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Veranstaltungsreihe in Lüdinghausen

Jüdisches Leben vielfältig betrachten

Lüdinghausen

Die Vielfalt jüdischen lebens soll im Rahmen verschiedener Veranstaltungen in Lüdinghausen betrachtet werden. Anlass ist das bundesweite Festjahr #2021JLID, das der Verein „321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.“ organisiert und koordiniert.

wn

Das Planungsteam – Alfred Focke (Heimatverein, v.l. oben im Uhrzeigersinn), Herbert Baur (KAKTuS), Andrea Bauhus (VHS), Michael Kertelge (Gemeinde St. Felizitas) und Martina Götsch (Stadt Lüdinghausen) – tauschte sich jetzt in einer Videokonferenz aus. Foto: Stadt Lüdinghausen

Seit 1700 Jahren gibt es jüdisches Leben in Deutschland – dies ist auch für Lüdinghausen ein Grund zum Feiern. In der Stadt haben sich Projektpartner zusammengeschlossen, um dieses besondere Ereignis gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern zu würdigen, heißt es in einer Pressemitteilung der Organisatoren. Die evangelische und katholische Kirchengemeinde, das KAKTuS Kulturforum, der Heimatverein Lüdinghausen, die Stadt Lüdinghausen und der Volkshochschulkreis Lüdinghausen haben ein umfangreiches Programm zu dem Thema auf die Beine gestellt. Jetzt tauschte sich das Planungsteam in einer Videokonferenz aus.

Das Veranstaltungsprogramm in Lüdinghausen ist eingebunden in das bundesweite Festjahr #2021JLID, das der Verein „321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ mit seiner Geschäftsstelle in Köln organisiert und koordiniert. 2021 leben Jüdinnen und Juden nachweislich seit 1700 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Für Deutschland und die jüdische Gemeinschaft ist 2021 ein Festjahr, bei dem Vertreter aus den Bereichen Religion, Gesellschaft und Staat mitwirken. Auch Lüdinghausen wolle einen Teil dazu beitragen.

Von Anfang September bis zum Ende des Jahres wird ein bunter Strauß von Veranstaltungen stattfinden, um die vielfältige Kultur des Judentums in den Vordergrund zu rücken. Dazu gehören unter anderem ein Konzert mit jüdischer Musik, eine Lesung von jüdischen Märchen und ein VHS-Kochkursus zur koscheren Küche. Erste Dreharbeiten an Orten, die von der jüngeren leidvollen Geschichte jüdischer Bürgerinnen und Bürger berichten, haben bereits mit Unterstützung des Heimatvereins für den YouTube-Kanal der Volkshochschule stattgefunden. Pastoralreferent und Historiker Michael Kertelge wird in mehreren Vorträgen das jüdische Leben und die jüdische Kultur in Lüdinghausen beleuchten. Die Vorträge spannen einen zeitlichen Bogen vom Jahr 1800 bis heute und werfen ein besonderes Augenmerk auf die Zeit des Antisemitismus im Zweiten Weltkrieg.

„Ganz wichtig war es uns, die Veranstaltungsreihe nicht ausschließlich auf die Thematisierung der Shoa zu reduzieren, sondern das jüdische Leben in seiner Vielfalt näherzubringen“, wird die städtische Kulturbeauftragte Martina Götsch in dem Pressetext zitiert. „Viele Leute wissen tatsächlich recht wenig über die lange Tradition der jüdischen Kultur, die unsere Gesellschaft so stark bereichert.“

Auch eine VHS-Exkursion zur Synagoge in Köln ist geplant. Die Synagogen-Gemeinde dort gilt als die älteste jüdische Gemeinde nördlich der Alpen. In Köln findet sich im Jahr 321 der erste sichere Beweis für jüdisches Leben in Westeuropa. Außerdem möchte der Heimatverein im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten die Infotafeln am Jüdischen Friedhof eröffnen und das Buch „Stolpersteine“ neu auflegen. „Wir planen jede Menge Aktionen, und bis September ist noch reichlich Zeit, um weitere Ideen zu entwickeln“, macht Kertelge Lust auf mehr. Weitere Mitstreiter wie Schulen und Vereine seien willkommen.

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