Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses

„Kein Begrünungszwang, sondern ein Begrünungsstandard“

Lüdinghausen

Der Klimaschutz war das bestimmende Thema in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Unter anderem sollen Dächer begrünt werden und Schottergärten aus dem Stadtbild verschwinden.

Von Ann-Christin Frank

Schottergärten sollen bei der zukünftigen Bauplanung in der Steverstadt verboten sein. Foto: Foto: Annette Riedl (dpa)

Neue Standards in puncto Umwelt- und Klimaschutz hat das Gremium bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstagabend beschlossen. „Damit gehen wir einen großen Schritt in die richtige Richtung“, brachte es Bürgermeister Ansgar Mertens auf den Punkt und fügte hinzu: „Wenn Klimaschutz in Lüdinghausen ernst genommen wird, dann müssen wir auch den Bürgern etwas zumuten.“

Zumutbarkeit

Im Konkreten ging es um die Abstimmung zum Antrag der SPD-Fraktion vom 30. Januar, wo ein Dachbegrünung für Flachdächer auf Haupt- und Nebengebäuden gefordert wurde. Unter dem Titel Schwammstadt Lüdinghausen wurde die Verwaltung beauftragt, in allen künftigen Baugebieten und bei Änderungen von geltenden Bebauungsplänen, die Begrünung von Flachdächern festzusetzen. „Dieser Sachverhalt wurde auch schon im Bauausschuss beraten“, gibt Mertens zur Kenntnis. Um den Stellenwert der Dachbegrünungen noch einmal zu unterstreichen, erfolgte die finale Abstimmung nun im Hauptausschuss. Besonders CDU und FDP äußerten Bedenken zur finanziellen Zumutbarkeit für die Bürger, wenn auch Nebengebäude wie Garagen mit einer Dachbegrünung versehen würden. CDU-Fraktionsvorsitzender Bernhard Möllmann schlug vor, die Dachbegrünungen auf die Hauptgebäude zu beschränken. FDP-Fraktionssprecher Gregor Schäfer empfand es ebenfalls als zu weitgehend, wenn etwa Gartenhütten begrünt würden.

Förderungen

Niko Gernitz, Fraktionssprecher der SPD, verteidigte den Antrag im Hinblick auf den Klimaschutz. Über die Jahre lohne sich die finanzielle Investition, weil so wertvolle Wasserspeicher geschaffen würden. Auch Insekten profitierten von begrünten Dächern. Ferner seien auch finanzielle Förderungen im Programm „Klimaschutz“ dafür geplant.

Es soll somit kein Begrünungszwang, sondern ein Begrünungsstandard geschaffen werden. Nachdem auch Mertens seine Bedenken zu den finanziellen Belastungen der Bürger bei der Begrünung von Nebengebäuden geäußert hatte, einigte sich das Gremium auf den Beschluss von Dachbegrünungen auf Hauptgebäuden ohne die Hinzunahme der Nebengebäude, um so eine klare Leitlinie für die Zukunft zu schaffen.

Steinwüsten

Großen Zuspruch fand im Gremium ebenfalls der Antrag der SPD zur Vermeidung von Schottergärten. Diese sind bei der künftigen Bauplanung nun verboten. Die Flächenversiegelung stelle ein Problem dar, so Eckard Grundmann, Fraktionssprecher der Grünen, da das Grundwasser dort nicht versickern könne. Es sei ein Appell an die Verantwortung der Bürger, Alternativen zu diesen vermeintlich pflegeleichten Schottergärten zu schaffen, sagte Gernitz mit Blick auf die bereits vorhandenen Flächen. Mit einer Infobroschüre und in enger Zusammenarbeit mit dem Biologischen Zentrum wolle man Aufklärungsarbeit leisten, damit auch bestehende Steinwüsten wieder in Grünflächen umgewandelt würden.

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