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Burkhard Kleffmann zieht sich aus Wettbewerb zurück

Kein „Kristall“ am Eingangstor

Lüdinghausen

Wie geht es weiter an der Kreuzung Konrad-Adenauer-Straße und Münsterstraße? Die Frage, wie das ungewöhnlich bemessene freie Grundstück dort sinnvoll bebaut werden kann, beschäftigt die Politik nach dem Aus für die Planungen für ein siebengeschossiges Gebäude in Kristallform weiter.

Oben ist das Eckgrundstück an der Münsterstraße im heutigen Zustand zu sehen. Mit dem für diesen Bereich geplanten „Kristall“ (unten) will Burkhard Kleffmann“ Foto: Architektur Ellermann

Das Eckgrundstück an der Kreuzung von Konrad-Adenauer-Straße und Münsterstraße beschäftigt seit Langem viele Lüdinghauser. Insbesondere seit dem Neubau des Kinogebäudes brodelt die Frage: Wie kann der ungewöhnlich bemessene Baugrund genutzt werden? Der Kompromiss im Stadtrat, der neben verschiedenen Auflagen auch eine Beschränkung der Geschosszahl vorgibt, sorgt nun dafür, dass sich einer der zuvor genannten Wettbewerbsteilnehmer nicht mehr an der Ausschreibung beteiligt.

Burkhard Kleffmann

„Wir möchten nur Projekte umsetzen, die uns Freude machen und die Lüdinghausen aus unserer Sicht städtebaulich bereichern“, erklärt Burkhard Kleffmann. Gemeinsam mit den Architekten Christoph Ellermann und Simon Feldhaus befasst er sich seit 2018 mit der möglichen Bebauung des Grundstückes, das als parallele Säule zum modernen Kino einen architektonischen Eingang zur Stadt darstellen könnte.

Vor der Pandemie für die Nutzung als Hotel angedacht, bildet das geplante Gebäude mit Tiefgarage einen begrünten und gleichwohl futuristisch leuchtenden Komplex: Den „Kristall an der Münsterstraße“. Ein siebengeschossiges Projekt, das laut der Planer ebenso im Rahmen der nun diskutierten Nutzung als Wohnraum in Frage kommen würde. Dessen Umsetzung ist jedoch nach der aktuellen Entscheidung des Stadtrates unmöglich, denn die beschlossene Höhenbegrenzung auf vier Geschosse plus einem Staffelgeschoss mit maximal 17,5 Metern Höhe disqualifiziert den 23,5 Meter hohen „Kristall“ bereits im Voraus. Eine Entscheidung, die Planer mit Blick auf bisherige Gespräche im Gestaltungsbeirat verwundert. Ein Bau von derartiger Höhe sei „geeignet“, „vorstellbar“ und könne eine „quartiersprägende Landmarke“ darstellen, heißt es so etwa im Protokoll einer Sitzung des Gestaltungsbeirats aus dem Mai 2020.

Eine Einschätzung, die die Architekten sowohl in Massenmodellen als auch anhand von Beispielen aus dem lokalen Baubestand untermauern. Denn: Gebäude jenseits der nun festgelegten 17,5 Meter sind längst im Lüdinghauser Stadtbild vertreten. Vor allem mache die Größe der Grundfläche aus Sicht der Planer einen Bau in die Höhe schlichtweg notwendig.

Zu viele vorzeitige Beschränkungen

Dass der „Kristall“ mit begrüntem Dach in Zukunft nun nicht in der nächtlichen Steverstadt am sogenannten Eingangstor leuchten wird, ergänze dabei den Hinweis von Architekt Stefan Schopmeyer während der entscheidenden Stadtratssitzung. Zu viele vorzeitige Beschränkungen würden die von ihm genannte Freiheit eines „Abenteuers der Ideen“ schlicht nicht zulassen. Eine Einschätzung, der die langjährigen Planer des „Kristalls“ im Pressegespräch bedauernd zustimmen.

Der Wettbewerb schreitet derweil unter den Bedingungen der Kompromissentscheidung von CDU und Teilen der SPD voran. Neben der Höhenbeschränkung geben eine mehrheitliche Nutzung als Wohnraum und die Quote von 20 Prozent sozial gefördertem Wohnungsbau die Parameter des Stadtrates vor.

Insgesamt zehn Architekturbüros und Investoren sollen ihre Entwürfe innerhalb der beschlossenen Rahmenbedingungen vorbringen können, bevor schließlich eine finale Entscheidung über die Zukunft des Eckgrundstücks gefällt wird.

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