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Vogelfreunde und NABU sind besorgt

Ist die Meisenkrankheit zurückgekehrt?

Lüdinghausen

„Aufgeplustert und apathisch“, so beschreibt Vogelfreund Manfred Reisner die Meisen, die ihm seit einigen Tagen Sorgen bereiten. Schon im vergangenen Jahr waren die Tiere in seinem Garten von der Blaumeisenkrankheit befallen. Die Symptome deuten nun auf einen erneuten Ausbruch der Krankheit hin.

Ann-Christin Frank

Manfred Reisner hat in seinem Garten ein Paradis für Vögel errichtet. Seit einigen Tagen macht er sich allerdings um die Meisen sorgen, denn die Blaumeistenkrankheit greift wieder um sich. Foto: acf

Manfred Reisner beobachtet gerne die heimischen Singvögel in seinem Garten, der an einen kleinen Wald grenzt. Im Augenblick nisten gleich mehrere Meisenfamilien in seinen Bäumen, denn dort gibt es viele Futterstellen und insgesamt acht Vogelhäuschen. Ein wahres Paradis für heimische Singvögel.

Das idyllische Treiben wird allerdings gerade von beunruhigenden Beobachtungen überschattet. Der Vogelfreund sieht seit einigen Tagen gleich zwei Vögel, eine Blaumeise und eine Kohlmeise, mit auffälligem Verhalten.

Alles deutet auf die Blaumeisenkrankheit

„Sie fliegen wieder nicht weg, wenn man sich nähert, und sitzen ganz apathisch mit aufgeplustertem Gefieder im Gras und fressen nicht“, erklärt Reisner den Zustand und erinnert sich dabei mit Schrecken an ähnliche Fälle aus dem Vorjahr. Schon damals habe er Kontakt zum NABU aufgenommen, um bei der Aufklärung der Krankheit mitzuhelfen . „Damals habe ich sogar eine tote Blaumeise, luftdicht verpackt, in meiner Kühltruhe aufbewahrt, um diese den NABU-Experten zu Forschungs- und Aufklärungszwecken zur Verfügung zu stellen“, erinnert sich Reisner, der so etwas jederzeit wieder tun würde, wenn es der Forschung dient.

Mittlerweile sei der Erkenntnisstand allerdings etwas weiter als im Vorjahr. Bei der Seuche, die die Vögel befällt, handele es sich um die sogenannte Blaumeisenkrankheit, erklärt Reisner, der gleichzeitig alle Gartenbesitzer dazu auffordert bei den Meisen derzeit ganz genau hinzusehen, ob in anderen Gärten ebenfalls Auffälligkeiten auftreten.

Meldeformular beim NABU

Auf der Internetseite des NABU sind folgende Symptome weiterhin mit der Blaumeisenkrankheit in Verbindung zu bringen: Die Vögel wirken, als hätten sie Atemprobleme, Teile des Kopfgefieders sind ausgefallen und die Augen wirken verklebt.

„Wer betroffene Vögel vorfindet, sollte diese über das NABU-Formular melden oder Kontakt zu den Experten aufnehmen“, empfiehlt Reisner, der sich selbst auch dahin gewandt hat, um bald wieder nur muntere Vögel in seinem Garten vorzufinden.

Den NABU-Vogelexperten werden laut Homepage im aktuellen Kalenderjahr fast 900 Verdachtsmeldungen toter und kranker Blaumeisen gemeldet. Die Zahl steige dabei seit Mitte März deutlich an, heißt es dort, sodass der Höchststand pro Tag derzeit bei bereits über 30 Verdachtsmeldungen liege. Daher fordert der NABU Vogelfreunde und Menschen auf, die in ihrem Garten kranke oder tote Meisen, insbesondere Blaumeisen, entdecken, auch in diesem Jahr diese über das Online-Meldeformular zu melden. Auf diese Weise können die Entwicklung und die Auswirkungen dieser neuartigen Vogelkrankheit, die durch das Bakterium Suttonella ornithocola ausgelöst wird, weiter verfolgt und und genauer erforscht werden. Da die Krankheit saisonal im Frühjahr auftritt, ist damit zu rechnen, dass jetzt im April eine weitere Welle auf die Meisen wartet, vermeldet der NABU. Das Online-Formular zur Meldung der Blaumeistenkrankheit, gibt es auf der NABU-Homepage.

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