schnell gehen. Denn der oder die Alarmierende ist gedanklich nur noch mit dem baldigen Eintreffen des Rettungswagens und Notarztes beschäftigt.

Welche eng ineinander greifenden Prozesse sich beim Absetzten eines Notrufs ereignen, das haben die eigentlichen Akteure in der Rettungskette den WN anlässlich des Tags des Notrufes erklärt.

„Egal ob der Notruf vom Handy oder Festnetztelefon abgesetzt wird, alle Anrufe bei der 112 laufen zunächst in der Zentrale des Kreises beim Leitstellendisponent zusammen“, erklärt Michael Hofmann, Leiter Rettungsdienst beim DRK Kreisverband.

In maximal zwölf Minuten zum Einsatzort

Der Disponent entscheidet angesichts der erhaltenen Informationen, ob es sich um einen medizinischen- oder den Brandschutz betreffenden Fall handelt. Sofern die Verortung des Notfalls im Kreisgebiet durch den Anruf erfolgt ist, wird aus der Leitstelle die weitere Alarmierungskette in Gang gesetzt. „Die dortigen Mitarbeiter sehen, wo sich die Rettungsfahrzeuge im Kreis befinden, zudem gibt es insgesamt neun Rettungswachen und vier Notarztstandorte, einer davon ist das St.-Marien-Hospital Lüdinghausen“, erklärt Hofmann weiter. Bei einem Notfalleinsatz sollten Rettungsfahrzeuge (RTW) im Schnitt maximal zwölf Minuten bis zum Einsatzort brauchen, daher zeige der Rechner dem Disponenten an, welcher RTW samt Besatzung am schnellsten vor Ort sein kann. „Rettungswagen und Notarztfahrzeug fahren dann von unterschiedlichen Standorten los und treffen sich am Einsatzort nach dem sogenannten Rendezvous-System“, beschreibt Hoffmann die Einsatztechnik.

Notarzt rund um die Uhr verfügbar

Die Notärzte steigen direkt am Krankenhaus in das Fahrzeug, was dann von einem Notfall- oder Rettungssanitäter gefahren wird. Auch dieser ist für die entsprechende Schicht direkt am Krankenhaus stationiert, wo sich auch das Notarztfahrzeug befindet. Im St.-Marien-Hospital stammen die Notärzte alle aus der Abteilung Anästhesie, die Dr. Mario Santamaria, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses, leitet. „Im Dienstplan ist immer ein Notarzt für eine 24-Stunden-Schicht – von sieben bis sieben Uhr – für Rettungseinsätze eingeplant“, erklärt er und fügt hinzu: „Über den Funkmelder werden sie bei Einsätzen alarmiert und unterbrechen ihre derzeitige Tätigkeit dafür sofort, daher führen sie im Bereitschaftsdienst auch nur Patientengespräche aus denen man im Notfall umgehend herausgehen kann.“

Eingespieltes Team

Dr. Friederike Haermeyer, Leiterin der Notaufnahme, sitzt selber oft mit im Einsatzfahrzeug. „Es ist ein Segen, dass wir vom Krankenhaus die Notärzte stellen und die Zusammenarbeit mit den Rettungskräften und Ehrenamtlichen vor Ort so gut klappt, weil sich alle gut kennen und eingespielt sind“, bringt sie die Vorzüge auf den Punkt. Auf dem Melder am Gürtel bekomme der diensthabende Notarzt bereits erste Infos über den Einsatz, die im Notarztwagen dann konkretisiert würden. Besonders auch weil man die Rettungswagen-Teams kenne, sei der Austausch zwischen den Rettungseinheiten sehr gut. Der Notarzt entscheide dann vor Ort was passiert, sodass über die Hotline der zentralen Notaufnahme (ZNA) das Krankenhaus wiederum Infos bekommt mit welchen Symptomen der Patient eingeliefert wird.

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